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„Ich habe den ganzen Advent durchgesungen“

Kay Lengner zieht eine positive Bilanz „Ich habe den ganzen Advent durchgesungen“

Das letzte Türchen des Dorfkirchenadventskalenders ist am Sonntag in Bochow geöffnet worden. Kay Lengner von der Kirchengemeinde Hohenwerbig hat die Reihe organisiert. Im MAZ-Gespräch zieht er eine positive Bilanz zur Premiere des Dorfkirchenadventskalenders.

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Organisator Kay Lengner.

Quelle: MAZ

MAZ: Wie ist die Idee entstanden, dass Gotteshäuser im Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg im Advent zu verschiedenen Veranstaltungen einladen?
Kay Lengner: Meine Frau Daniela arbeitet im Mitgliedermanagement der evangelischen Landeskirche. Sie hat sich gefragt, wie man die Kirchen mehr Menschen zugänglich machen kann. Schnell wurde klar, dass der Advent dafür die beste Zeit sein würde.

Warum?
Die meisten Menschen sind in der Vorweihnachtszeit in einer besinnlicheren Stimmung. Außerdem entfällt die Möglichkeit, sich an den Strand oder in den Park zu legen. Mit Roy Sandner aus Saatmund wurde dann ein Pfarrer gefunden, der sich schnell für die Idee begeistern ließ. Darum ist die Saarmunder Kirche die Trägerin dieses Adventskalenders.

Aber mitgemacht haben weit mehr Kirchen. Insgesamt 18 Gotteshäuser haben vom 29. November bis zum 21. Dezember ihre Türen geöffnet. Wie kann man sich die Vorgehensweise vorstellen?
Im Prinzip blieb es den Kirchen selbst überlassen, was sie anbieten wollen. So kam es zu Lesungen, Konzerten und Ausstellungen.

Wer trägt die Kosten?
Da haben wir zum Glück einige Geldgeber gefunden. So muss keine Kirchengemeinde auf ihren Ausgaben sitzen bleiben. Geld kommt von der Stiftung „Kirche im Dorf“, der Landeskirche und über einen weiteren Topf sogar von der Europäischen Union.

Sie selbst waren bei allen Veranstaltungen dabei?
Ja, ich habe jede Kirche besucht. Das bedeutete jeweils mindestens vier Stunden Aufwand. So richtig vorweihnachtliches Familienleben kam da nicht zustande. Aber ein Gutes hatte es auch: Ich habe den ganzen Advent durchgesungen.

Welches waren die positiven und welches die negativen Überraschungen?
So richtig negative Überraschungen gab es gar nicht. Zu jeder Veranstaltung kamen mehr Menschen, als zu einem normalen Gottesdienst gekommen wären. Positiv hat mich der Auftakt in Plaue mit sagenhaften 1300 Menschen überrascht. Da standen aber im Vorfeld ein Nikolausmarkt und hinterher ein Gospelchor auf dem Programm. Darum relativiert sich das etwas. In Göttin kamen am vergangenen Freitag 152 Menschen in die Kirche. Das war auch für mich persönlich, einer der Höhepunkte.

Weil mehr Menschen kamen als erwartet?
Die ehrenamtlichen Helfer, die sich im Vorfeld um alles gekümmert hatten, waren aufgeregt. Sie machten sich Gedanken, ob überhaupt jemand kommen würde. Es wurden immer mehr und die Augen der Helfer haben richtig geleuchtet. Einfach toll.

Wie geht es nun weiter?
Im Januar gibt es eine Dankeschön-Veranstaltung für alle Helfer. Im kommenden Jahr soll es eine Fortsetzung des Dorfkirchenadventskalenders geben. Daran arbeiten wir bereits.

Interview: Stefan Specht

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