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Potsdam 10 000 Negative aus den 1990er Jahren
Lokales Potsdam 10 000 Negative aus den 1990er Jahren
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16:29 21.04.2016
Dampfmahlmühle-Beamtenhäuser. Quelle: Potsdam Museum/Foto: Manfred Hamm
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Potsdam

Das frühlingshafte Sonnenlicht schien sich am Donnerstag im Veranstaltungssaal des Alten Rathauses auf den Gesichtern aller Anwesenden zu spiegeln, als die Chefin des Potsdam-Museums Jutta Götzmann im Beisein von Ministerin Martina Münch (SPD), Britta Kaiser-Schuster von der Kulturstiftung der Länder und dem Vertreter des Infrastrukturministriums Jobst-Hinrich Ubbelohde auf dem Podium Platz nahmen. Götzmann begrüßte zum Pressetermin aber nicht nur die am Ankauf der 10 000 schwarz-weiß Negative sowie Farbdias und rund 400 Originalabzügen Beteiligten, sondern vor allem den Fotografen Manfred Hamm, der der Vater dieses opulenten Konvoluts ist.

Der Ankauf des Fotoarchivs gilt als bedeutsam

Götzmann erinnerte bei dieser Gelegenheit an den Ankauf des Druckstocks des Expressionisten Otto Müller, den dieser für die legendäre Potsdamer Kunstsommer-Ausstellung von 1921 geschnitten hatte. Der Ankauf der Hamm-Fotografien sei ähnlich bedeutsam, weil er eine wichtige Lücke in der fotografischen Stadtbilddokumentation der 1990er Jahre schließen würde.

Der West-Berliner Hamm entdeckte Potsdam nach der Wende

In die gleiche Kerbe schlug auch Münch, die noch einmal daran erinnerte, dass die Potsdamer Fotografen in den 1990er Jahren die Welt bereisten, während der in West-Berlin lebende Hamm den Osten entdeckte. Danach stimmte auch Schuster in den allgemeinen Freudenchor ein und lobte Hamm als einen „visuellen Archäologen“. Seine Fotos würden den wie Skulpturen wirkenden Gebäuden eine „wundervolle Aura verschaffen“, die ihnen Zeitlosigkeit garantiere. Als letzter der am Ankauf beteiligten Mischfinanzierer wies Ubbelohde auf die Bedeutung einer solchen Dokumentation für die Stadtentwicklung hin und sprach die Hoffnung aus, dass eine „gute Zugänglichkeit“ des Bildmaterials garantiert wird.

Dabei waren einige Bilder dieser Sammlung als Originalfotos ausgestellt und ein Projektor warf wechselnde Motive auf die große Leinwand. Zu sehen waren etliche stadtbekannte Motive vom alten Kaiserbahnhof bis zu den abgerissenen Industrieanlagen und Häfen der Stadt. Die menschenleeren Szenerien und Gebäude wirken stets hochästhetisch inszeniert und sind selbst als Ruine ergreifend eindrucksvoll.

„Ich bin kein visueller Onanist“

Als Hamm dann zum Schluss, unter den Zuhörern sitzend, selbst das Wort nahm, übte er sich in Bescheidenheit. Er betonte, dass es ihm stets um die Würde der porträtierten Gebäude ginge. „Ich bin kein visueller Onanist“, erläuterte er schmunzelnd und ergänzte: „Aus mir kommt mehr der Archäologe als der Fotograf.“

Von Lothar Krone

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