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Potsdam 90 Kita-Plätze müssen her – sofort
Lokales Potsdam 90 Kita-Plätze müssen her – sofort
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20:40 11.04.2017
Die Einwohnerversammlung im Hort war gut besucht. Quelle: Nadine Fabian
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Fahrland


Die Grundschule, der Hort, die Kita – der Potsdamer Ortsteil Fahrland hat ein akutes Platzproblem wenn es um die Betreuung der jüngsten Einwohner geht. Zu einer eigens dazu einberufenen Bürgerversammlung kamen am Montag rund 60 Interessierte – vornehmlich Eltern und Großeltern – in den Hort der Regenbogenschule. Die Runde hatte der Sozialbeigeordnete Mike Schubert (SPD) initiiert, nachdem es der Ortsbeiratssitzung Ende März hoch her gegangen war.

Drängendstes Problem: 90 zusätzliche Kita-Plätze müssen her, am besten sofort. Zwar ist ein Neubau geplant, allerdings erst für Ende 2019. Die Stadt müht sich nun um Abhilfe. Der Plan: Auf dem kommunalen Grundstück Gartenstraße/Mühlenring wird statt der festen eine temporäre Container-Kita errichtet. Gleichzeitig baut Semmelhaack auf seinem Grundstück am Hastensteg die feste Kita, was laut Schubert mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Auch, weil die Zuwegung umgeplant werden müsse – der Hasensteg ist eine schmale, verkehrsberuhigte Stichstraße und sei daher für den Hol- und Bringeverkehr nicht geeignet.

Die Krux am Vorschlag der Verwaltung: Auch die Container-Kita wird frühestens im Sommer 2018 fertig – zu spät für die Familien, die jetzt händeringend eine Platz suchen. So berichtete eine Mutter bei der Versammlung davon, dass sie die Elternzeit bereits um ein halbes Jahr verlängert habe, weil sie einfach keinen Kita-Platz finde. Nun drohe die Kündigung: „Ich kann mein Kind doch nicht auf die Straße stellen und arbeiten gehen!“

Für solche Härtefälle bot die Verwaltung an, noch in diesem Jahr Plätze an der Esplanade im Bornstedter Feld bereitzustellen. Dies lehnten die Bürger aber wegen der schwierigen Verkehrssituation ab. Schon jetzt stehe man morgens stadteinwärts im Stau. Ist erst einmal die Nedlitzer Straße ab Mai gesperrt und die Umleitung über die B273 ausgewiesen, sei der Weg überhaupt nicht mehr zumutbar. „Unrealistisch!“, hieß es aus den Reihen der Einwohner: „Einfach nicht machbar!“ Die Fahrländer regten ihrerseits an, in Groß Glienicke kurzfristig Plätze zu akquirieren und Tagesmütter bei der Suche nach geeigneten Mietobjekten in Fahrland zu unterstützen.

Den Dialog mit den Bürgern wertete Mike Schubert als Erfolg. Zuvor hatte er die Kita „Fahrländer Landmäuse“, den Hort, die Regenbogenschule und den Jugendclub besucht und sich die alternativen Kita-Standorte angeschaut. Zudem hielt er eine Bürgersprechstunde ab. Dies wolle er künftig einmal im Quartal in verschiedenen Stadtteilen anbieten. Die nächste Sprechstunde findet im Bornstedter Feld statt.

Von Nadine Fabian

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