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Potsdam Kritik am Abriss der Schwimmhalle am Brauhausberg
Lokales Potsdam Kritik am Abriss der Schwimmhalle am Brauhausberg
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07:09 26.06.2018
Die alte Schwimmhalle wird abgerissen. Quelle: Christel Köster
Templiner Vorstadt

Die Tage der alten Schwimmhalle am Brauhausberg sind gezählt: Entkernt ist das seit Mai 2017 zugesperrte Bad schon, doch seit Montagvormittag laufen die Abrissarbeiten für das markante Gebäude aus den 1970er Jahren. Bis zum Spätherbst wird das Areal beräumt sein, erklärte Stadtwerke-Sprecher Göran Böhm am Montag bei einem Vor-Ort-Termin für Journalisten. Kosten: rund 1,85 Millionen Euro. Laut aktuellem Plan soll die Fläche mit Wohnungen bebaut werden. Das Grundstück der Halle gehört zum Grundstückspaket, das auch die Fläche des benachbarten Ex-Terrassenrestaurants Minsk beinhaltet und zum Verkauf steht.

Minsk-Entscheidung fällt nach Sommerpause

Wie berichtet, ist der Verkauf an einen Investor zum Höchstgebot von mehr als 27 Millionen Euro aber in der Stadtpolitik wegen der Differenzen um den Erhalt des Minsk umstritten – die Entscheidung dazu werden die Stadtverordneten nach der Sommerpause fällen. Klar ist jedoch: Die alte Schwimmhalle kommt weg. Etwa zehn Arbeiter und ein großer Bagger sorgen dafür. Los ging es am Montag mit zwei riesigen Löchern an den Seitenwänden des Gebäudes. Binnen kurzem war dann der Blick ins Innere des Schwimmbads freigelegt.

Der Keller wird der dickste Brocken

Das 2300 Kubikmeter große Becken ist mit Sand verfüllt worden – eine Sicherheitsmaßnahme, wenn Gebäudeteile hinunterfallen sollten. Zunächst wird das Stahlbetondach mit dem Bagger von der Mitte des Gebäudes in Richtung der Stützen entfernt. Bereits im August wird nichts mehr von den Mauern und dem Dach zu sehen sein. Danach ist der Abriss noch längst nicht fertig. Der richtig dicke Brocken wird der bis zu sechs Meter tiefe Keller, in dem früher die Technik untergebracht war.

Das alte Bad am Brauhausberg ist schon bald Geschichte: Ende Juni 2018 haben die Abrissarbeiten begonnen. Im Spätherbst 2018 wird von der alten Schwimmhalle nichts mehr zu sehen sein.

Weitere vier Monate – bis Oktober/November – wird dieser Teil dauern. „Einige tausend Kubikmeter Abfälle“ werden laut Oberbauleiter Alexander Döring von der Halle übrigbleiben. Sie werden durch die Sonderabfallgesellschaft Berlin-Brandenburg zugeordnet; der Schutt soll recycelt werden. Döring war seinerzeit auch für den Abriss der Berliner Deutschlandhalle verantwortlich. Seine Meinung zum Verschwinden des Bades: „Manche Dinge sind technisch einfach überholt.“

Initiative Pro Brauhausberg übt Kritik

Steffen Pfrogner von der Initiative Pro Brauhausberg, der vor Ort war, ist anderer Meinung. „Das bauarchitektonische Erbe aus einer bestimmten Zeit geht verloren.“ Pfrogner kritisierte, dass die Anregung auf Denkmal-Unterschutzstellung abschlägig beschieden worden ist – und zwar unter Verweis auf ein ganz ähnliches Schwimmbad in Dresden aus derselben Epoche, das mithin als exemplarisch gelten darf. Pfrogner: „Nach dieser Argumentation dürfte in der zweiten barocken Stadterweiterung nur ein einziges Haus stehenbleiben, weil es dort viele solcher Typenhäuser gibt.“

Startblöcke kommen in „Nostalgie-Ecke“

Ein paar Erinnerungsstücke aus dem Bad sollen jedoch überleben dürfen. Im neuen „Blu“-Bad wird eine „Nostalgie-Ecke“ eingerichtet – unter anderem mit originalen Startblöcken, die man zur Sitzecke umfunktioniert. Auch eine Säule der Künstlerin Hedwig Bollhagen haben die Stadtwerke gesichert. Sie soll restauriert werden.

Potsdamer mochten ihre alte Schwimmhalle

» Ein Nachruf auf eine beliebte Halle.

» Letzte Schicht im Traditionsbad.

Von Ildiko Röd

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