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Potsdam Abschied für Iris Jana Magdowski
Lokales Potsdam Abschied für Iris Jana Magdowski
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20:10 26.06.2017
Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (r.) gestern im Potsdam-Museum. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Zur Einstimmung auf die Verabschiedung von Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) im Saal des Potsdam-Museums lief ein Lied der Puhdys: „Was bleibt, was uns bleibt, sind Freunde im Leben.“ Dazu eine Serie mit Bildern aus acht bewegten Jahren mit vielen Weggefährten, auch mit Menschen, die längst aus ihren Positionen gegangen sind. Manche freiwillig wie Bundespräsident Horst Köhler, manche unfreiwillig wie Baudezernent Matthias Klipp (Grüne), der sein Amt in Potsdam zwei Monate nach Magdowski angetreten hatte und sechs Jahre später wegen Unregelmäßigkeiten bei seinem Privathausbau vorzeitig gehen musste.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) würdigte in seinem Grußwort mit ironischem Unterton denn auch zuerst das Stehvermögen der CDU-Frau: „Sehr geehrte liebe Frau Dr. Magdowski, Sie haben es geschafft!“ Das bezog er nicht nur auf die Potsdamer Jahre, sondern auch auf ihren bevorstehenden Ruhestand. „Ich habe Sie immer beneidet, mit welcher Überzeugung Sie darauf hingewiesen haben, dass man sich kurz vor dem Ruhestand mit neu gewonnener Gelassenheit den Dienstgeschäften widmen kann.“ So weit sei er noch nicht, so der 63-Jährige: „Mal sehen, ob diese Weisheit mich noch ankommt.“

Gekommen sei Magdowski (65), als die Stadt „gerade heftig über Jugend- und Soziokultur stritt“. Er habe es „hoch interessant“ gefunden zu sehen, „wie eine CDU-Beigeordnete auf linksalternative Jugendkultur trifft“. Jakobs erinnerte an eine auf Initiative von Magdowski und den Linken durchgeführte repräsentative Jugendumfrage, nach der die Biosphäre sich als beliebtester Anlaufpunkt der Potsdamer Jugend erwies. „Vielleicht sollten einige, die heute über die Zukunft Tropenhalle reden, sich die Umfrageergebnisse noch mal ansehen.“

„Prägend“ für die Amtszeit Magdowskis „wurde die Schulentwicklungsplanung“, so Jakobs: „Und da werden manche fragen: Welche Planung? Doch sie lachen zu früh. In all den Jahren gab es die Planung durchaus.“ Die Dynamik der Potsdamer Bevölkerungsentwicklung seit 2010 jedoch „kann niemand planen. Sie geht über jede Planung hinweg und macht die Dinge schon zum Zeitpunkt ihrer Beschlussfassung zur Makulatur“.

Jakobs bekräftigte, dass er bei Schulneubauten „explizit“ anderer Auffassung als seine CDU-Kollegin sei, die vergeblich für eine stärkere Beteiligung privater Träger plädierte: „Die Kommune ist nicht nur gesetzlich, sondern meiner Meinung nach auch politisch verpflichtet, jedem Kind einen öffentlichen Schulplatz zu garantieren. Diese Aufgabe sollte man nicht Privaten übertragen.“

Gleicher Auffassung seien er und Magdowski gewesen, als es um den seinerzeit umstrittenen Standort der Stadt- und Landesbibliothek ging. „Diese gehört in die Potsdamer Mitte, wo sie heute mit der Volkshochschule und der Wissenschaftsetage das klügste Haus der Stadt bildet. Sanierung statt Neubau war richtig, das sehen wir vor Ort jeden Tag.“

Als Abschiedsgeschenk gab es von Jakobs eine Karikatur der Beigeordneten von Joachim Scheel aus Kleinmachnow. Für Irritationen sorgte eine von Jakobs so genannte „Entlassungsurkunde“ die er ihr mit „Dank und Anerkennung“ aushändigte. Magdowski dankte, korrigierte den Oberbürgermeister allerdings: „Nur eins habe ich nicht bekommen: eine Entlassungsurkunde. Ich trete in den Ruhestand ein. Das heißt, ich bin bis zum Ende meines Lebens der Stadt Potsdam verbunden.“

Mike Schubert übernimmt

Nach dem Abschied von Iris Jana Magdowski (CDU) als Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport ist ihre Position einen Monat unbesetzt.

Denn ihre Nachfolgerin Noosha Aubel (parteilos) tritt erst zum 1. August in Potsdam an.

Übergangsweise übernimmt Mike Schubert (SPD), Dezernent für Soziales, Jugend- Gesundheit und Ordnung, die Außenvertretung.

Intern leitet Birgit-Katherine Seemann, Fachbereichsleiterin Kultur und Museen, die Geschicke des Dezernats.

In ihrer Dankesrede bedachte Magdowski Weggefährten aus ihrer Zeit als Dezernentin in Bielefeld, Duisburg und Stuttgart, dann Vertreter von Ministerien, Ämter, Institutionen. Applaus bekam ihr Dank an „unsere Partner in der Zivilgesellschaft“, den sie zuerst an Markus Wicke, den Vorsitzenden vom Förderverein des Potsdam-Museums richtete. Magdowski gab bekannt, dass sie sofort nach dem Ausscheiden aus der Stadtverwaltung als erstes Ehrenamt einen Mitgliedsantrag beim Frauen-Fußballverein Turbine Potsdam stellte.

Der CDU-Fraktion unter Matthias Finken attestierte sie: „Sie haben mit vielen kleinen Anfragen und Anträgen die Verwaltung ganz schön ins Schwitzen gebracht. Respekt.“

Von Volker Oelschläger

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