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Potsdam-Mittelmark Bad Belziger Drogenbauer sitzt weiter in U-Haft
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belziger Drogenbauer sitzt weiter in U-Haft
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20:15 15.03.2016
Insgesamt 110 Kilogramm Drogen fanden Zollfahnder im Versteck der Werbiger Kuhstall-Anlage. Quelle: Zollfahndung
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Werbig

Der als „Drogenbauer von Werbig“ in die Schlagzeilen geratene Landwirt Rien V. schweigt. Gut vier Wochen nach dem spektakulären Fund riesiger Mengen Drogen in einem Keller der von ihm betriebenen Kuhstall-Anlage am Rande des Flämingdorfes sitzt der 60 Jahre alte Beschuldigte weiter in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel in Untersuchungshaft.

Gigantischer Drogenfund

Beamte des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg entdeckten am 16. Februar im Rahmen einer Durchsuchung auf der Milchviehanlage bei Werbig diverse Drogen.

Insgesamt lagerten dort in einem Kellerversteck 72 Kilogramm Marihuana, rund zehn Kilogramm Amphetamine, sieben Kilogramm Kokain, 15,5 Kilogramm Haschisch und 5,7 Kilogramm Ecstasy-Tabletten.

Der Straßenverkaufswert dieser Drogen beläuft sich auf insgesamt rund 1,5 Millionen Euro.

Anlass der unter Leitung der Potsdamer Staatsanwaltschaft geführten Ermittlungen gegen den Landwirt war der Verdacht des illegalen Handels mit unverzollten Zigaretten. Dieser wurde bestätigt. Ebenso der Verdacht des widerrechtlichen Betankens von Fahrzeugen mit Heizöl.

Darüber hinaus fanden die Fahnder auch ein Luftdruckgewehr und eine Gasdruckpistole ohne erforderliche Prüfsiegel sowie rund 30 Kilogramm illegale Pyrotechnik.

Geäußert habe er sich bislang nicht zu den Verwürfen der Staatsanwaltschaft Potsdam. Das bestätigt deren Sprecher Christoph Lange auf Nachfrage der MAZ. Unterdessen laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Gutachten werden erstellt, „um den Wertstoffgehalt der kiloweise im Kellerversteck vorgefundenen Drogen verschiedener Arten zu ermitteln“, erklärt Lange. Zudem werden noch DNA-Spuren ausgewertet, die am Tatort sichergestellt wurden. „Nur so können wir nachweisen, ob der Beschuldigte Kontakt mit den Drogenpaketen hatte und sie somit in seiner Kenntnis dort gelagert wurden“, so der Staatsanwalt.

DNA-Spuren werden ausgewertet

Bisher gebe es keine Angaben zu möglichen Hintermännern oder Partnern. Doch gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei dem gigantischen Werbiger Drogenlager mit einem Markwert von circa 1,5 Millionen Euro „nicht um das Depot eines Einzelverkäufers handelt“, so Lange. „Auch sind solche ungewöhnlichen Mengen zum Eigenverbrauch viel zu hoch“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sie erhebt daher den Vorwurf des unerlaubten erwerbsmäßigen Handels mit Drogen. Dennoch werde der gebürtige Holländer Rien V. bislang allein der Taten verdächtigt. Unklar sei nach wie vor auch noch, woher die diversen Rauschmittel stammen, wer sie in Werbig deponiert hat und für welche Vertriebswege sie bestimmt waren.

Der gebürtige Holländer Rien V. hatte sich bei einer Umfrage für die MAZ zu niedrigen Benzinpreisen geäußert. Nun wird er unter anderem verdächtigt, seine Landmaschinen verbotenerweise mit Heizöl, welches billiger als Diesel ist, betrieben zu haben. Quelle: MAZ

Unterdessen häufen sich im Hohen Fläming Angaben von Berufsgenossen, wonach der Werbiger Landwirt in Größenordnungen landwirtschaftliche Flächen erworben hat. Der Verdacht der Geldwäsche aus seinen vermutlichen Drogengeschäften liegt nahe. Die Staatsanwaltschaft war zu diesem Punkt am Dienstag nicht zu erreichen.

37.000 unversteuerte Zigaretten gefunden

Parallel zu den Untersuchungen zu den Drogendelikten, ermittelt das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg unter Leitung der Staatsanwaltsschaft Potsdam auch zu den ebenfalls auf dem Hof in Werbig vorgefundenen unversteuerten 37 000 Zigaretten, illegalen Feuerwerkskörpern sowie dem unerlaubten Einsatz von Heizöl als Treibstoff für Landmaschinen. Zum Verfahrensstand dort machte Claudia Bandelow am Dienstag keine Angaben. „Von uns gibt es aktuell aus ermittlungstaktischen Gründen keine neuen Information, um das Verfahren nicht zu gefährden“, sagt die Sprecherin des Zollfahndungsamtes.

Bis zu sechs Monate könnte der beschuldigte Landwirt zunächst in Untersuchungshaft bleiben. „Freilich können er und sein Anwalt jederzeit Haftprüfungstermine beantragen“, erklärt Christoph Lange. Bislang sei die Fluchtgefahr jedoch zu hoch. Nach sechs Monaten ohne Verhandlung müsse der Haftgrund dann aber gegenüber dem Oberlandesgericht nachgewiesen werden. „Für eine weitere U-Haft sind die Hürden dann sehr hoch“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam gegenüber der MAZ.

Von Thomas Wachs

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