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Abgetrennter Ferkelkopf: Erneut Angriff auf Moschee

Potsdam Abgetrennter Ferkelkopf: Erneut Angriff auf Moschee

Unbekannte haben am Samstagabend den abgetrennten Kopf eines Ferkels vor der Al-Farouk-Moschee in Potsdam abgelegt. Offenbar eine Provokation, denn Muslime essen kein Schwein. Die Attacke ist nun ein Fall für Polizei und Staatsschutz.

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Ein Paket mit Schweinefleisch am Eingang des Gebetsraumes in der Straße Am Kanal.

Quelle: Facebook/ privat

Potsdam. Erneuter Angriff auf die Al-Farouk-Moschee in Potsdam: Unbekannte haben am Samstagabend ein Paket mit dem abgetrennten Kopf eines Ferkels vor der Tür des Gebetsraumes in der Straße Am Kanal abgelegt.

Eine Anwohnerin hatte den Schweinekopf gegen 21.40 Uhr entdeckt, als sie vom Einkaufen zurückkam, und die Polizei verständigt. 20 Minuten zuvor hatte das Fleisch dort noch nicht gelegen.

Der Staatsschutz ermittelt

Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren zum Verdacht der Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen ein. Denn Muslime essen kein Schweinefleisch, und so könnte es sich um eine gezielte Provokation handeln. Die weiteren Ermittlungen übernimmt der Staatsschutz.

Schon vor dieser Attacke hat es Schutzmaßnahmen für die Moschee gegeben, sagte Polizeisprecher Axel Schugardt.

Zeugen gesucht

Die Polizei sucht Zeugen, die am Samstagabend in Tatortnähe verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder sonst sachdienliche Hinweise zu dem Fall geben können. Informationen nimmt die Polizeiinspektion in Potsdam unter der Telefonnummer (0331) 5508-1224 entgegen.

Beweisfotos bei Facebook

Die Beweisfotos von der „Schweinerei“ machten schnell im sozialen Netzwerk Facebook die Runde. Ein Muslim nahm es mit Humor und schrieb dazu: „I think there is a misunderstanding. Muslims do not eat pork. Anyway thanks.“ (Ich denke, es ist ein Missverständnis. Muslime essen kein Schweinefleisch. Trotzdem danke.)

Jakobs: „Das ist nicht Potsdam“

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sieht es nicht so entspannt und hat den Muslimen sein Bedauern über den Vorfall ausgedrückt. Weiter sagte er: „Das ist nicht Potsdam, das ist die Tat einzelner verwirrter Provokateure. Potsdam ist eine Stadt der Toleranz, eine bunte Stadt, offen für alle Religionen. Daher verurteile ich diese Tat auf’s Schärfste.“

Krämer: AfD-Hetze geht auf

Auch der Potsdamer Kreisvorsitzende der Linken, Sascha Krämer, hat umgehend reagiert und zeigt sich besorgt: „Ich verurteile diesen feigen Anschlag. Nach den Worten folgen die Taten. Nicht nur in der vergangenen Plenardebatte hetzte die AfD im Brandenburger Landtag gegen Flüchtlinge und Muslime. Die von ihnen gelegte Saat geht auf. Es sind eben nicht mehr bedauerliche Einzelfälle, die Hetze, nicht nur von AfD-Politikern, hat den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts verschoben. Anschläge drohen alltäglich zu werden, geradezu normal.“

Streit um die Al-Farouk-Moschee

Die Al-Farouk-Moschee sorgt bereits seit geraumer Zeit für Aufsehen. Da der Gebetsraum viel zu klein ist, beten viele Muslime vor dem Gebäude auf dem Bürgersteig. Dies sorgt zum Teil für Ärger bei Passanten und Anwohnern. Die AfD hatte am vergangenen Freitag sogar zur Protestkundgebung aufgerufen. Auch Hetz-Aufkleber werden immer wieder an dem Gebäude angebracht. Die Stadt Potsdam bemüht sich um eine Lösung und bietet der muslimischen Gemeinde andere Objekte zum Beten an.

Moschee-Streit in Potsdam scheint beigelegt

Von MAZonline

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