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35 Jahre HEK und ONC

Jugenklubs in Waldstadt feiern Jubiläum 35 Jahre HEK und ONC

Als Jürgen Knape zum ersten Mal den Hanns-Eisler-Klub in der Waldstadt besuchte, war er 17 Jahre alt. Die Jugend hat sich in den letzten 30 Jahren verändert, der Treffpunkt ist dennoch geblieben. Mittlerweile ist der junge Besucher zum 47-jährigen Chef geworden. Am Samstag wird das 35-jährige Bestehen des Treffs mit einem Straßenmusikfest gefeiert.

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Jens Krahmer (l.) und Jürgen Knape freuen sich auf die Geburtstagsparty im HEK.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Waldstadt. Dass Jugendliche heute anders sind, als sie es früher waren, ist unumstritten. Auch Jürgen Knape hat das gemerkt. Der inzwischen 48-Jährige ist seit fast 30 Jahren fester Bestandteil des Teams des Hanns-Eisler-Klubs in der Waldstadt II, den alle nur kurz HEK nennen. Nicht einmal volljährig war er, als seine Geschichte mit dem HEK begann.

Nun leitet er den Klub seit 20 Jahren als Geschäftsführer des Trägervereins Breitband e. V. ebenso wie die Schwestereinrichtung für Kinder bis 14 Jahre den Otto-Nagel-Club, kurz ONC. „Inzwischen betreuen wir die zweite Generation“, sagt Knape über die beiden Jugendtreffs, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen feiern. Schon die Eltern der Jugendlichen verbrachten ihre Teenagerjahre im HEK. Alt fühlt sich Knape deshalb noch lange nicht, ganz im Gegenteil. „Durch die Nähe zur Jugend vergesse ich wenigstens nicht, dass ich selbst mal jung war“, sagt er.

Früher wurde alles selbst organisiert

Dabei ist heute vieles anders. Jeweils zwei Mitarbeiter arbeiten hauptamtlich in den beiden Treffpunkten in der Waldstadt. „Es gibt nur noch einen kleinen Stamm an Ehrenamtlern“, sagt Knape, „etwa zehn Leute.“ Einst waren es dreimal so viele gewesen. Sie trugen ihre Ideen, egal ob für Discoabende oder Hobbygruppen, an einen hauptamtlichen Kollegen heran und setzten sie danach selbst in die Tat um.

Manchmal hätten die Jugendlichen eine Sieben-Tage-Woche selbst organisiert, sagt Jürgen Knape. Denn wenn sie es nicht selbst gemacht, hätte es wohl niemand getan. Im Jahr 2017 ist das nicht mehr so. Knape merkt das ganz besonders an den Discos, die es im HEK kaum noch gibt. „Die Musik ist ja heute überall am Markt“, sagt er. Eine Veranstaltung zu organisieren, würde den Jugendlichen schlichtweg keinen Mehrwert mehr bringen.

Bis zu 99 Jugendliche zu Gast im HEK

Der 48-Jährige will sich aber nicht beschweren, auch wenn viele der Heranwachsenden vor allem jetzt bei den warmen Temperaturen ihre Zeit lieber draußen auf der Freundschaftsinsel verbringen. „Für uns ist es wichtig, dass die Leute, die hier sind, hier sind“, sagt er, „wir waren früher im Sommer doch auch lieber am See.“ 99 Jugendliche zählten Knape und seine Kolleginnen und Kollegen einmal im HEK – bis heute Besucherrekord.

Über die Zahlen müssen sie wegen der Förderung vom Jugendamt genau Buch führen. Deswegen wissen sie auch, dass das ONC besser frequentiert wird. „Da ist die Hütte voll“, sagt er. Durchschnittlich 50 Sechs- bis 14-Jährige verbringen ihre Nachmittage dort. Im HEK sind es bis zu 30 Jugendliche.

Im HEK vertreiben sich die Jugendlichen ihre Freizeit Musik hören, Kicker oder Billard spielen

Im HEK vertreiben sich die Jugendlichen ihre Freizeit Musik hören, Kicker oder Billard spielen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

In beiden Einrichtungen möchten die vier haupt- und zehn ehrenamtlichen Mitarbeiter vor allem einen Wert vermitteln: Eigeninitiative. „Wir wollen zeigen, dass man in Teilen wie der Waldstadt selbst etwas machen muss“, sagt Jens Krahmer (33), einer der ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder im Trägerverein Breitband. Es sei eben nicht wie auf der Brandenburger Straße.

Ehrenamtliche Helfer zu finden, wird schwieriger

Gleichzeitig haben Jugendliche aber auch Erwachsene kaum noch Interesse am Ehrenamt, weil ihnen der Vorteil fehlt – wie bei der Disco: die Musik könnten die Jugendlichen jederzeit überall hören. „Außerdem erwarten die Leute viel mehr, wenn man etwas macht“, sagt Krahmer und ergänzt ein ganz aktuelles Beispiel: „Bei der Bühne, die wir für unsere Feier am Samstag aufbauen, müssen wir nicht weniger Sicherheitsrichtlinien einhalten, nur weil wir das ehrenamtlich machen.“

Trotzdem wird die 35-Jahr-Feier des HEK die größte Party, die der Jugendtreff bisher gesehen und auf die Beine gestellt hat. Erstmals wird die Straße gesperrt, damit ab früh aufgebaut und bis in die Nacht hinein gefeiert werden kann. Sechs Bands spielen am Samstag ab 14 Uhr auf der selbstgebauten Bühne. Sie tragen keine großen Namen, waren aber alle bereits bei mindestens einer Veranstaltung im HEK zu Gast. Denn die Geburtstagsfeier steht im Zeichen der Rockkonzertreihe Art-i-Shock, die im Jugendklub seit 30 Jahren stattfindet. Vor dem offiziellen Beginn der Feier führen bereits um 13 Uhr ukrainische Gastkinder ein Programm auf. Der Eintritt ist den ganzen Samstag frei.

Mehr zu ONC und HEK

Der Otto-Nagel-Club (ONC), im Kiefernring 31, für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren ist montags bis freitags von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Jeden Mittwoch findet dort das Kochprojekt Küchenknirpse statt.Im Sommer findet eine Ferienfahrt statt, die in diesem Jahr nach Tschechien führt.

Der Hanns-Eisler-Klub (HEK), Saarmunder Straße 66, für Jugendliche ab zwölf Jahren ist montags bis donnerstags von 14 bis 20 Uhr und freitags von 15 bis 22 Uhr geöffnet. Dort kann nach Absprache Gitarrenunterricht genommen werden. In den Sommerferien findet ein kostenloser Gruppenkurs für Anfänger statt. Außerdem wird in jedem Winter eine Skifahrt unternommen.

Beide Clubs können an Wochenenden für private, nichtkommerzielle Veranstaltungen angemietet werden.

Weitere Informationen zu den Clubs gibt es auf der Internetseite des Breitband e.V.

Von Victoria Barnack

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