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Ab Pfingsten wird’s eng auf der Zeppelinstraße

Modellversuch in Potsdam Ab Pfingsten wird’s eng auf der Zeppelinstraße

Anfang Juli startet die Stadt Potsdam ihren Modellversuch in der Zeppelinstraße, der zu einer deutlichen Reduzierung des Individualverkehrs und somit der Luftschadstoffe führen soll. Erste Einschränkungen gibt es aber bereits ab Pfingstsamstag.

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In der Zeppelinstraße wird es eng.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. In der ersten Juliwoche startet die Stadt Potsdam den seit langem angekündigten und heftig umstrittenen Modellversuch in der Zeppelinstraße.

Bereits am 3. Juni, dem Samstag vor Pfingsten, beginnen die Vorbereitungs- und Markierungsarbeiten zur Umgestaltung der Straße. Da die Markierungen insbesondere auf dem Gleisbett der Straßenbahn erfolgen, wird es an diesem Samstag zwischen Schloss Charlottenhof und Bahnhof Pirschheide Schienenersatzverkehr geben.

Sechs monatiges Experiment

Am 2. Juni sollen die Anwohner der Zeppelinstraße im Arcona-Hotel über die Umsetzung des Modellversuches informiert werden. Der Modellversuch wird mindestens sechs Monate dauern. Im Februar 2018 sollen erste Ergebnisse vorgelegt werden.

Die Umgestaltung der Zeppelinstraße wurde notwendig, da seit Jahren regelmäßig die Grenzwerte an gesundheitsschädlichen Luftschadstoffen überschritten werden. Durch den Modellversuch soll herausgefunden werden, ob sich durch die Neuaufteilung des Straßenraumes, von der eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs auf der Strecke erwartet wird, die Luftschadstoffe reduzieren.

Für Pkw eine Fahrspur je Fahrtrichtung

Während des Modellversuchs wird für Autofahrer je Fahrtrichtung nur noch eine durchgängige Fahrspur zu Verfügung stehen. Hinzu kommt eine Abbiegespur in der Mitte der Straße. Stadtauswärts wird es für Fahrradfahrer einen markierten Fahrstreifen auf der Fahrbahn geben. Ab Ortseingang Potsdam bis zur Kastanienallee wird stadteinwärts auf einer Länge von 2,1 Kilometern eine Bus-Spur auf dem Gleisbereich der Straßenbahn markiert. „Mit den geplanten Maßnahmen soll der Rad- und Fußgängerverkehr gefördert und die Auswirkungen auf den ÖPNV möglichst gering gehalten werden“, erklärt Niehoff.

Zugleich will die Stadt das Umsteigen auf den ÖPNV und das Fahrrad attraktiver gestalten. Der bestehende Park & Ride-Parkplatz am Bahnhof Pirschheide wird aufgewertet und bietet dann 157 Autostellflächen sowie vier Behindertenstellplätze. Ab hier verkehren Straßenbahnen im Berufsverkehr im Zehn-Minuten-Takt direkt in die Potsdamer Innenstadt.

Mehr Busse zwischen Potsdam und Werder (Havel)

Zudem gebe es seit Anfang des Jahres auf der Strecke zwischen Werder (Havel) und Potsdam ein verbessertes ÖPNV-Angebot, so die Verwaltung. In den Spitzenzeiten morgens und nachmittags bieten die Busse der Linien 631 und 580 statt bisher vier Fahrten nunmehr sechs Fahrten pro Stunde an. Nicht zuletzt werden die Fahrradparkplätze am Bahnhof Charlottenhof um 166 Abstellplätze erweitert, 70 davon überdacht.

Neben der Verbesserung der Schadstoffbelastung soll der Modellversuch die Lärmbelastung für die Anwohner in der Zeppelinstraße mindern. Deshalb gelten bereits seit dem 30. August 2016 Geschwindigkeitsbeschränkungen. Im Abschnitt zwischen Kastanienallee und Breite Straße ist die Geschwindigkeit ganztags auf 30 km/h begrenzt. Für die Abschnitte zwischen Forststraße bis Kastanienallee sowie Breite Straße bis Schopenhauerstraße gilt die Begrenzung auf 30 km/h zwischen 22 Uhr und 6 Uhr.

Kritiker glauben, dass der Modellversuch zu einem Pkw-Dauerstau oder zumindest „Schleichverkehr“ auf der Zeppelinstraße führt. Im Umland wird befürchtet, es werde sich ab Ortseingang Potsdam in Höhe Forststraße ein Rückstau bilden, der sich bis Geltow oder gar Werder/Havel zieht. Auch bleibt fraglich, ob und inwieweit die Luftschadstoffe im Bereich der Zeppelinstraße reduziert werden.

Von Jens Trommer

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