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Wölfe hinterlassen blutige Spuren in Brück

Vorwurf an Tierhalter Wölfe hinterlassen blutige Spuren in Brück

Ausgerechnet vor Ostern hat das auf dem Truppenübungsplatz Brück/Lehnin (Potsdam-Mittelmark) ansässige Wolfsrudel verheerende Raubzüge unternommen. Reihenweise sind Rinder und Schafe getötet worden. Die Aufsichtsbehörden reagieren – mit Vorwürfen gegen die Tierhalter.

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Nicht viel übrig blieb von diesem gerissenen Tier.

Quelle: privat

Brück. Ausgerechnet vor Ostern häufen sich die Angriffe von Wölfen auf Rinder und Schafe. Demnach hat das auf dem Truppenübungsplatz Brück-Lehnin beheimatete Rudel zwischen Brück und Golzow umfassend gejagt.

Wölfe hinterlassen blutige Spur

Sollte der Wolf weiter unter Artenschutz stehen oder seine Vermehrung in Brandenburg aufgehalten werden?

In der Nacht zum 15. März kam es zu mindestens drei Vorfällen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten des Räubers lag jedoch zwischen Hackenhausen und dem Antennenmessplatz. Sowohl in der besagten Nacht, in der in Cammer ein Kamerunschaf gerissen wurde, als auch Anfang dieser Woche schlug Isegrim nahe des Planestädtchens zu.

Bis auf zehn Meter konnte ein Mitarbeiter des betroffenen Landwirts an die Tiere heranfahren

Bis auf zehn Meter konnte ein Mitarbeiter des betroffenen Landwirts an die Tiere heranfahren. Sie ließen sich beim Fressen nicht stören.

Quelle: privat

So verlor Lutz Vollstädt, der einen Reitstall am Antennenmessplatz betreibt, sechs seiner zehn Schafe. „Der Bock lebte noch. Er musste jedoch aufgrund der Schwere der Verletzungen eingeschläfert werden“, berichtet der Tierhalter.

Mindestens drei Vorfälle in einer Nacht

Er sorgt sich nun auch um seine Pferde. „Bei einem solchen Angriff könnten sie in Panik geraten und ausbrechen, dabei kann es zu Unfällen kommen“, schildert Lutz Vollstädt seine Ängste. Am Montag fand er nämlich drei weitere Schafe tot auf der Weide. Der letzte Pfennigsucher seines Bestandes wird nun abgegeben. „Ich gebe die Haltung auf“, so bisherige Besitzer resigniert.

Nach erster Einschätzung kann ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden, erklärt Thomas Frey. „Der Zaun war aber auch nicht wolfssicher“, so der Sprecher des Landesamtes für Umwelt. Er verweist auf Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen.

Aus dem Auto heraus fotografiert

Aus dem Auto heraus fotografiert: Wölfe in der tiefen Nacht nahe der Landesstraße bei Brück.

Quelle: privat

Auch Lutz Vollstädts Nachbar Andreas Schulz ist betroffen. Er betreibt Landwirtschaft in Hackenhausen. Eine Kuh, die am Vortag gekalbt hatte, wurde in derselben Nacht von den Wölfen bei lebendigem Leib angefressen. Da die Ställe von jeglicher Wohnsiedlung weit entfernt sind, hörte wohl zunächst niemand das Brüllen des Opfers. Gegen 4.30 Uhr hat ein ankommender Mitarbeiter das Drama erlebt.

„Er konnte mit aufgeblendeten Scheinwerfern bis auf zehn Meter an die fressenden Wölfe heranfahren. Sie ließen sich nicht stören“, berichtet Andreas Schulz. Jetzt will er seinen Hund nachts auf dem Gelände lassen und so die Nutztiere schützen. Vier Wolfsangriffe in vier Jahren hatte er schon zu verzeichnen. „Eine Entschädigung habe ich bis heute nicht erhalten“, sagt der Bauer.

Bei lebendigem Leib angefressen

Thomas Frey hält dem entgegen: „Der betreffende Tierhalter wurde bereits 2014 umfänglich vom Landesamt beraten und erhielt eine Unterstützung im vierstelligen Euro-Bereich, um seine Mutterkuhweide gegen Wölfe zu sichern.“ Das Betriebsgelände sei bis heute nicht richtig ausgestattet.

Stattdessen soll der Betreiber vielmehr fahrlässig zwei tote Kälber auf dem Gelände abgelegt haben, sagt der Behördensprecher unter Berufung auf Beobachtungen eines Jägers. Jener habe einen Wolf gesehen, der dann einen Kadaver wegschleppte. „So findet Isegrim einen gedeckten Tisch vor. Doch das soll vermieden werden“, ärgern sich die Experten. Das Landwirtschafts- und Veterinäramt der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark ist eingeschaltet.

In Cammer war die Tierärztin Gudrun Schmidt vor Ort. „Es war ein furchtbarer Anblick“, berichtet sie. Die erfahrene Veterinärin ist erschüttert: „Die Häufigkeit der Angriffe und die Verletzungen der Tiere haben mich nachdenklich gemacht“, sagt sie und fordert eine Regulierung der Wolfspopulation.

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Von Andreas Koska

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