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35.000 Euro für Stoffwechselkranke erlaufen

Mukoviszidose-Lauf in Potsdam 35.000 Euro für Stoffwechselkranke erlaufen

In Deutschland ist Mukoviszidose relativ unbekannt. 500 Patienten der angeborenen Stoffwechselkrankheit leben zurzeit in Berlin und Brandenburg. Der Landesverband jener, die Betroffene unterstützen, lud am Sonntag zum Spendenlauf in den Potsdamer Lustgarten. 675 Läufer brachten großzügige Sponsoren mit.

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Für den guten Zweck waren alle Läufer gern gesehen – egal ob Leistungssportler, Hobbyjogger, mit Kinderwagen oder tierischer Unterstützung.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Es ist unwahrscheinlich, dass alle 675 Läufer beim Wohltätigkeitslauf am Sonntag im Lustgarten wussten, was ihre Spenden genau bezwecken werden. Denn obwohl der Mukoviszidose-Freundschaftslauf in diesem Jahr bereits zum 15. Mal in Potsdam stattfand, ist die Genkrankheit aufgrund ihrer Seltenheit vielen Menschen noch immer unbekannt. 350 Mitglieder hat der Landesverband Berlin-Brandenburg, der sich für eine vielseitige Fürsorge der 500 Betroffenen in der Region einsetzt.

„Viele unserer aktiven Engagierten haben selbst gar keine Erfahrungen mit der Krankheit“, erklärt Dirk Seifert, Verbandsvorsitzender. Zu ihnen gehört auch die 69-jährige Heidemarie Kuhnert. Die Potsdamerin wurde wegen ihres Einsatzes beim Mukoviszidose-Lauf aber auch für ihr soziales Engagement darüber hinaus am Sonntag von der Brandenburgischen Staatskanzlei als Ehrenamtlerin des Monats geehrt. Staatssekretär Martin Gorholt (SPD) nennt sie ein „Vorbild für viele andere ehrenamtliche Helfer“. Kuhnert ist in der Nachbarschaftshilfe und bei der Suppenküche aktiv. „Und in der Kirche“, fügt sie an. Kuhnert hilft im Vorfeld des Spendenlaufs bei der Suche nach Sponsoren und nimmt seit zehn Jahren auch selbst als Läuferin teil.

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Potsdam, 7. Mai 2017 – Geld für jede Runde gab es am Sonntag beim 15. Mukoviszidose-Lauf in Potsdam. Für den guten Zweck waren alle Läufer gern gesehen – egal ob Leistungssportler, Hobbyjogger, mit Kinderwagen oder tierischer Unterstützung.

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Zehn Runden sind das Minimum, das alle Teilnehmer beim Mukoviszidose-Lauf in der Regel schaffen. „Der Durchschnitt liegt schätzungsweise sogar bei zehn Kilometern“, sagt Landesverbandsvorsitzender Seifert, der am Sonntag ebenfalls einige Runden an der Seite von Kuhnert drehte. Welche Summe eine kleine (400 Meter) oder große (800 Meter) Runde durch den Lustgarten einbringt, wird im Vorfeld mit den Sponsoren abgesprochen. 10.000 Kilometer legten die Läufer am Sonntag insgesamt zurück.

Gelungene Überraschung

Gelungene Überraschung: mit der Auszeichnung als Ehrenamtlerin des Monats hätte Heidemarie Kuhnert nicht gerechnet.

Quelle: Friedrich Bungert

Vor allem die Kinder wachsen regelmäßig über sich hinaus. Immerhin sind Pausen in der vierstündigen Laufzeit erlaubt. „Viele Eltern sind überrascht, welche Summe zusammenkommt, obwohl sie ihr Kind nur mit einem oder zwei Euro pro Runde sponsern“, sagt Seifert. Die Spendenbereitschaft habe sich auf einem erfreulich hohen Niveau eingependelt. „Als wir 2003 mit 40 Läufern anfingen, war nicht absehbar, wie erfolgreich die Veranstaltung werden würde“, sagt Seifert.

Spendenlauf ist Erfolgserlebnis für Betroffene

Den Erfolg des Spendenlaufs macht auch die Teilnahme von zahlreichen Betroffenen aus. Mütter und Väter laufen mit oder für ihre erkrankten Kinder. Seifert berichtet außerdem von einem Teilnehmer, der trotz bevorstehender Lungentransplantation nicht auf den Lauf verzichten wollte. „Der Lauf ist auch für Betroffene wichtig, um gemeinsam mit der Familie Erfolge zu feiern“, sagt er, „denn der Alltag mit der Krankheit ist oft von Misserfolgen und Verlusten geprägt.“

Mukoviszidose-Patienten werden heute durchschnittlich 40 Jahre alt. Bei der angeborenen Stoffwechselkrankrankheit ist der Schleim in Lunge, Bauchspeicheldrüse und anderen Organen zähflüssiger als bei gesunden Menschen und verstopft nach und nach die Bronchien und Teile anderer Organe. Eingesetzt werden die erlaufenen Spenden – in diesem Jahr über 35 000 Euro – für verschiedene Projekte des Verbandes, beispielsweise für eine mobile Krankengymnastik und Klimatherapiefahrten an die Ostsee.

Von Victoria Barnack

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