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330 neue Krippenplätze bis Sommer 2014

In Potsdam leben rund 5000 Kinder zwischen null und drei Jahren 330 neue Krippenplätze bis Sommer 2014

Die Stadt will wegen des Kitaplatz-Anspruchs ab dem 1. August die Betreuungsquote erhöhen. Der kommunale Immobilienservice will in diesem fast drei Millionen Euro investieren, um die Kitas zu sanieren. 

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Mittagsruhe in der Kita Zauberwald: Hier sind alle Plätze ab dem 1. August belegt

Quelle: Christel Köster

POTSDAM. Die Zeit läuft: Noch fünf Tage, bis Eltern von Kindern unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihren Nachwuchs haben. Etwa 5040 Kinder zwischen null und drei Jahren leben in Potsdam. 3003 Krippenplätze standen im vergangenen Kitajahr zur Verfügung. Damit ist die Betreuungsquote von 65 Prozent, die sich die Stadt zum Ziel gesetzt hat, noch nicht erreicht. "In den kommenden zwölf Monaten sollen im Krippenbereich deshalb 330 Plätze neu hinzukommen", sagt Bärbel Stooß, die im Jugendamt für die regionale Kinder- und Jugendhilfe zuständig ist.

Am Donnerstag besuchte sie gemeinsam mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und der Arbeitsgruppenleiterin Kitas des Kommunalen Immobilienservices (Kis), Petra Hesse, drei Potsdamer Kitas, die derzeit saniert werden. Der Kis investiert im Jahr 2013 2,8 Millionen Euro in das Sanieren von zehn Kitas.

"Die Investitionen haben auch mit dem Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz zu tun, den wir als Stadt einlösen müssen. Sie sind aber ohnehin nötig, da Potsdam eine stetig wachsende Stadt ist, die vor allem Familien mit Kindern anzieht", sagt Jann Jakobs. Die erste Station der Kita-Tour ‒ die Kita Sonnenschein in Zentrum-Ost ‒ stellt 200 Plätze, davon 70 für Kinder im Krippenalter, bereit. 70 Plätze, die jetzt für den Rechtsanspruch womöglich fehlen würden, denn vor 20 Jahren hätte die Stadt das Gebäude beinahe verkauft. "Die Kinderzahlen sind damals drastisch zurückgegangen", so Jakobs. "Es stellte sich die Frage, ob wir so viele Kitas noch brauchen." Heute sei die Stadt froh, den Bau behalten zu haben. "Die Sanierung aber war dringend nötig", gibt Jakobs zu.

Anmeldungen erst ab der Geburt

Rosemarie Trantow (59) leitet die Kita Zauberwald, die 250 Kinder, 70 davon unter drei Jahren, besuchen. Mit ihr sprach Meike Jänike über die Anmeldung und freie Kita-Plätze
Gibt es bei Ihnen noch freie Plätze ab dem 1. August?
Nein, alle 250 Plätze sind im kommenden Kitajahr komplett belegt.
Übersteigt die Nachfrage nach Plätzen das Angebot?
Für den Zeitraum ab dem 1. August haben wir keine offenen Anträge. Die nächsten Eltern, die ihr Kind bei uns unterbringen möchten, haben sich für November angemeldet.
Wie früh müssen Eltern bei Ihnen den Antrag stellen, um einen Platz zu bekommen? Schon in der Schwangerschaft?
Wir nehmen Anmeldungen erst ab der Geburt entgegen. Bevor das Kind einen Namen hat, können sich die Eltern die Kita angucken, anmelden können sie ihren Nachwuchs noch nicht.
Nach welchen Kriterien wird entschieden, welche Kinder zuerst einen Platz bekommen?
Wer Geschwister bei uns in der Kita hat, wird bevorzugt. An zweiter Stelle standen bislang Kinder, deren Eltern arbeiten.
Ab dem 1. August haben auch Eltern, die keinen Job haben, Anspruch auf einen Kitaplatz. Haben Sie schon Anmeldungen?
Ja, ab dem 1. August betreuen wir eine ganze Reihe von Kindern, deren Muttis nicht arbeiten. Ich finde das gut, denn wir hatten auch schon Dreijährige, die noch immer eine Windel trugen oder die Tasse beim Mittagessen nicht halten konnten.

2,5 Millionen Euro fließen in die Baumaßnahmen, die 2010 begannen und 2015 abgeschlossen sein sollen. Beim Gang durchs Treppenhaus zeigt sich der Unterschied zwischen alt und neu: rechts die gelb strahlenden Wände, links der weiße, bröckelnde Putz. Einen Bewegungsraum hat die Kita bereits bekommen, die Fassade wurde saniert, neue Fenster und Außentüren eingebaut. Auch in den Bädern zeigt sich der Kontrast: freiliegende Rohre in den unsanierten, bunte Wasserhähne mit Gesichtern in den sanierten.

Zweite Station der Tour: die Kita Kinderland im Schlaatz. Eine Brennpunktkita, wie Sabine Frenkler, Geschäftsführerin der AWO Kinder- und Jugendhilfe Potsdam gGmbH, sagt. Hier werden 190 Kinder betreut, 70 davon mit Migrationshintergrund (das Asylbewerberheim liegt in direkter Nähe), etwa 140 aus einkommensschwachen Familien. "Bei dieser Konstellation brauchen wir eigentlich mehr Erzieher", sagt Frenkler. Derzeit arbeiten in der Kita 21 Betreuer. Seit 2009 wird der Bau saniert, zunächst das Dach, dann wurde ein Rettungsbalkon angebaut. Bis 2016 soll die Innensanierung folgen. Die Kosten belaufen sich auf 2,68 Millionen Euro.

Zum Abschluss ihrer Tour besucht die Stadtdelegation die Kita Zauberwald in der Waldstadt. Hier sehnen die Erzieher nach vielen lauten Bauwochen das Ende der 3,1 Millionen Euro teuren Sanierung im nächsten Jahr herbei. "Zeitweise war der Lärmpegel die Hölle", sagt Kitaleiterin Rosemarie Trantow, die sich trotzdem vor allem auf die neue Kochküche in dem 70er-Jahre-Bau freut.

Von Meike Jänike

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