Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Letztes Geleit für Frank Schirrmacher
Lokales Potsdam Letztes Geleit für Frank Schirrmacher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:27 22.06.2014
Trauergäste (v.l.): Der Intendant des Bayrische Rundfunks, Ulrich Wilhelm, Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) und der Soziologe Ulrich Beck. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Als Publizist war Frank Schirrmacher fast omnipräsent: Ob als FAZ-Mitherausgeber oder als Dauergast in den Bestsellerlisten – Schirrmacher zählte zu den großen, prägenden Namen. An seinem Wohnort Sacrow hingegen lebte er mit Ehefrau Rebecca Casati, einer Schriftstellerin, anscheinend das Gegenprogramm: Ruhe und öffentliche Zurückgenommenheit. "Er hat sich eher zurückgezogen", berichtet eine Nachbarin in dem winzigen Ort, der für Schirrmacher wohl Refugium war, ein Rückzugsort. Hier fand er am Sonntag nach einer Trauerfeier in der Heilandskirche seine letzte Ruhe auf dem Friedhof. Der vielfach mit Preisen ausgezeichnete Bestsellerautor war am 12. Juni im Alter von nur 54 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

Zurückgezogen, aber durchaus nicht weltabgewandt hat Schirrmacher in dem dörflichen Mikrokosmos gelebt. Und er half. Als Fördermitglied des Kulturvereins Ars Sacrow zum Beispiel, dem er sogar vor einiger Zeit das Geld eines ihm zuerkannten Preises stiftete. "Ihm lag Sacrow sehr am Herzen, er hat sich sehr für die Geschichte des Ortes interessiert", erzählte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der sich mit Schirrmacher manchmal privat zum Austausch traf, am Sonntag auf dem Weg zur Trauerfeier. Besonders die Schicksale der jüdischen Eigentümer, die einst aus Sacrow vertrieben wurden, hätten ihn bewegt. Nachhaltig habe Schirrmacher das intellektuelle Leben Potsdams bereichert – als einer der "Gründerväter" des internationalen Mediengipfels M100.

Bundesprominenz aus allen Bereichen nahm am Sonntag im Potsdamer Ortsteil Sacrow Abschied vom Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Publizisten Frank Schirrmacher. Der vielfach mit Preisen ausgezeichnete Bestsellerautor war am 12. Juni im Alter von nur 54 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

Wie hoch das Ansehen Schirrmachers war, ließ sich am stetigen Strom der Trauergäste ablesen: Zur Trauerfeier in der denkmalgeschützten Sacrower Heilandskirche kam am Sonntagnachmittag die "A-Liga" der deutschen Gesellschaft. Zu den ersten zählten der sichtlich tief berührte Günther Jauch und seine Frau Thea Sihler; gefolgt von „Wetten, dass ...?“- Erfinder Frank Elstner. Auch dessen Nachfolger Thomas Gottschalk war gekommen in einem – für seine Verhältnisse – sehr konventionellen schwarzen Anzug. Tief ernst sah sein sonst so markantes Gute-Laune-Gesicht aus. Polit-Prominenz wie SPD-Vizekanzler Sigmar Gabriel und der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), kam über die verschlungenen Pfade des Sacrower Schlossparks zu Fuß zur polizeigesicherten Kirche.

Verlegerin Friede Springer traf Seite an Seite mit Springer-Vorstand Mathias Döpfner und dessen Gattin Ulrike ein. Burda-Verlagschef Hubert Burda war mit seiner Ehefrau angereist, der film- und fernsehbekannten Schauspielerin Maria Furtwängler ("Tatort") – ausgerüstet mit den Must-Have-Accessoires dieses fast aprilwettermäßigen Tages: dem Regenschirm. Immer wieder wechselte sich Platzregen mit strahlendstem Sonnenschein ab.

Auch Bild-Chefredakteur Kai Diekmann suchte gemeinsam mit Schriftsteller-Gattin Katja Kessler Schutz unterm Schirm, genauso wie Palastorchester-Bariton Max Raabe, Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck ("Das Leben der anderen"), FDP-Chef Christian Lindner und Regierungssprecher Steffen Seibert.

Fast "inkognito" hinter ihrer großen Pilotensonnenbrille blieb Stephanie zu Guttenberg, die Gattin von Ex-Außenminister Karl-Theodor zu Guttenberg und mittlerweile an die Ostküste der USA ausgewandert.

Gegen 15 Uhr hatten sich die Trauergäste an der Kirche versammelt. Weil der Raum nicht alle zu fassen vermochte, hatte man draußen mehrere Stuhlreihen aufgestellt. Um drei Uhr begann dann das Spiel der Orgel. Der Sarg, in dem Frank Schirrmacher ruhte, war mit roten Rosen geschmückt: Kopf an Kopf gesteckt; wie eine Decke.

Von Ildiko Röd

Potsdam Biosphäre-Architekten schockiert über Abrisspläne - "Wir bauen nicht für den Abriss!"

Schock nach der Zeitungslektüre: Die Architekten der Biosphäre Potsdam, Regine Leibinger und Frank Barkow, haben erst aus der Presse von den Abrissplänen der Tropenhalle erfahren. Sie halten die Diskussion für fatal und sind erschrocken über die Verwahrlosung des Geländes.

23.06.2014
Brandenburg Alle Bilder vom Public Viewing - Brandenburg zittert beim Fußball-Krimi

Spannender als jeder Sonntagabend-Krimi: Jubel und Verzweiflung lagen am Samstagabend beim Public Viewing ganz nah beieinander. Deutschland trennte sich gegen Ghana mit 2:2. MAZ zeigt Bilder aus den Fan-Quartieren und ein Video des dramatischen Abends im Potsdamer Lindenpark.

22.06.2014
Potsdam Stark mumifizierte Leiche in Potsdam gefunden - Toter lag wochenlang in Wohnung

"Es roch, als ob jemand vergessen hätte, den Müll rauszubringen". Bereits vor einer Woche benachrichtige eine Potsdamerin den Hausmeister ihres Mehrfamilienhauses. Doch erst, nachdem sich weitere Mieter über den Gestank aus einer Wohnung beschwerten, wurde die Polizei alarmiert. Die fand am Donnerstag die Leiche eines Mannes, die bereits stark mumifiziert war.

21.06.2014