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DAK zieht sich aus Bad Belzig zurück

Krankenkasse schließt Niederlassung DAK zieht sich aus Bad Belzig zurück

Jetzt auch noch die DAK: die drittgrößte deutsche Krankenversicherung schließt ihre Bad Belziger Geschäftsstelle, die Versicherten müssen für persönliche Beratung künftig nach Brandenburg oder Potsdam fahren. Zwar soll es in Ausnahmefällen Hausbesuche der Beraterinnen geben, doch die Versicherten stellt das nicht zufrieden.

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Quelle: Saskia Popp

Bad Belzig. Ab dem 1. Juli wird es keine persönliche Beratung der DAK Gesundheit in der Kur- und Kreisstadt mehr geben. Der aus einem Zusammenschluss mehrerer kleiner Krankenkasse hervorgegangene drittgrößte deutsche Krankenversicherer schließt seine Geschäftsstelle in der Straße der Einheit.

„Wir lassen den Mietvertrag für die Büroräume auslaufen“, bestätigt der stellvertretende Leiter des Potsdamer DAK-Servicezentrums Mario Pesler. Die Kasse sei verpflichtet, sorgsam mit den Beitragsgeldern umzugehen. „Vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt aus ist es nicht vertretbar, diese Beratungsstelle weiter zu betreiben“, so Pesler. Es wären immer weniger Kunden in die Beratung gekommen.

Nur ein Briefkasten bleibt

Der DAK-Vertreter sagt, es gebe ein „engmaschiges Netz an Beratungsstellen“. Potsdam, Brandenburg/H. und Lutherstadt Wittenberg sind die nächstgelegenen Beratungsstellen der Krankenkasse. Versicherten, die den Weg dorthin nicht zurücklegen können oder wollen, empfiehlt Mario Pesler die Onlineangebote oder die telefonische Beratung des Versicherers. In Einzelfällen seien auch Hausbesuche der Beraterinnen denkbar.

Zudem wolle die DAK aus der Kur- und Kreisstadt nicht vollends verschwinden, wie Mario Pesler. betont „Es wird einen Briefkasten an der gewohnten Stelle geben, den eine Mitarbeiterin täglich leert.“

Kommunikation mit einem Briefkasten, telefonische Beratung oder Chatangebote – für den DAK-Versicherten Holger Bading aus Bad Belzig ist das nicht zufriedenstellend. „Diese Entscheidung ist für mich unverständlich“, sagt der 64-Jährige, „Bad Belzig ist eine Kurstadt, die Gesundheitsversorgung wird aber immer schlechter.“ Er finde ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht sinnvoller, so Bading weiter. Einen Wechsel der Krankenkasse schließt er nicht aus.

Auch Irmgard Freitag ist erzürnt. Seit mehr als 25 Jahren ist die heute 77-Jährige bei der DAK versichert. Der persönliche Service hat sie immer zufriedengestellt. „Ich weiß nicht, wie ich nach Brandenburg kommen soll, wenn ich Beratung brauche“, sagt die passionierte Fahrradfahrerin. Telefon- und Internetberatung sind nicht ausreichend, findet Irmgard Freitag: „Manchmal muss man Sachen einfach persönlich besprechen.“

Kasse hat Mitglieder verloren

Die DAK war mit ihrer Geschäftsstelle und zwei Mitarbeiterinnen seit 1991 in Bad Belzig vertreten. Die beiden Beraterinnen sollen nun ihre Arbeitstelle nach Brandenburg verlegen. „Die zuständigen Ansprechpartnerinnen bleiben die gleichen“, betont DAK-Mann Mario Pesler. Die DAK hatte zuletzt einen Rückgang bei der Zahl der Versicherten hinnehmen müssen, erstmals sind weniger als sechs Millionen Menschen bei der Ersatzkasse krankenversichert. Nach der letzten Erhöhung der Zusatzbeiträge hat die Kasse seit Januar 2016 drei Prozent ihrer beitragszahlenden Mitglieder verloren, sie ist mit einem Zusatzbeitrag von 16,1 Prozent die teuerste deutsche Krankenkasse.

Für die Geschäftsstellen der anderen großen Kassen in der Stadt besteht indes momentan keine Gefahr. „Wir sind im letzten Jahr erst in unsere neuen Räume umgezogen und haben uns vergrößert“, sagt Barmer-Bürochefin Gundula Wüstenhagen, „wir bleiben hier vor Ort.“ Auch bei der AOK beschwichtigt man aufkommende Sorgen um einen eventuellen Umzug: „Das ist für uns kein Thema“, sagt Niederlassungsleiter Matthias Kremser, „Regionalität und Nähe machen uns aus, wir bleiben hier.“

Von Saskia Popp

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