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Potsdam 25 Jahre Engagement im Weltladen
Lokales Potsdam 25 Jahre Engagement im Weltladen
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00:16 02.05.2017
Simone Koll, Annette Flade und Gerlinde Hadelich (v.l.) sind drei der zwölf Ehrenamtler, die sich im Solidario engagieren. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Es gab Kuchen zur Feier des Tages. Aus Rohrzucker, Kokosmilch, Mangostücken und Schokolade hat Simone Koll ihn gebacken. „Fast alle Zutaten stammen aus unserem Weltladen“, sagt sie. Die 28-Jährige ist die jüngste der zwölf Ehrenamtler, die sich für fairen Handel einsetzen. 25 Jahre nachdem die Gruppe ihre ersten fair gehandelten Produkte verkauft hat, ist die Nachwuchsakquise eines der großen Probleme im Weltladen Solidario.

„Es wäre toll, wenn sich unser Team verjüngen und erweitern könnte“, sagt Annette Flade, ebenfalls Engagierte im Weltladen. Zehn Stunden hat das Geschäft jede Woche von Mittwoch bis Samstag geöffnet. „Für Berufstätige ist es eine Herausforderung, diese Ladenzeiten abzudecken“, sagt sie. Nicht jeder könne gleichviele Schichten übernehmen. Mindestens 15 Stunden im Monat widme allerdings jeder von ihnen dem Einsatz für einen fairen Handel.

Heute kaufen mehr Menschen im Solidario als früher

Flade und ihre Kollegin Gerlinde Hadelich sind seit der ersten Stunde beim Weltladen dabei. „Wir haben mit einem Korb voller Lebensmittel angefangen“, sagt Hadelich, „nach Gottesdiensten und auf Festen in der Stadt haben wir sie verkauft.“ Erst 1996 zogen sie in den Laden in der Karl-Liebknecht-Straße. Ein guter Standort, um Babelsberger und andere Potsdamer anzusprechen, finden die drei Mitarbeiterinnen. „Wir haben einen kleinen aber treuen Kundenstamm“, sagt Hadelich.

Auch Touristen kämen häufig am Laden vorbei. „Mit ihnen kommt man besonders gut ins Gespräch“, sagt sie. Denn zu den Aufgaben des Weltladens gehört nicht nur der Verkauf. Auch das Informieren über den fairen Handel, gerechte Löhne und nachhaltigen Anbau ist Teil davon. Viele Kunden würden von selbst nach einer Beratung fragen und ließen sich die Hintergründe zu den Recycling-Gläsern aus Mexiko, nepalesischen Filzkissen oder Schalen auf Bambusbasis, die als Alternative zu Plastikbehältern gelten, gern erklären. „Heute sind es sogar mehr als früher“, sagt Hadelich.

Auch Schülergruppen sind regelmäßig im Solidario. Bei Projektwochen informieren die elf Frauen und ihr einziger männlicher Kollege, wie fairer Handel funktioniert und woran man die Produkte im Laden erkennt. Das Konzept geht auf. „Die Kinder kommen danach mit ihren Eltern wieder und wollen beispielsweise Geschenke kaufen“, sagt Gerlinde Hadelich.

Nicht immer günstig, aber mit guter Qualität

Die Ehrenamtlichen haben aber auch mit Vorurteilen zu kämpfen. Dass die Produkte zu teuer seien, kriegen sie immer wieder zu hören. „Natürlich ist unser Kaffee nicht so günstig wie der im Supermarkt“, sagt Annette Flade, „dafür steckt aber eine ganz andere Qualität darin.“

Auch die 28-jährige Simone Koll bestätigt das – nicht nur mit ihrem Kuchen. Auch die Mango-Lassis aus fair gehandeltem Sirup gefielen allen Jubiläumsgästen am Freitag. Sogar das von Plastik kaum zu unterscheidende Geschirr aus Bambus und anderen nachwachsenden Rohstoffen hat die junge Mutter getestet. „Mit einem kleinen Kind fällt in der Küche schnell mal etwas runter“, sagt sie, „kaputt gegangen ist bis jetzt aber noch nichts.“

Von Victoria Barnack

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