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2017 feiert das Thalia-Kino Jubiläum

Stadtteilserie Babelsberg 2017 feiert das Thalia-Kino Jubiläum

Wenn man in Babelsberg feine Filme genießen will, ist das Thalia-Kino in der Rudolf-Breitscheid-Straße die erste Adresse. 2017 feiert das Lichtspieltheater seinen 100. Geburtstag. Kinochef Thomas Bastian ist mittlerweile auch schon 20 Jahre dabei.

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„Thalia“-Chef Thomas Bastian hinter seinem neuen Kino-Tresen. Hier kann man sich mit Tickets und Leckereien eindecken.

Quelle: Friedrich Bungert

Babelsberg. Ein Anblick, der zur Rudolf-Breitscheid-Straße gehört wie das „Thalia“ selbst: Thomas Bastian sitzt zwischen den weit geöffneten Fenstertüren des „Konsum“ – die kinoeigene Raucherbar muss schließlich gelüftet werden – und genießt die Vormittagssonne. Dazu Käffchen und Kippchen. Selten bleibt der Thalia-Kinochef ungestört. Irgendwer radelt oder läuft immer vorbei, auf ein „Tach jesacht“ oder auf einen Plausch.

Wenn das Thalia-Kino 2017 seinen 100. Geburtstag feiert, hat auch Bastian Jubiläum: Zwanzig Jahre leitet er dann die Geschicke des Lichtspieltheaters, das regelmäßig Landes- und Bundespreise für „feinste Kino-Feinkost“ einheimst. Nur ein Wochenende brauchte Bastian damals, um sich für Babelsberg, fürs „Thalia“ zu entscheiden. Der Kinobetreiber hatte nach etlichen Jahren als Chef des Stuttgarter „Corso“ Lust auf Luftveränderung. „Das habe ich in der Branche rumgetratscht. Irgendwann hörte Stefan Arndt davon und fragte mich, ob auch die neuen Länder für mich infrage kämen“, erzählt Bastian. Er reiste von Baden-Württemberg nach Brandenburg. Und wurde sich handelseinig mit Arndt – dem erfolgreichen Babelsberger Filmproduzenten („Das weiße Band“) und Gesellschafter des Thalia-Kinos. Die ersten Wochen in der neuen Heimat verbrachte Bastian in einer Ferienwohnung am Schlaatzer Magnus-Zeller-Platz. „Ich wollte mich gleich richtig assimilieren“, erinnert sich der Fan des „Titanic“-Satiremagazins augenzwinkernd. Längst wohnt er im Kiez: „Babelsberg muss man gar nicht verlassen. Hier gibt’s alles, was man braucht.“

Bastian sollte das „Thalia“ als Programmkino etablieren, das zuvor ein „Miniplex“ war, in dem Hollywood-Ware hoch und runter gespielt wurde. 2001 der Wechsel ins Arthouse-Fach, mit deutscher, europäischer und US-Independent-Filmkunst. Mission geglückt: 2015 strömten rund 144 000 Besucher ins Kiezkino. Als Bastian das „Thalia“ übernahm, arbeiteten dort unglaubliche 65 Leute – Aushilfen allesamt. Inzwischen sind es 20 Angestellte in Kino und Raucherbar. „Die Zusammenarbeit ist viel verbindlicher geworden, und die Kollegen begleiten die positive Entwicklung des Kinos“, sagt der Chef, der mehr als 200 Filme pro Jahr guckt.

Bastians andere Liebe gilt dem Fußball – genauer: Nulldrei. Von 2011 bis Ende 2012 nahm er als Präsident des SV Babelsberg 03 die Geschicke des damals angeschlagenen Vereins in die Hand. Diese nervenaufreibende Zeit mag der 55-Jährige „nicht mehr kommentieren – ich habe mich davon erholt“. Das Karl-Liebknecht-Stadion sei jedoch nach wie vor sein „zweitliebster“ Ort in Babelsberg – nach dem Kino.

Preisgekröntes Jahresprogramm

Im nächsten Jahr feiert das Kiezkino in der Rudolf-Breitscheid-Straße 50 sein 100-jähriges Bestehen. 1917 tauchte das „Thalia“ erstmals in einem Telefonbuch auf – das förderte die Soziologin und Ethnologin Jeanette Toussaint bei ihren Recherchen über das Traditionskino zutage.

Fünf gesellschaftliche Systeme hat das Kino überstanden und dabei den Namen der Beschützerin aller Theaterspielstätten hat es über die Zeit hinweg behalten. Nur insgesamt drei Jahre war das „Thalia“ geschlossen, jeweils wegen Umbaumaßnahmen: 1960/61, 1980, 1997.

Seit dem letzten Umbau verfügt das Kino über vier Säle (drei davon behindertengerecht) mit insgesamt 709 Plätzen. Aus dem „Miniplex“ mit Mainstream-Filmen werden 2001 die „Thalia Programm Kinos“. Seit 2003 wird das Filmkunsthaus regelmäßig mit Bundes- und Landespreisen für sein herausragendes Jahresprogramm ausgezeichnet.

Thomas Bastians Wunsch zum 100. Geburtstag des Kinos: Die Straßenbahn-Haltestelle „S Babelsberg/Wattstraße“ soll in „Thalia-Kino“ umbenannt werden. rn

 

Von Ricarda Nowak

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