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83 Männer und eine Frau

Potsdamer Männerchor gibt Frühlingskonzert 83 Männer und eine Frau

Seit 167 Jahren singt sich der Potsdamer Männerchor durchs deutsche Liedgut, seit Kurzem auch mit einer Frau an der Spitze. Am Pfingstsamstag ist die muntere Truppe live zu erleben im Potsdamer Nikolaisaal. Doch so beschwingt der Abend auch wird, den Männerchor plagen Sorgen.

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Angeführt von einer Frau, präsentiert der Potsdamer Männerchor am Pfingstsamstag sei

Quelle: Fischer

Potsdam. Dieter Lehmann kennt hier jeden. Seit 30 Jahren ist er Mitglied im Potsdamer Männerchor, seit acht arbeitet er im Vorstand. „Man kann jeden ansprechen, es sind Freundschaften entstanden“, erzählt der 72-jährige Potsdamer. Jeden Montag kommt Lehmann zu den Proben in den Nikolaisaal. Die singbegeisterten Herren des vielstimmigen Chores singen Opernstücke, Operetten und Volkslieder. „Hauptsächlich das Heimatliche“, beschreibt es Lehmann.

Die Proben für das traditionelle Frühjahrskonzert sind in vollem Gange. „Frühling und Liebe“ lautet das Motto, auf der Liederliste stehen Lieder wie das deutsche Volkslied „Wandern im Mai“. Am Pfingstsamstag, 23. Mai, ist zu erleben, was der Chor einstudiert hat.

Bei den Proben singen bis zu 83 Männer aus vollem Halse. Der Jüngste ist 34, der Älteste 89 Jahre. Nimmt man die Fördermitglieder noch hinzu, kommt man auf 202 Personen. Dennoch: Den Chor plagen Nachwuchssorgen – das Durchschnittsalter der Sänger beträgt 67 Jahre. Dabei ist Lehmann, der die erste Bassstimme bedient, überzeugt: „Jeder kann singen.“ Oft sei wohl die Hemmschwelle zu groß. Sein Gesangskollege Hans-Georg Troschke meint indes, dass das Brauchtum schon lange nicht mehr gepflegt wird: „Die Freude am Singen muss neu geboren werden.“ Nicht nur die Freude – der traditionsreiche Gesangsverein gebe seinen Mitgliedern so viel mehr. Lehmann etwa schwärmt vom „Kameradschaftsgefühl“, schließlich steht weitaus mehr auf dem Programm als die wöchentliche Chorprobe: Das Faschingsfest mit Familie und Freunden, eine Sängerfahrt, das Grillfest, Reisen zu einem befreundeten Chor, das Gründungsfest am 24. Oktober und gemeinsame Weihnachten.

Viermal im Jahr präsentieren die Männer ihr Können auf der Bühne: im Frühling, im Herbst mit dem Filmorchester Babelsberg und bei zwei Weihnachtskonzerten mit dem Landespolizeiorchester. „Die Weihnachtskonzerte sind immer ausverkauft“, sagt Lehmann stolz. Hinzu kommen Auftritte bei Events oder in Pflegeheimen.

Der traditionsreiche Potsdamer Männerchor feiert in diesem Jahr 167-jähriges Bestehen. Seit gut drei Jahren steht eine Frau vor den Herren: Isabella Karpinski. Zuvor hatte Ronald Reuter den Chor geleitet – fast ein halbes Jahrhundert. „Sie will Schwung in den Chor bringen“, erzählt Lehmann begeistert. Isabella Karpinski habe beispielsweise neues Liedgut ins Repertoire aufgenommen.

Nicht immer sei ihr alles leicht gefallen, erzählt die studierte Agraringenieurin aus Teltow. „Aber mit einem Lächeln konnte ich viele Probleme lösen.“ Englische Lieder, Auftritte mit Seifenblasen und Leuchtstiften, Kinder auf der Bühne – sie hat dem Chor ein paar neue Facetten verpasst.

In diesem Jahr hat der Potsdamer Männerchor eine besondere Überraschung erlebt. Von der Berliner Liedertafel gab’s nach der Wende eine seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubte Fahne zurück. Schriftführer Hubert Exner hat dann zufällig in einem Buch gelesen, dass auch die hintere Seite der Fahne, die am 1. Mai von den Sängerfreien geweiht wurde, einst bedruckt war. Mit Spenden ließen die Sänger die Fahne restaurieren, jetzt ist auf ihr Schloss Sanssouci zu sehen. Zusammen mit einer anderen Vereinsfahne soll die restaurierte Fahne zu besonderen Anlässen auf der Bühne stehen. Beim Frühlingskonzert am Samstag ist es allerdings noch nicht soweit, vielleicht aber im Herbst.

Info: Am Samstag, 23. Mai, um 18 Uhr gibt der Potsdamer Männerchor sein traditionelles Frühjahrskonzert im Nikolaisaal.

Von Anne-Kathrin Fischer

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