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Potsdam 48 neue Apartments in Penthousehöhe
Lokales Potsdam 48 neue Apartments in Penthousehöhe
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18:19 26.09.2016
Seit Montag bezugsfertig: der Schwalbenturm. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Kirchsteigfeld

Es gibt neue Wohnungen in Potsdam, und sie sind sogar kostenfrei: 48 Einheiten, allesamt in Penthouse-Höhe, geschützt vor fremden Blicken, Einbrechern und Regen, voll möbliert und sofort bezugsfertig. Ob es einen Ansturm darauf geben wird – oder besser: Anflug – zeigt sich indes erst Mitte April des kommenden Jahres. So lange kann sich das Schwalbenhaus in der Nelly-Sachs-Straße im Kirchsteigfeld schon einmal akklimatisieren und auf die neuen Bewohner (und Bewohnerinnen, selbstverständlich!) freuen.

Es schwebt in sechs Metern Höhe, der Pfahl steckte schon tief in der Erde, als am Montag frühmorgens ein Kran das rund 200 Kilogramm schwere Luxushäuschen auf den Sockel hob, zur Freude von den Initiatoren Hanna Peter und Manfred Pohl. Pohl ist auch zweiter Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Potsdam und hatte die Geschichte vor drei Jahren mit angestoßen. So lange dauerte es, bis mit der Stadt auf städtischem Gelände ein Standort gefunden wurde, der aus Sicht einer Schwalbe als Behausung auch taugt und trotzdem von allen beteiligten Ämtern – es sollen um die zehn gewesen sein – am Ende auch akzeptiert und genehmigt wurde.

1,8 Meter sind die Kanten mit den jeweils sechs vorgebauten Nistplätzen lang, an der Innenseite hängen ebenso viele sowie Wohnungen für Fledermäuse. Falls sich eine Mehl-, Rauch- oder Uferschwalbe nicht mit einem Architektenquartier zufrieden geben mag, ist zwischendrin auch noch hinreichend Platz für individuelles Bauen. „Ein vorgebautes Nest ist nicht jeder Schwalbe Ding“, weiß Manfred Pohl vom Nabu. In milden Wintern könnten dort Parasiten überleben, und wer wolle schon dem Nachwuchs ein verseuchtes Heim bieten? Der nun gefundene Standort war nicht die erste Wahl des Nabu, sondern das Ergebnis eines langen Ringens mit der Stadt. Es bedurfte einiger Begehungen – die erste fand schon im Dezember 2014 statt – und diverse Anträge und Genehmigungen, bis das rund 10 000 Euro teure Schwalbendomizil nun auf seinem Pfosten zum Ruhen kam. Ob die Standortwahl gut genug war, zeigt in diesem Fall nicht der Mietspiegel, sondern die Belegung im nächsten Frühjahr. Schwalben geben ihre Nester für gewöhnlich nicht auf, sagt Manfred Pohl. Dort im Kirchsteigfeld erwartet er vor allem Mehlschwalben, deren Bestand in Potsdam seit Jahren zurückgeht – um 30 Prozent. Gleich drei Faktoren vergällen den Vögeln den Aufenthalt: Zum einen die durch den Klimawandel zunehmende Trockenheit, die zur Folge hat, dass sich seltener Pfützen bilden, aus denen Schwalben trinken können. Durch den Einsatz von Unkraut- und Insektenvernichtungsmitteln auf den Äckern fehlten zudem viele Insekten, die Schwalben als Nahrung dienten. Einen Rückgang um 75 Prozent hat der Nabu in diesem trockenen Sommer ausgemacht. Und schließlich fehlen schlichtweg Nistplätze, weil moderne Bauten kaum noch Ansatzstellen für Nester böten. Sobald sie da sind, darf sie der Hauseigentümer zwar nicht mehr entfernen, aber wo wenig Angebot ist, da bleibt die Schwalbe eben weg. Da das Klima und der Schadstoffeinsatz durch den Nabu nicht kurzfristig beeinflussbar seien, zeichne man nun Schwalbenfreude aus und baue Nester, so Manfred Pohl.

Schwalben sind gefährdet

Wer eine der „Schwalben willkommen“-Plaketten anstrebt, muss nur online oder per Post melden, welche Art von Schwalben an seinem Haus, Scheune oder Stall brüten und erklären, wie er sie unterstützt, schon ist er einer von über 600 im Land, die eine Plakette an ihr Haus heften dürfen.

Rauch- und Mehlschwalben sind in ganz Europa geschützt. Das heißt, sie dürfen weder „mutwillig beunruhigt“ noch gar gefangen oder getötet werden. Gleiches gilt für die Zerstörung ihrer Nester.

Seit den 1970er Jahren ist der Schwalbenbestand in Brandenburg stark rückläufig. Die Rauchschwalbe steht deshalb schon auf der Liste der gefährdeten Arten Brandenburgs. Derzeit gibt es noch rund 40 000 Brutpaare, 1996 waren es noch fast 300 000.

Von Jan Bosschaart

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