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Potsdam Ein Straßenfeger aus Potsdam-Babelsberg
Lokales Potsdam Ein Straßenfeger aus Potsdam-Babelsberg
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10:56 12.08.2014
Die GZSZ-Stars Janina Uhse, Raul Richter, Anne Menden, Linda Marlen Runge, Ramona Dempsey, Jörn Schlönvoigt, Nadine Menz (vorne, v.l.n.r.), Philipp Christopher, Thomas Drechsel, Tayfun Baydar, Mustafa Alin (hinten, v.l.n.r.). Quelle: RTL
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Potsdam

Sie läuft und läuft und läuft. „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ ist ein Dauerbrenner. Am Montag, 11. August, sendet RTL die 5555. Folge - das bedeutet Rekord unter den täglichen deutschen Serien. Die Seifenoper revolutionierte am 11. Mai 1992 das Vorabendprogramm. Anfangs wurde nach Drehbüchern des australischen Serienvorbilds „The Restless Years“ gedreht. Dabei mussten Handlungsstränge „eingedeutscht“ oder gestrichen werden – beispielsweise herumhoppelnde Kängurus. Längst schreiben eigene Autoren eigene Geschichten, die in einem Berliner Szene-Kiez spielen.

GZSZ erfindet sich immer wieder neu

Produziert wird seit 1995 in Potsdam. In der Medienstadt Babelsberg hat auch die Produktionsfirma Ufa Serial Drama ihren Sitz. Deren Geschäftsführer Rainer Wemcken schickt Glückwünsche: „Die erste Folge einer Serie ist eine Herausforderung. Die 5555. ist der Beweis für großes Können vieler Menschen.“ In Babelsberg findet das Unternehmen „kreative Köpfe und beste Arbeitsbedingungen“ vor, lobt Wemcken. Rund 180 Mitarbeiter – darunter Regisseure, Kamera- und Tonleute, Kostüm- und Maskenbildner – verdanken dem Erfolgsformat ihr Auskommen. Die fließbandartige Produktion bleibt mit um die 80.000 Euro pro Folge günstig – das freut Auftraggeber RTL. Um das Publikum zu fesseln, erfindet sich GZSZ, wie Fans die Serie kürzeln, immer wieder neu – Ab- und Zugänge von Schauspielern inklusive. Ein Team aus sechs Autoren brütet Storys aus, die unterhalten sollen, aber auch anspruchsvolle Themen bieten: Serienfiguren kämpften mit Bulimie, Tablettensucht, Homophobie, Rassismus. Dazu wird geliebt und gehasst, sich getrennt und neu verbandelt. In den mehr als zwei Jahrzehnten Produktion hat die Serie einen Qualitätsschub erlebt. Die unfreiwillige Komik hölzern agierender Darsteller aus den Anfängen ist passé. GZSZ bietet Identifikationspotenzial: „Wir erzählen Geschichten, die dem Lebensgefühl der Zuschauer entsprechen“, sagt Producerin Kristin Schade.

Potsdamer GZSZ-Star: Thomas Drechsel. Quelle: Christel Köster, dpa (6)

"Mehr Witz und Wut" für die Endlosserie

Mit dem vom Potsdamer Thomas Drechsel gespielten Charakter Max „Tuner“ Krüger leiden Regelmäßig-Gucker derzeit arg mit. Für den schwer kranken „Tuner“ steht in der Jubiläumsfolge die ersehnte Herztransplantation an. Im Babelsberger „Lindencafé“ sitzt der 27-Jährige glücklicherweise putzmunter beim Interview. Seit Folge 4227 ist der Schauspieler dabei, brachte Erfahrungen aus Kinofilmen wie „Napola“ (2004) oder „Elementarteilchen“ (2006) mit. Zunächst war seine Figur – die sich vom kriminellen Gangmitglied zum knuffigen Superkumpel wandelte – nur auf drei Monate angelegt, längst gehört er zu den beliebtesten GZSZ-Stars. Fast wäre Drechsel, der am Potsdamer Einstein-Gymnasium Abi machte, Bankkaufmann geworden. In der letzten Bewerbungsrunde war Schluss. „Was Anderes als Schauspieler kann ich eh nicht“, scherzt Drechsel. Bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ fühlt sich der Babelsberg-03-Fan pudelwohl: „Ich gehe mit einem Lächeln zur Arbeit.“ In der Vergangenheit habe die Endlosserie „mehr Witz und Mut“, mehr Qualität bekommen, sagt Drechsel. Wie die Sache mit der Herztransplantation ausgeht, verrät er aber nicht.

Das wurde aus den ehemaligen Darstellern (I)

Quelle: dpa

Jan Sosniok (46): Von Folge 500 bis 950 spielte das Ex-Model in der Serie. Aktuell ist der Frauenschwarm als Winnetou bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg zu sehen und in TV-Produktionen wie „Der Staatsanwalt“ (ZDF, 2013).

Quelle: Foto: dpa

Yvonne Catterfeld (34): Nach GZSZ (Folgen 2316-3168) war sie als Sängerin erfolgreich, wirkte zuletzt im Kinomärchen „Die Schöne und das Biest“ mit. Ihr momentan schönstes Projekt: Mutter von Charlie (drei Monate) zu sein.

Quelle: dpa

Alexandra Neldel (38): Die ehemalige Zahnarzthelferin war von Folge 1072 bis 1749 dabei. Nach GZSZ spielte sie die Titelrolle in der Sat.1-Serie „Verliebt in Berlin“ und feierte große Erfolge in der TV-Reihe „Die Wanderhure“

GZSZ überlebte Konkurrenten wie „Marienhof“ (ARD, eingestellt 2011) oder „Anna und die Liebe“ (Sat.1, abgesetzt 2012). Das Aus für die ARD-Adels-Soap „Verbotene Liebe“ wurde für Anfang 2015 angekündigt. Dagegen ist für die Babelsberger kein Ende in Sicht. Produzent Guido Reinhardt mag die heute 40-jährigen Protagonisten „weiter bis in die Rente begleiten“. Schon jetzt ergeben alle 24-minütigen Episoden aneinander gereiht fast 93 Tage Rund-um-die-Uhr-Sendezeit.

Alle Folgen am Stück ergeben 93 Tage Sendezeit

Einschalten lohnt – um zu sehen, was Wolfgang Bahro als intriganter Anwalt Jo Gerner ausheckt. Das GZSZ-Urgestein hatte seinen ersten Auftritt in Folge 185. „Ich hätte nie gedacht, so lange dabei zu bleiben. Damals hab’ ich mir zwei Monate gegeben.“ Bahro kam von Kabarett und Theater, wollte nach der ZDF-Miniserie „Durchreise“ (1993) „weiter in Richtung Fernsehen schnuppern“. Daraus wurde Dauerpräsenz, unterbrochen von Bühnen-Engagements: 2012 spielte er in Rolf Hochhuths Stück „Gasherd und Klistiere“ Adolf Hitler. „Man bietet mir viele Freiräume“, so der 53-Jährige. Weiterer Vorteil des Serienjobs: „Ich kann mir meinen Tag wunderbar einteilen.“ Nachdem die Autoren Bahros Serien-Figur in zurückliegenden Episoden zahmer gestalteten, darf er nun wieder zur Fiesling-Hochform auflaufen. Schattenseite des Ruhms: „Strandbadbesuche verkneife ich mir. Ich habe keine Lust, in Badehose auf Facebook zu landen.“

Das wurde aus den Darstellern (II)

Quelle: dpa

Jeanette Biedermann (34): Nach GZSZ (Folgen 1744-2687, 2829-2931) startete die Ex-Udo-Walz-Friseur-Azubine als Popstar durch, spielte in „Anna und die Liebe“ (Sat.1), ist seit Herbst 2013 die „Jedermann“-Buhlschaft.

Quelle: dpa

Aelrun Goette (48): Die gebürtige Ost-Berlinerin wirkte von Folge 245 bis 630 mit, studierte dann Regie an der Potsdamer Filmhochschule „Konrad Wolf“. Zu ihren preisgekrönten Filmen gehört das Drama „Keine Angst“ (2009)

Quelle: dpa

Peer Kusmagk (39): Für die Folgen 2452 bis 2771 stand der Berliner in Babelsberg vor der Kamera. Er gewann 2011 das RTL-„Dschungelcamp“, arbeitet als Moderator und ist Besitzer eines französischen Bar-Restaurants in Kreuzberg.

Erst seit Folge 5544 dabei, hat Felix van Deventer (18) als Jonas Seefeld schon die Herzen der Fans im Sturm erobert. Der Hambuger legte sogar sein Abi auf Eis: „Wann bekommt man schon so eine Chance wie GZSZ?“. Wenn Felix am Set auftaucht, gibt's immer ein großes Hallo: Schauspielkollegen, Regie-Assistentin, Set-Grafiker – alle werden geherzt. „GZSZ ist ja jetzt meine zweite Familie“, erzählt das Set-Küken. Den Millionen Zuschauern dürfte es mit ihrer Serie ähnlich gehen.

Beliebteste Serie

  • 3,23 Millionen Zuschauer lockte GZSZ von Januar bis Mai 2014 durchschnittlich vor die Bildschirme und ist damit die erfolgreichste tägliche Serie im deutschen Fernsehen. Den Rekord gab’s am 22. Juni 1998: 6,73 Millionen TV-Gucker wollten Gerhard Schröder, damals niedersächsischer Ministerpräsident, in der 1500. Folge erleben.
  • In zwei Studios sind auf knapp 2000 Quadratmetern mindestens 31 Dekorationen ständig und 20 temporär aufgebaut. Im Einsatz sind 63 Türen, 98 Stühle, 65 Fenster, zwölf Sofas, zehn Betten, 15 Barhocker, zehn Küchen, 14 Schreibtische und mehr als 500 extra angefertigte Produkte.
  • Seit 2006 steht das Original-GZSZ-Außenset im Filmpark Babelsberg, das schon rund 750.000 Neugierige besuchten. In der Filmstraße gibt es 13 Häuser, sieben Laternen, sechs Hauseingänge und viele echte Bäume.
  • 27.000 Kostümteile stehen im Fundus zur Verfügung, darunter 400 Paar Damenschuhe, 780 T-Shirts, 150 Jeans, 140 Krawatten, 650 Schmuckstücke.
  • In der Maske werden im Jahresdurchschnitt verbraucht: 15.000 Wattestäbchen, 250 Haargummis, 1650 Haarklammern, 12.000 Babytücher, 150 Tuben Lippenpflege, sechs Liter Nagellack, zehn Liter Nagellack-Entferner, drei Paletten Lidschatten mit je 15 Farben, ein Liter Kunstblut.
  • 1,5 Millionen Fans hat die Serie bei Facebook. Mehr als 20.000 Fanbriefe – 94 Prozent per E-Mail – erreichen die Stars jährlich.

Von Ricarda Nowak

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