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Potsdam 500 Muslime beten in der Biosphäre
Lokales Potsdam 500 Muslime beten in der Biosphäre
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19:53 04.10.2016
Blick in die „Orangerie“ in der Biosphäre. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Hochzeiten, Konzerte, Tagungen, Galadinner, Ausstellungen, Messen: Die Orangerie genannte Veranstaltungshalle in der Biosphäre ist vielfältig nutzbar. Am Freitag treffen sich dort erstmals Potsdams Muslime zum gemeinsamen Gebet. Für bis zu 500 Menschen ist in der 720 Quadratmeter großen Halle – laut Eigenwerbung „die größte Eventfläche der Biosphäre“ – Platz. Die Gemeinde erwartet 400 bis 500 Besucher am kommenden Freitag.

Am Montag hatte Kamal Mohamad Abdallah, Imam der Al-Farouk-Gemeinde und Vorsitzender des Potsdamer Vereins der Muslimen, beim Tag der offenen Moschee das Angebot der Stadt angenommen. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hatte den Muslimen die Orangerie als Ausweichquartier zunächst bis zum Frühjahr angeboten. Unklar ist noch, zu welchen Konditionen. Diese werden nun in Gesprächen „mit dem Verein und dem Land“ vereinbart, sagte Rathaussprecher Jan Brunzlow am Dienstag. In Religionsfragen ist das Land zuständig. Die Orangerie solle nur ein Interimsdomizil sein – freitags für jeweils fünf Stunden.

Gesucht und gebraucht werde „eine langfristige Lösung“, betonte der Imam. Ziel sei, das soziale und religiöse Zentrum in einem Haus unterzubringen.Der bisherige Gebetsraum in der Ladenzeile Am Kanal war aufgrund der in den vergangenen Monaten nach Potsdam gezogenen Flüchtlinge zu klein geworden. Während der Freitagsgebete mussten bis zu 200 Gläubige auf dem Gehweg beten. Dagegen hatte die rechtspopulistische AfD mit Info-Ständen protestiert. In der lichtdurchfluteten Orangerie kann man durch große Glasfronten in Tropengarten und Volkspark blicken. „Weitere charakteristische Raummerkmale sind der große Baum- und Efeuwall, welche sich beide bei Veranstaltungen gut in Szene setzen lassen. Die zahlreichen Palmen in der Eventhalle sind nicht nur ein optisches Highlight; sie können in ein individuelles Veranstaltungskonzept mit eingebunden werden“, heißt es blumig auf der Internetseite der Biosphäre.

Unterdessen hat die Polizei noch keine heiße Spur zu den unbekannten Tätern, die am Samstagabend vor der Al-Farouk-Moschee Am Kanal einen Schweinekopf abgelegt hatten. Es hätten sich bisher auch keine Zeugen gemeldet, die am Samstagabend etwas Verdächtiges gesehen hätten. Eine Anwohnerin hatte vor dem Haus einen abgeschnittenen Ferkelkopf entdeckt. Da Muslime kein Schweinefleisch essen, richtete sich die Provokation gezielt gegen die Gläubigen. Potsdamer Politiker von SPD, Linken, CDU und Bündnisgrünen hatten den Vorfall verurteilt. Die Gemeinde werde sich nicht einschüchtern lassen, sagte der Imam.

Die Potsdamer Moschee ist die einzige im Land Brandenburg.

Von Ricarda Nowak

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