Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Abgetrennter Ferkelkopf: Erneut Angriff auf Moschee
Lokales Potsdam Abgetrennter Ferkelkopf: Erneut Angriff auf Moschee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:30 03.10.2016
Ein Paket mit Schweinefleisch am Eingang des Gebetsraumes in der Straße Am Kanal. Quelle: Facebook/ privat
Anzeige
Potsdam

Erneuter Angriff auf die Al-Farouk-Moschee in Potsdam: Unbekannte haben am Samstagabend ein Paket mit dem abgetrennten Kopf eines Ferkels vor der Tür des Gebetsraumes in der Straße Am Kanal abgelegt.

Eine Anwohnerin hatte den Schweinekopf gegen 21.40 Uhr entdeckt, als sie vom Einkaufen zurückkam, und die Polizei verständigt. 20 Minuten zuvor hatte das Fleisch dort noch nicht gelegen.

Der Staatsschutz ermittelt

Die Polizei leitete ein Ermittlungsverfahren zum Verdacht der Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen ein. Denn Muslime essen kein Schweinefleisch, und so könnte es sich um eine gezielte Provokation handeln. Die weiteren Ermittlungen übernimmt der Staatsschutz.

Schon vor dieser Attacke hat es Schutzmaßnahmen für die Moschee gegeben, sagte Polizeisprecher Axel Schugardt.

Zeugen gesucht

Die Polizei sucht Zeugen, die am Samstagabend in Tatortnähe verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder sonst sachdienliche Hinweise zu dem Fall geben können. Informationen nimmt die Polizeiinspektion in Potsdam unter der Telefonnummer (0331) 5508-1224 entgegen.

Beweisfotos bei Facebook

Die Beweisfotos von der „Schweinerei“ machten schnell im sozialen Netzwerk Facebook die Runde. Ein Muslim nahm es mit Humor und schrieb dazu: „I think there is a misunderstanding. Muslims do not eat pork. Anyway thanks.“ (Ich denke, es ist ein Missverständnis. Muslime essen kein Schweinefleisch. Trotzdem danke.)

Jakobs: „Das ist nicht Potsdam“

Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sieht es nicht so entspannt und hat den Muslimen sein Bedauern über den Vorfall ausgedrückt. Weiter sagte er: „Das ist nicht Potsdam, das ist die Tat einzelner verwirrter Provokateure. Potsdam ist eine Stadt der Toleranz, eine bunte Stadt, offen für alle Religionen. Daher verurteile ich diese Tat auf’s Schärfste.“

Krämer: AfD-Hetze geht auf

Auch der Potsdamer Kreisvorsitzende der Linken, Sascha Krämer, hat umgehend reagiert und zeigt sich besorgt: „Ich verurteile diesen feigen Anschlag. Nach den Worten folgen die Taten. Nicht nur in der vergangenen Plenardebatte hetzte die AfD im Brandenburger Landtag gegen Flüchtlinge und Muslime. Die von ihnen gelegte Saat geht auf. Es sind eben nicht mehr bedauerliche Einzelfälle, die Hetze, nicht nur von AfD-Politikern, hat den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts verschoben. Anschläge drohen alltäglich zu werden, geradezu normal.“

Streit um die Al-Farouk-Moschee

Die Al-Farouk-Moschee sorgt bereits seit geraumer Zeit für Aufsehen. Da der Gebetsraum viel zu klein ist, beten viele Muslime vor dem Gebäude auf dem Bürgersteig. Dies sorgt zum Teil für Ärger bei Passanten und Anwohnern. Die AfD hatte am vergangenen Freitag sogar zur Protestkundgebung aufgerufen. Auch Hetz-Aufkleber werden immer wieder an dem Gebäude angebracht. Die Stadt Potsdam bemüht sich um eine Lösung und bietet der muslimischen Gemeinde andere Objekte zum Beten an.

Moschee-Streit in Potsdam scheint beigelegt

Von MAZonline

Am 1. Oktober wird der Weltvegetariertag gefeiert. Auch in Potsdam findet die fleischlose Ernährung mittlerweile viele Freunde. Die alternativen kulinarischen Angebote in der Landeshauptstadt wachsen.

01.10.2016
Potsdam Geburtstagsfeier für Potsdams Hans-Otto-Theater - „So ein Ding verpflichtet“

Ein neues Theaterhaus ist keine Selbstverständlichkeit. Schon gar nicht in Potsdam, wo man sich mehr als 60 Jahre lang vergeblich darum bemühte. Am Freitagabend wurde der zehnte Jahrestag des neuen Hans-Otto-Theaters in der Schiffbauergasse gefeiert.

30.09.2016

Auch an diesem Freitag haben wieder mehrere hundert Muslime an der Al Farouk Moschee gebetet. Weil die Moschee zu klein ist, weichen viele auf die Straße aus. Das gefällt nicht allen. Die AfD hatte zu einer Kundgebung aufgerufen, die wurde von Linken gestört. An der Moschee sind unterdessen Hetz-Aufkleber aufgetaucht.

30.09.2016
Anzeige