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Potsdam-Mittelmark Aisha O. und ihre Tochter sind wohlauf
Lokales Potsdam-Mittelmark Aisha O. und ihre Tochter sind wohlauf
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14:17 12.02.2016
Aisha O. und ihrer Tochter Salma geht es gut. Die Kleine ist jetzt einen Monat alt. Quelle: Josephine Mühln
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Bad Belzig

Der Somalierin Aisha O. geht es wieder besser. Die junge Frau ist im November vergangenen Jahres auf einem Supermarktparkplatz in Bad Belzig angegriffen und getreten worden. Die mutmaßlichen Täter: drei Jugendliche, Schüler der Bad Belziger Krause-Tschetschog-Oberschule. Zum Tatzeitpunkt war die 23-Jährige hochschwanger. Inzwischen ist Aisha O’s. Tochter geboren – die MAZ hat die beiden besucht.

Der Nacken tue ihr ab und zu noch etwas weh, übersetzt eine Dolmetscherin die Worte von Aisha O. Die Somalierin tippt mit dem Finger auf die betroffene Stelle. Sonst aber sei sie wieder wohlauf. Und was noch wichtiger ist: Auch ihrer Tochter Salma, die am 5. Januar zur Welt gekommen ist, geht es gut.

Nacken schmerzt ab und an noch

Zwar hätten sie einige Schüler der Oberschule nach dem Angriff besucht, übersetzt die Dolmetscherin, die Täter selbst seien aber nicht dabei gewesen. Sie waren bis heute nicht da – obwohl das Übergangswohnheim, in dem Aisha O. mit ihrer Tochter lebt, nur wenige Meter von der Schule entfernt liegt. „Wenn sie vorher über ihre Tat nachgedacht hätten, dann müssten sie sich jetzt auch nicht entschuldigen“, werden Aisha O’s. Worte übersetzt. Sie klingt enttäuscht. Den Tätern zu verzeihen, komme für sie nicht infrage, gibt die junge Frau zu verstehen. Schließlich habe die Gefahr bestanden, dass sie ihr Kind verliere.

Täter räumten Angriff nur teilweise ein

Aisha O. ist am 11. November 2015 in Bad Belzig angegriffen worden. Laut ihrer Aussage war sie Somalierin auf dem Parkplatz in der Weitzgrunder Straße attackiert worden. Die Täter hätten ihr einen Kartoffelsack vom Kopf und sie zu Boden gestoßen, später auf das Opfer eingetreten.

Drei Jugendliche haben die Tat bislang nur teilweise eingeräumt. Die 14- und 15-Jährigen gaben zu, der Afrikanerin den Kartoffelsack vom Kopf gestoßen zu haben. Ausländerfeindliche Motive bestritten sie ebenso wie irgendeine Art von Körperverletzung.

Die Ermittlungen zum Fall laufen noch, sagt Christoph Lange, Sprecher der Potsdamer Staatsanwaltschaft.

Für die Zukunft wünscht sich Aisha O., dass sie mit ihrem Mann zusammenziehen kann – dann wäre die kleine Familie endlich wieder vereint. Mohamed habe eine Einzimmerwohnung in der Stadt Achim bei Bremen, übersetzt die Dolmetscherin. Und sie erklärt: „Erst müssen sich die beiden für eine Stadt entscheiden, dann kann bei der Ausländerbehörde ein Antrag für eine Wohnung gestellt werden.“

Deshalb sei es eben auch in Bad Belzig noch nicht mit der Wohnungssuche vorangegangen. Aisha O. könnte sich nach eigener Aussage in beiden Städten ihr zukünftiges Leben vorstellen.

Derzeit eine Einzimmerwohnung in Achim

Aber die Somaliern gibt der Dolmetscherin auch zu verstehen, dass sie im Moment nicht mehr daran glaube, eine Wohnung zu bekommen. Sie habe mittlerweile schon so lange gewartet – seit einem Jahr und acht Monaten ist Aisha O. nun in Deutschland. Alles dauere so lange, sagt sie. Beispielsweise auch, einen Aufenthaltstitel zu bekommen. Seit mehr Syrer nach Deutschland kämen, dauere es noch länger. Aisha O. versteht das nicht. Sie gestikuliert stark mit den Händen wenn sie in ihrer Muttersprache erzählt, dass auch in Somalia Krieg zwischen den Religionen herrsche. Und dass es auch in ihrem Heimatland viel Terrorismus gebe.

„In ganz Europa bekommen Somalier schnell Aufenthaltstitel, nur in Deutschland nicht“, übersetzt die Dolmetscherin.

Von Josephine Mühln

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