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Potsdam-Mittelmark Heißer Streit um edlen Tropfen
Lokales Potsdam-Mittelmark Heißer Streit um edlen Tropfen
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19:20 23.01.2014
Norbert Eggenstein in seinem Whisky-Keller. Quelle: Andreas Koska
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Bad Belzig

Erst in zwei Jahren wird der erste Whisky aus Bad Belzig in Flaschen abgefüllt. Doch schon jetzt gibt es eine Auseinandersetzung um den Namen des in der Belziger Destillerie hergestellten edlen Tropfens. Der Bierbrauer und Whiskybrenner Norbert Eggenstein hat sich für einen international klingenden Namen entschieden: Glen Sandhill, übersetzt „Tal des Sandbergs“ (MAZ berichtete). Jetzt erhielt der 54-Jährige einen fünfseitigen Brief der Hamburger Anwaltskanzlei Taylor und Wessing, die ihm mit Konsequenzen droht, falls er bei diesem Namen bleibt.

Die Kanzlei vertritt die „Scottish Whisky Association“ mit Sitz in Edinburgh. In dem Brief weist man darauf hin, dass mit der Verwendung des gällischen Wortes „Glen“ suggeriert wird, einen schottischen Whisky vor sich zu haben. „Das liegt mir gänzlich fern, wir müssen uns nicht verstecken“, sagt Eggenstein. Und: „Der deutsche Whisky ist dem schottischen durchaus ebenbürtig.“ Den Name des Malzgetränks hat er inzwischen patentrechtlich schützen lassen, ohne auf Probleme zu stoßen. Ein schottischer Whiskykenner habe schon sein Destillat gekostet und sofort drei Fässer à 200 Liter geordert. „Vielleicht hat er in der Heimat davon erzählt und man ist auf uns dadurch aufmerksam geworden“, mutmaßt Eggenstein.

Er will nicht klein beigeben und hat jetzt der Kanzlei vorgeschlagen, auf seinem Etikett das Ursprungsland deutlich hervorzuheben. „German Single Malt Whisky“ soll darauf stehen. Die Etiketten und die Flaschen sind noch nicht produziert. Eggenstein sucht noch nach der passenden Idee. „Es soll ein Premiumprodukt werden, sowohl der Inhalt als auch die Verpackung.“

Einen sechsstelligen Betrag hat er in den Aufbau der Brennerei investiert. In einen eigens ausgebauten Geschoss des Bad Belziger Brauhauses hat er Lagerräume ausgebaut, in denen im Augenblick 26 Fässer mit dem eingebrannten strittigen Namen lagern. Bis zu 100 sollen es werden. Für die Fässer nutzt er die deutsche und amerikanische Eiche, sowie als Zweitverwendung Sherry- und Chardonnayfässer. Um sein Destillat Whisky nennen zu dürfen, müssen sie mindestens drei Jahre dort verbringen, allerdings je älter der Whisky, um so teurerer. Sein Sohn Tim hat inzwischen ein Praktikum in Schottland absolviert und macht gerade ein weiteres in Irland. Vater und Sohn haben erkannt, dass der „Deutsche Whisky“ im Trend liegt. So brennt auch in Glindow der Obstbauer Michael Schultz einen Whisky. Dort wird es wohl zu keinem Konflikt mit den Schotten kommen. Schultz nennt sein Destillat „Glina“. Das kommt aus dem Slawischen und bedeutet Lehm. „Dass in Deutschland immer mehr Whisky produziert wird, hat man sicher auch in Schottland bemerkt und stört sich an der Konkurrenz“, vermutet Eggenstein. Er ist über den Namenskonflikt überrascht. Er weiß zwar, dass er nicht die finanzielle Potenz hat, um alle Gerichtsinstanzen zu bemühen, aber falls die Scottish Whisky Association nicht einlenkt, wolle er klagen. „Ich will den Namen mit einem regionalen Bezug behalten“, gibt der Bad Belziger sich kämpferisch. Eine Antwort auf sein Vergleichsangebot hat er noch nicht erhalten. „Insofern hoffe ich auf ein Einlenken der Schotten“, gibt er sich zuversichtlich. Im Harz wird seit 1985 der „The Glen Els“ (ebenfalls eine geografische Bezeichnung: Tal des Elsbachs) produziert. Es ist der größte deutsche Single Malt Hersteller – und ohne Namensstreit.

Der Zwist zum Namen ist nicht der erste im Fläming. Die Ausrichter des Pippi-L.-Kinderfestes in Borkwalde erhielten Post von Anwälten der Lindgren-Erben. Sie forderten Lizenzgebühren.

Sie erreichen den Autor per E-Mail unter andreas.koska@maz-online.de

Von Andreas Koska

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