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Potsdam Abriss des Rechenzentrums nicht zwingend
Lokales Potsdam Abriss des Rechenzentrums nicht zwingend
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18:43 12.12.2017
Das Rechenzentrum neben der Garnisonkirchen-Baustelle an der BReite Straße. Quelle: MAZonline
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Potsdam/Innenstadt

Die aktuell diskutierte Räumung des Kunsthauses im Rechenzentrum bis spätestens 2023 ist aus juristischer Sicht nicht zwingend. Darauf hat Johann-Peter Bauer (79), von 2006 bis 2012 Vorsitzender der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche (FWG), auf MAZ-Anfrage hingewiesen. Wie berichtet, soll das Gebäude abgerissen werden, weil ein Teil der Fläche für den Wiederaufbau des Garnisonkirchenschiffs benötigt würde.

Bauer zitierte einen Passus aus dem 2008 verabschiedeten Stadtverordnetenbeschluss zum Beitritt der Stadt als Mitstifterin, mit dem auch die Grundstücksteile des Rechenzentrums in das Stiftungsvermögen eingebracht wurden. Beschlossen wurde demnach: „Die Bemühungen um den Wiederaufbau der Garnisonkirche konzentrieren sich auf den Turm. Eine Entscheidung über einen eventuellen Wiederaufbau des Kirchenschiffs soll gesondert getroffen werden und künftigen Generationen vorbehalten bleiben.“

FWG-Chef Johann-Peter Bauer bei der Gründung der Stiftung Garnisonkirche im Dezember 2008 mit Landesbischof Wolfgang Huber und Innenminister Jörg Schönbohm (CDU). Quelle: Christel Köster

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) will am Mittwoch im Potsdamer Hauptausschuss den Fahrplan für einen Workshop vorstellen, in dem erste Ideen für ein neues Kunst- und Kreativhaus in der Innenstadt entwickelt werden sollen. Kritiker wie die Initiative Potsdamer Stadtmitte für Alle bemängeln, dass der Erhalt und die weitere Nutzung des Rechenzentrums von vornherein ausgeschlossen würden.

Bauer äußerte die Ansicht, dass das Rechenzentrum noch geraume Zeit stehen bleiben könnte, wenn man allein dem Beitrittsbeschluss von 2008 folgte. Zu bautechnischen Fragen könne er sich aber nicht äußern. Laut Stadt würde die Sicherung des Rechenzentrums für weitere Jahrzehnte bis zu 8,8 Millionen Euro kosten.

Aktuell ist die Nutzung des alten Rechenzentrums als Kunst- und Kreativhaus bis zum August 2018 befristet. Eine von den Stadtverordneten bereits beschlossene Verlängerung der Zwischennutzung um weitere fünf Jahre bis längstens 2023 muss erst noch von der Stiftung Garnisonkirche bestätigt werden. Der Generationenpassus zum Garnisonkirchenschiff aus dem Beitrittsbeschluss spielte in der aktuellen Debatte bislang keine Rolle.

Von Volker Oelschläger

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