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Potsdam Abschied vom Schlosshotel Cecilienhof
Lokales Potsdam Abschied vom Schlosshotel Cecilienhof
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21:24 05.01.2014
Für reichlich drei Jahre geschlossen: René Dabberdt vor dem Schlosshotel Cecilienhof. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Die letzte Champagnertorte im Schlosshotel Cecilienhof ist verzehrt. Unter den Augen der ausladend behüteten Kronprinzessin Cecilie. Eine Version des berühmten Porträts von de László schmückt das holzgetäfelte Speisezimmer der einstigen Hausherrin. Das Bild kommt  wie das gesamte Inventar der Nobelherberge  ins Depot oder wird ausgemustert. Im Sommer soll die Hüllensanierung des letzten, 1917 vollendeten Schlossbaus der Hohenzollern beginnen. Während der Bauzeit stellt das Hotel der „relexa“-Gruppe den Betrieb ein. Gestern Abend um 18 Uhr hat Hoteldirektor René Dabberdt das Haus zugesperrt. Das Museum der Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens bleibt hingegen weiter zugänglich. Die Restauration soll im Mai 2017 wieder öffnen, wie ein Aushang Spaziergänger informiert. Nach dem Ristorante „Villa Kellermann“ ist damit eine weitere Oase gediegener Gastlichkeit am Heiligen See vorerst Geschichte.

„Die letzten Wochen waren nicht leicht für die Kollegen, manche sind hier seit 30 Jahren beschäftigt. Viele Stammgäste haben sich mit Tränen in den Augen von uns verabschiedet“, berichtet Dabberdt. Von 44 Mitarbeitern waren bis zum bitteren Ende noch 31 im Dienst und „das bei vollem Programm zu Weihnachten und Silvester“. Bis zuletzt erhielt das Personal im Bewertungsportal „Holidaycheck“, das die beliebtesten Hotels kürt, viel Lob für den Service. „Ich rechne damit, dass wir den Award 2014 erhalten“, so Dabberdt. Damit gehört das Vier-Sterne-Haus erneut zu den weltweit 470 Top-Adressen mit einer Weiterempfehlungsrate von nahezu 100 Prozent.

Die meisten Kollegen haben bereits neue Jobs. Mit einigen wenigen wird der Chef bis Ende April nach einer Inventur den Rückbau der Hoteleinrichtung für die Baufreiheit bewerkstelligen. „Wie es dann weitergeht, weiß ich nicht. Ich kümmere mich auf jeden Fall um die Weitervermittlung dieser Kollegen. Der Allerletzte werde ich sein und den Schlüssel an den Eigentümer übergeben.“

Im Gästebuch zollen Besucher aus aller Welt dem Team bis zum Schluss Anerkennung

  • Vielen Dank für fast 50 Jahre wunderbare, menschlich herzliche Betreuung – sagen Gerda Neubauer und Familie.
  • Ihr wart Klasse!! Vielen Dank für einen tollen Silvesterabend!
  • I’ll be back to this wonderful place – Ich werde an diesen wunderbaren Ort zurückkehren, schrieb Kim aus aus Korea.
  • Sehr gutes Essen = 100 Punkte!
  • Für „Großartige Küche und zuvorkommenden Service“ bedankten sich Gäste aus Venezuela.
  • Bolschoje spassibo – es war köstlich, notierten russische Gäste.
  • Das Team war super trotz aller Umstände!
  • Tolles Essen, nette Bedienung – wir kommen wieder zur Diamantenhochzeit.
  • Wir möchten in drei Jahren wieder Gast in Ihrem Haus sein – viel Glück!

Das ist die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG). Knapp neun Millionen Euro sind im Rahmen des Masterplans zur Sanierung von Bau- und Gartendenkmalen für Arbeiten an Fassade und Dach mit den gut vier Dutzend verschiedenen Schornsteinen veranschlagt, sagt der verantwortliche Architekt Ayhan Ayrilmaz. Auch Fachwerk, Fenster und Natursteinsockel müssen restauriert und Wärmedämmung eingebracht werden. Wegen der Asbestdekontaminierung – der Staub ist gesundheitsgefährdend – sind vorsorgliche temporäre Schließungen von Teilbereichen des Museums unvermeidbar, sagt der Masterplan-Chef: „Zum Schutz der Besucher werden wir etliche Schleusen einrichten.“ Die Renovierung des Kronprinzensitzes im englischen Landhausstil, der sich um fünf Höfe gruppiert, ist eine Mammutaufgabe, denn: „Der Cecilienhof ist eines unserer größten Häuser, allein die Dachfläche umfasst rund 6000 Quadratmeter.“ Man liege mit den Vorbereitungen im Zeitplan, er rechne „im Mai/Juni“ mit der Baugenehmigung, so Architekt Ayrilmaz. Saniert werden soll auch die abrechnungstechnisch zuweilen schwierige Schnittstelle der Haustechnik mit zum Teil noch einhundert Jahre alten Leitungen. „Die gesamte technische Gebäudeausrüstung für das Museum und das Hotel wird getrennt“, erklärt  Ayrilmaz.

Dabei geht es um nicht unerhebliche Betriebskosten. Das 1960 eingerichtete Hotel nutzt 80 Prozent der Gesamtfläche der Immobilie. Laut Ayrilmaz liegen die Pflichten der Instandhaltung beim Pächter, der „relexa“-Gruppe, die dafür einen günstigen Mietzins an die Stiftung zahlt. „Beide Seiten haben eine Modernisierungsvereinbarung für Zimmer, Bäder, Küche, Lichttechnik etc. ratifiziert.“ Er gehe davon aus, dass der Hotel-Betreiber parallel zu den Außenarbeiten im Innern renoviert. Dass Verzögerungen im Bauablauf das Marketing für den Relaunch 2017 erschweren könnten, ist der Stiftung bewusst: „Der Zeitplan hat wenig Pufferzonen“, räumt Ayrilmaz ein.

Von Carola Hein

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