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Potsdam Potsdam reißt die Lange Brücke ab
Lokales Potsdam Potsdam reißt die Lange Brücke ab
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21:04 21.02.2018
Morgenstimmung am 09.01.2018 in Potsdam mit Blick auf die Lange Brücke. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Lange Brücke wird voraussichtlich ab 2022 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das hat Diana Küßner, als Leiterin der Arbeitsgruppe Ingenieurbauwerke im Rathaus für Potsdams Brücken zuständig, im Gespräch mit der MAZ bekannt gegeben. Die 1961 freigegebene Lange Brücke über der Alten und der Neuen Fahrt war die erste Brücke in der DDR, die mit Spannbeton errichtet wurde.

Im Spätsommer 2016 hatte die Stadt wegen Materialverschleiß erstmals dringenden Handlungsbedarf signalisiert und eine Restnutzung bekannt gegeben. Erste von Stadtplanungschef Andreas Goetzmann bekannt gegebene Maßnahme war eine Sperrung für Schwerlasttransporte. Hinzu kam eine verschärfte Beobachtung: Es sei „ähnlich wie bei Senioren jenseits der 70“, so Goetzmann, „da geht man auch häufiger zum Check-up“.

Die Lange Brücke ist nur eine von einem Dutzend Brückenbaustellen, die für den Potsdamer Verkehr in den nächsten zehn Jahren zur besonderen Herausforderung werden. Denn fast zeitgleich soll die Hochbrücke abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden, auf der die Nutheschnellstraße über die Friedrich-List-Straße, über die Bahngleise und die Friedrich-Engels-Straße geführt wird.

Schnellstrassenbrücken über der Friedrich-Engels-Straße zwischen Potsdam und Babelsberg. Quelle: Bernd Gartenschläger

Zwischen 2020 und 2023 sei „mit dem Ersatzneubau der Hochstraßenbrücke zu rechnen“, teilte Cornelia Mitschka vom zuständigen Landesbetrieb Straßenwesen auf Anfrage mit. Zeitgleich solle auch die benachbarte Brücke der Schnellstraße über den Neuendorfer Anger erneuert werden. Ein weiterer Brückenabriss und -neubau für die Schnellstraße ist laut Mitschka 2025 stadtauswärts über den Horstweg geplant. Der Horstweg selbst soll nach Angaben von Küßner bereits 2023 eine neue Brücke über die Nuthe bekommen.

Auch die Bahn will in den nächsten Jahren im Potsdamer Stadtgebiet massiv bauen. Eine erste Brücke soll nach Angaben von Sprecher Gisbert Gahler bereits 2019 auf der Wustermarker Strecke über dem Schlangenbruch bei Grube durch einen Neubau ersetzt werden. 2025/26 stehen mit den Übergängen Daimlerstraße, Karl-Liebknecht-Straße, Wattstraße, Anhaltstraße und Plantagenstraße fünf Brückenbaustellen allein in Babelsberg an.

Beim Neubau der Langen Brücke über der Alten Fahrt um 1960. Quelle: Bernd Gartenschläger

Einen weiteren Brückenneubau unter Potsdamer Regie gibt es ab 2019 neben der Eisenbahnbrücke zwischen Wildpark-West und Werder für einen kombinierten Rad- und Fußweg. Im Herbst sollen erste Prüfergebnisse für einen Brückenneubau zwischen Kiewitt und Hermannswerder vorliegen, der die letzte Potsdamer Fähre ersetzen könnte.

Ein ergänzender Brückenneubau steht östlich der Brücke des Friedens bei Neu Fahrland für das Tramgleis in den Norden an, einen Termin dafür gibt es aber noch nicht, so Stefan Kotz als Sprecher des zuständigen Verkehrsbetriebes auf Nachfrage. Auf der breiteren Persiusbrücke im Norden der Insel Neu Fahrland soll das Tramgleis neben die Straße gelegt werden.

Offen ist laut Küßner auch der Zeitplan für den Brückenneubau über die Bahngleise Richtung Dessau, der die Bahnübergänge Heinrich-Mann-Allee und Drewitzer Straße ersetzen soll. Keine weitergehenden Planungen gibt es aktuell zu einer Straßenbahntrasse auf der Großbeerenstraße, die laut Stadtentwicklungskonzept Verkehr am Bahnhof Medienstadt in einem Tunnel unter den Bahngleisen hindurchgeführt werden soll. In einem ersten Schritt soll die Straßenbahnverlängerung an einer Wendeschleife im Bereich Großbeeren-/August-Bebel-Straße enden.

Auch zum Neubau eines dritten innerstädtischen Havelübergangs ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Mit Beschluss des Stadtentwicklungskonzeptes Verkehr im Jahre 2014 sei die sogenannte Südtangente zwar abgesagt worden. Doch mit der Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes ab 2020 könne es „eine erneute Bewertung geben“.

Potsdam hat mehr als 140 Brücken

Die Lange Brücke ist das bekannteste Brückenbauwerk der Landeshauptstadt. Die überregional prominentere Glienicker Brücke gehört zu Berlin. Die 1961 freigegebene Spannbetonkonstruktion in der Stadtmitte über der Alten und der Neuen Fahrt war laut Architekturführer der DDR der sechste Brückenbau seit 1317 an dieser Stelle. Ergänzt wurde die aus vier Segmenten bestehende Lange Brücke durch eine Metallkonstruktion zur Überquerung der Bahngleise, die bereits in den 2000er Jahren abgerissen und ersetzt worden ist.

Insgesamt gibt es im Stadtgebiet mehr als 140 Brücken. Mit 58 Bauwerken ist nicht einmal die Hälfte davon in der Zuständigkeit der Stadt. Mit 56 Brücken werden fast ebenso viele Bauwerke von der Deutschen Bahn AG verwaltet. Die Templiner Seebrücke, das Kreuzungsbauwerk Pirschheide, die Havelbrücke am Kiewitt und der Eisenbahnübergang Sacrow-Paretzer Kanal sind Beispiele für Bahnbrücken, an denen erhebliche Erneuerungsarbeiten anstehen.

Auch die Schlösserstiftung fungiert in ihren Anlagen als sogenannter Baulastträger. 16 Brückenbauwerke hat die Stiftung laut Sprecher Frank Kallensee auf Potsdamer Stadtgebiet, davon eine im Neuen Garten, fünf in Babelsberg und elf im Schlosspark Sanssouci.

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brandenburg ist nach Angaben der Pressestelle für zwei Brücken in Potsdam zuständig, deren Erneuerung vielen Verkehrsteilnehmern noch in Erinnerung sein dürfte: Die Nedlitzer Südbrücke alias Brücke des Friedens wurde bis 2012 durch einen Neubau ersetzt, der Brückenneubau für die Bundesstraße 273 bei Marquardt wurde 2016 für den Verkehr freigegeben.

Der Landesbetrieb Straßenwesen zeichnet für sechs Brücken der Nutheschnellstraße von der Hochstraße in Babelsberg bis zur Konrad-Wolf-Allee verantwortlich. Hinzu kommen drei kleinere Brücken der Ortsumgehung Drewitz über die Nuthe, über einen Graben und über einen Viehtrieb. Der Verkehrsbetrieb ist laut Sprecher Stefan Klotz aktuell mit den vier Brücken der Sternstrecke von der Nuthe bis zur Brücke über die Nuthestraße dabei.

Superlative aber haben laut Rathaus-Arbeitsgruppenleiterin Daniela Küßner vor allem die Brücken in Potsdamer Trägerschaft aufzubieten. Die höchste ist mit 35,40 Metern die Fußgängerbrücke am Stern-Center, die älteste ist die 1844 errichtete Teufelsbrücke in Bornstedt, die längste ist die 2009 parallel zur Langen Brücke fertig gestellte Straßenbahnbrücke.

Zwei Rekorde aber markiert die Humboldtbrücke. Mit mehr als 220 Metern ist sie das längste Bauwerk (zum Vergleich: die Lange Brücke ist in den zwei Abschnitten über der Alten und Neuen Fahrt 54 bzw. 70 Meter lang), und mit 55 Millionen Euro kostete ihre Sanierung mehr als jeder andere Brückenbau in den vergangenen 20 Jahren. Insgesamt hat die Stadt in dieser Zeit laut Küßner rund 90 Millionen Euro in ihre Brücken investiert.

Von Volker Oelschläger

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