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Absage an Jugendclub in der Biosphäre

Architekturstreit in Potsdams Norden Absage an Jugendclub in der Biosphäre

In der Debatte um die künftige Nutzung der Biosphärenhalle am Potsdamer Buga-Park haben Potsdams Stadtplaner den Einzug eines Jugendclubs definitiv ausgeschlossen. Der Platzbedarf ginge zu Lasten von Gastronomie und Events, mit denen die Tropenwelt künftig Erträge erwirtschaften soll. Überraschend kommt dafür ein neues Baugrundstück ins Spiel.

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Für die Biosphärenhalle geht es jetzt um alles.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. In der Diskussion um die Zukunft der Biosphärenhalle kommen überraschend Nachbargrundstücke in städtischem Besitz ins Spiel. Wie berichtet, favorisiert die Verwaltung den weiteren Betrieb als Tropenhalle entweder mit einem privaten Betreiber oder wie aktuell in Regie der städtischen Pro Potsdam.

Nach dem Ablauf der Zweckbindung, die mit der hohen öffentlichen Förderung beim Bau der Tropenhalle für die Bundesgartenschau 2001 verbunden war, setzt man ab 2018 auf einen verstärkten wirtschaftlichen Betrieb mit einem Ausbau der Gastronomie und des Veranstaltungsbereichs. Außengastronomie etwa war der Biosphäre bislang aus Konkurrenzschutzgründen untersagt.

Karin Schröter (Linke) fragte am Donnerstag im Kulturausschuss nach Möglichkeiten für einen Jugendclub in der Biosphäre. Doch Siegfried Weise, Chef der Rathaus-Geschäftsstelle Stadtentwicklung und Bauen, schloss diese Variante definitiv aus: Ein Jugendclub ginge zu Lasten von Gastronomie und Events. Durch die verringerten Raumkapazitäten entstünden „automatisch Einbußen von 500 000 Euro im Jahr“, so Weise: „Und wenn Sie es ungeschickt einbauen, wird es eine Million.“ Auf Nachfrage von Norbert Mensch (CDU) zu Nachbargrundstücken räumte Weise allerdings ein: „Außen geht noch was.“

Anlass der Diskussion im Kulturausschuss war ein Änderungsantrag der Grünen, nach dem die Stadt ein Nutzungskonzept für die Biosphäre vorlegt, das möglichst viel der bislang fehlenden sozialen und kulturellen Infrastruktur für Potsdams Norden umfasst.

Uwe Fröhlich (Grüne) bekräftigte im Kulturausschuss, das im Ergebnis dieser Konzeption auch die Forderung nach einem Abriss der Halle und eine Neubebauung mit Raum für die fehlenden Einrichtungen stehen könnte. Grünen-Fraktionschefin Janny Armbruster sagte am Freitag, dass man erst einmal „sortieren“ müsse, was für Potsdams Norden eigentlich benötigt wird.

Mit dem Platz neben der Biosphäre brachte Weise im Kulturausschuss einen neuen Ansatz ins Spiel. Demnach könnten fehlende Einrichtungen wie ein Jugendclub auf dem Gelände errichtet werden, das eigentlich für einen mittlerweile abgesagten Badneubau reserviert war. Die SPD hat es von der Stadt mittlerweile sogar schriftlich bekommen. Auf Anfrage des Stadtverordneten Uwe Adler nach einem Jugendclub auf dem 5000 Quadratmeter großen Platz teilte die Verwaltung mit: „Grundsätzlich besteht eine entsprechende Eignung.“

Zeitgleich mit der Debatte im Kulturausschuss gab es am Donnerstagabend eine Diskussion zur Zukunft der Biosphäre im Café der Halle, zu der rund 30 Gäste kamen. Eingeladen hatte der Salon-Kulturverein. Der Verein ist ein vehementer Streiter für den Erhalt der „Biosphäre“ als dem „einzigen architektonisch qualitativ hochwertigen und stadtbildprägenden Gebäude“, das nach der Wende in Potsdam errichtet worden sei. Ralf Jäkel (Linke) regte neben der Berücksichtigung von Soziokultur auch die Integration von kommerziellen Angeboten wie einem Pflanzenmarkt oder einer Zoohandlung in die Orangerie an.

Nach aktueller Rechnung der Verwaltung sind für die anstehende Erneuerung der Halle inklusive Sanierung der Gebäudehülle 6,5 Millionen Euro nötig. Für den künftigen Betrieb wird ein Jahreszuschuss von 1,9 Millionen Euro brutto angenommen, der im Laufe der Jahre aber deutlich reduziert werden soll. Auf Anfrage von Sascha Krämer (Linke) hat die Verwaltung am Freitag mitgeteilt, dass für die geplante energetische Sanierung eine Förderung von bis zu 2,5 Millionen Euro akquiriert werden könnte.

Von Volker Oelschläger

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