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„Verdrängung stoppen“

Mieten-Demo durch die Potsdamer Innenstadt „Verdrängung stoppen“

Rund 1000 Potsdamer haben sich am Sonnabend dem Aufruf des Bündnisses „Stadt für alle – Mieten runter! Verdrängung stoppen!“ angeschlossen und sind durch die Innenstadt gezogen. Die Demo wurde von Sturm und Regen begleitet.

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Demo-Zug über die Breite Straße.

Quelle: Christel Köster

Potsdam . Unter dem Motto „Stadt für alle – Mieten runter! Verdrängung stoppen!“ sind am Sonnabend nach Veranstalterangaben mehr als 1000 Potsdamer in einem bunten Demonstrationszug durch die Innenstadt gelaufen. Ein Aktionsbündnis aus mehr als 50 Vereinen, Parteien und Initiativen hatten zum Protest aufgerufen. Um 14 Uhr sollte es vom Potsdamer Hauptbahnhof losgehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Himmel bereits dunkelgrau eingefärbt. Der Zug setzte sich jedoch erst gegen 14.30 Uhr über die Lange Brücke in Richtung Breite Straße in Bewegung – begleitet nicht nur von etlichen Polizeibeamten, sondern von Sturm, peitschendem Regen und Gewitter. Ziel war der Luisenplatz, auf dem abschließend die Band „44 Leningrad“ spielte.

Zuvor hatte Demo-Mitorganisatorin Juliane Lehmann bei der Auftaktkundgebung daran erinnert, dass Wohnen ein „existenzielles Grundbedürfnis“ sei, Wohnungen weder Ware sein noch der „Profitmacherei“ dienen dürften. Seit Jahren gebe es immer mehr Luxusdomizile und immer weniger bezahlbaren Wohnraum, stehen Wohnblocks wie der Staudenhof am Alten Markt mit niedrigen Mieten zur Disposition. Viele Potsdamer haben das Gefühl, bald nur noch für die Miete arbeiten gehen zu müssen. „Wir lassen uns nicht vertreiben und überlassen den Reichen nicht die Stadt“, rief sie. Potsdam brauche eine „radikale Änderung der Wohnungspolitik“. Als vorbildlich gilt die Bewohner-Initiative „Heidesiedlung“, die sich gegen den Verkauf des der Pro Potsdam gehörenden Wohnblocks erfolgreich wehrte. Nach der Sanierung sollen die Mieten sozialverträglich bleiben.

Das „Stadt für alle“-Bündnis solidarisierte sich mit den Flüchtlingen, übte Kritik an der Stadt im Umgang mit den Asylbewerbern. Die Unterbringung von Menschen in Containern sei ein „trauriger Tiefpunkt der seit Jahren asozialen Wohnpolitik im Interesse des Profits“. Angesichts der Krisenherde in aller Welt kommen die Flüchtlinge „ja nicht unerwartet“, sagte Juliane Lehmann.

Unter den Demonstranten befand sich auch Otto Wendt (75). „Warum ich hier mitlaufe? Ich kann mir nur eine Ein-Raum-Wohnung in Zentrum-Ost leisten, muss morgens immer mein Bettzeug wegräumen, damit aus dem Schlaf- wieder ein Wohnzimmer wird.“ Wohnungspolitik werde in der Stadt nicht im Interesse des „kleines Mannes“ gemacht. „Schlimm, dass Leute, die sich die City nicht leisten können, an den Rand gedrängt werden“, sagte eine 32-Jährige. Sie lebe in einer Wohngemeinschaft in der Berliner Straße – nur bezahlbar, weil unsaniert. „Klar wäre ein modernes Bad schön, diese Wohnung könnten wir uns dann nicht mehr leisten.“

Von Ricarda Nowak

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