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Potsdam 94-Millionen-Bank-Neubau liegt im Plan
Lokales Potsdam 94-Millionen-Bank-Neubau liegt im Plan
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11:53 04.03.2017
Die Fassade ist sandtonfarben und überrascht mit bodentiefen Fenstern. Der Architekturbeton reagiert auf den jeweiligen Lichteinfall.
Innenstadt

Vielleicht sollte man den Planern des Großflughafens BER einmal eine Nachhilfestunde beim Neubauprojekt der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) ans Herz legen? Immerhin kann das Gebäude gegenüber vom Hauptbahnhof an der Babelsberger Straße gleich in mehreren Kategorien glänzen: Die eingeplante Bauzeit von zweieinhalb Jahren ist eingehalten worden. Auch beim Budget in Höhe von 94 Millionen Euro liegt man im Rahmen. Und noch in einem anderen Punkt hat das Potsdamer Projekt die Nase vorn: Die Prüfsachverständigen haben die Entrauchungsanlage abgenommen, ebenso die Feuerlöschtechnik.

Am Potsdamer Hauptbahnhof entsteht derzeit ein imposanter Neubau. Für 94 Millionen wird dort das neue Gebäude der ILB gebaut. Und die Arbeiten liegen im Plan. Mitte März kann die Förderbank dort den Betrieb aufnehmen. Wir haben uns auf der Baustelle umgesehen.

Kurz: Alle Zeichen stehen auf Endspurt. Mitte März kann die Brandenburger Förderbank den Betrieb in dem markanten Gebäude mit den vielen spitzen Winkeln aufnehmen. Der Umzug der Mitarbeiter von den Standorten an der Steinstraße und der Wetzlarer Straße findet etappenweise statt und soll Ende April abgeschlossen sein. In dem Neubau werden etwa 750 Menschen arbeiten. Den Löwenanteil machen die 630 Mitarbeiter der ILB aus. Außerdem zieht die Zukunftsagentur Brandenburg (ZAB) mit 120 Mitarbeitern als Mieterin ein. Die offizielle Eröffnung wird beim Sommerfest Ende Juni gefeiert – quasi als Geburtstagsgeschenk. Die ILB feiert 2017 ihr 25-jähriges Bestehen.

Nach der Fertigstellung des Gebäudes wird die ILB auf eine Einfriedung des Grundstücks verzichten, um die Auenlandschaft erlebbar zu machen. Zusammen mit der Stadt soll auch die westlich angrenzende Grünfläche in Richtung Lange Brücke gestaltet werden – unter anderem mit Spiel- und Sportflächen..

Für das Objekt in der Steinstraße, das die ILB angemietet hatte, konnte ein neuer Eigentümer gefunden werden. Es handelt sich um einen Berliner Immobilieninvestor, der die Büros vermieten will.

Beim gestrigen Presserundgang war ILB-Vorstandschef Tillmann Stenger und seinen Mitarbeitern die Freude deutlich anzumerken. Der bisherige angemietete Hauptstandort an der Steinstraße liegt vergleichsweise weit ab vom Schuss. Jetzt ist man mitten drin. „Entstanden sind moderne Arbeitsplätze, die direkt an Bus und Bahn angeschlossen sind“, sagte Stenger: „Die Wege zwischen Brandenburgs Investitionsbank, der Wirtschaftsfördergesellschaft und der Landesregierung verkürzen sich deutlich.“ Bei potenziellen Bewerbern wirke sich die gute Verkehrsanbindung schon jetzt als zusätzliches Plus aus. Um die Mitarbeiter zum Verzicht aufs Auto zu motivieren, bietet die ILB Zuschüsse beim Kauf des VBB-Jahrestickets. Zudem gibt es 238 Radstellplätze, davon 200 überdacht.

Die Schönheit der sandtonfarbenen Fassade mit den bodentiefen Fenstern liegt nicht nur im Auge des Betrachters, sondern auch an äußeren Faktoren. „Je nachdem, welches Licht darauf fällt, wirkt der Architekturbeton unterschiedlich“, schwärmte Stenger. Nachts soll die Fassade angestrahlt werden. Von oben sehen die drei Gebäudeteile mit ihren fünf beziehungsweise sechs Geschossen wie drei riesige „U“ aus. Sie gruppieren sich um das Herzstück, das 200  Quadratmeter große Sommerfoyer im Innenhof. Wichtig wird auch der Konferenzbereich, der Platz für interne und externe Veranstaltungen mit bis zu 600 Teilnehmern bietet. Die Mitarbeiter können neben ihren Büros auch „Meeting Points“ in den breiten Fluren nutzen, um sich auszutauschen und Besprechungen abzuhalten. Das Ziel: Eine offene Bürostruktur, die sich positiv auf die Arbeitszufriedenheit auswirken soll. Den Umzug werden die Mitarbeiter mit leichtem Möbel-Gepäck antreten. Weil es im Neubau auch neue – ergonomisch höhenverstellbare – Tische und Schränke gibt, wandern nur Bürosessel in die Umzugswagen. Tillmann Stenger nimmt ein einziges Stück mit: Einen Karl-Marx-Kopf, den er von seinem Vorgänger übernommen und ins Eck gestellt hatte. Jetzt darf der Kapitalismuskritiker mit übersiedeln.

Von Ildiko Röd

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