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Potsdam Action-Regisseur unter Körperkontrolle
Lokales Potsdam Action-Regisseur unter Körperkontrolle
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20:45 13.04.2016
Armin Sauer im Vulkan im Filmpark Babelsberg. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg

Ein abgefahrener Bildertrip verspricht auch die Fortsetzung der Nazis-im-Weltraum-Satire zu werden, die 2017 die Leinwände erobert. Im Trailer zu „Iron Sky 2: The Coming Race“ kommt ein zombiehafter Adolf Hitler auf einem Tyrannosaurus Rex geritten. Und offenbar dribbeln beim Versuch der untoten Nazis, Mittelerde zu entdecken, noch mehr Dinosaurier auf. Zu viele Details verraten darf Armin Sauer über die finnisch-belgisch-deutsche Koproduktion nicht. Der 54-Jährige überwachte Ende 2015 beim „Iron Sky 2“-Dreh in Belgien die Stunts.

Seit mehr als zwanzig Jahren im Stunt-Business

Sauer ist Mitgesellschafter der auf Actionszenen in Film und Fernsehen spezialisierten Babelsberger Serviceagentur „Stunt at work“, ist im Geschäft ein, pardon, alter Hase. Seit mehr als zwanzig Jahren war er auf allen möglichen Positionen – vom Stuntman bis zum Action-Regisseur – an mehr als 180 nationalen wie internationalen Kino- und Fernsehproduktionen beteiligt. Kürzlich wurde Sauer mit dem indischen „Star Screen Award 2016“ ausgezeichnet. Als Action-Regisseur – eine Funktion, die es hierzulande im Filmgeschäft nicht gibt. Sauer erarbeitete für das indische Rache-Drama „NH 10“ mit Anushka Sharma und ihren Starkollegen sämtliche Actionszenen. Zur Verleihung des „Star Screen Award“ eingeladen war Sauer übrigens nicht. In Indien zu drehen, sei „völlig verrückt“. So seien Proben angesichts von etwa 200 Crewmitgliedern am Set kaum möglich.

Dank der Stuntjobs kommt Sauer viel rum, drehte bereits auf fast jedem Kontinent. Sein berufliches Zuhause ist jedoch seit 1993 der Filmpark Babelsberg. Über Jahre gehörte er zu den Akteuren der Stuntshow, die täglich das Publikum in der Vulkan-Arena mit spektakulären Auto-Verfolgungsjagden, Prügeleien, Sprüngen. Dass es der Filmpark in der Rangliste der britischen Zeitung „Guardian“ unter die zehn weltbesten Movie-Parks schaffte, freut Sauer. Noch mehr, dass die Stuntshow explizit wegen ihrer epischen Elemente herausgehoben wurde.

Zur Person

Als bester Action-Regisseur ist der Babelsberger Stuntspezialist Armin Sauer für „NH 10“ (Indien 2015, Regie: Navdeep Singh) kürzlich mit dem indischen „Star Screen Award 2016“ geehrt worden. Sauer erarbeitete mit Schauspielern und deren Doubles sämtliche Actionszenen.

An mehr als 180 Kino- und Fernsehfilmen sowie Serien war der in Cottbus aufgewachsene Sauer seit 1994 als Stuntman, Stuntfahrer oder -Koordinator beteiligt. In seiner Filmografie finden sich internationale Produktionen, die in Babelsberg gedreht wurden, darunter „Duell – Enemy at the Gates“ (2001) oder Die Bourne Verschwörung“ (2004).

Bei der mit Spannung erwarteten finnisch-belgisch-deutschen Nazis-im-Weltall-Satire „Iron Sky 2“ (2017 im Kino) überwachte Sauer die Stunts. rn

Vor dem Mauerfall studierte der in Cottbus aufgewachsene Sauer Bauwesen, war in seiner Freizeit als Judoka und Karatesportler aktiv und wollte mit einer Karateshow durch die DDR tingeln. Letztlich haute Sauer gen Westen ab, zunächst nach Augsburg. Beim Künstlerdienst in München blitzte er später mit seinen Karateshow-Plänen ab. Die Bruce-Lee-Welle sei ja durch, hieß es dort.

In München traf er einst Filmpark-Chef Friedhelm Schatz

Sauer ging zur Stuntshow der Bavaria Filmstadt (vergleichbar mit dem hiesigen Filmpark). In Bottrop bei einer „Tatort“-Schimanski-Stuntshow lernte Sauer dann Friedhelm Schatz kennen, der ihn 1993 zur im August jenes Jahres eröffneten „Filmerlebnispark Babelsberg Studiotour“ holte. Der Rest ist Geschichte. Sauer lernte die Stuntleute kennen, man verstand sich. „Urige Zeiten waren das, bei Rockmusik und Whisky haben wir für die Shows Ideen gesammelt und über deren bestimmendes Filmthema nachgedacht.“ Das legendäre „Mad Max“-Epos wurde es im Filmpark. In der sich immer mal wieder neu erfindenden Stuntshow steckt nach wie vor Sauers „Herzblut“ drin. Wenn er für Dreharbeiten unterwegs ist, achtet er auf gleichbleibende Qualität der Shows – „wie ein Spielleiter“. In den vergangenen Jahren habe sich das Berufsbild des Stuntman gewandelt. „Früher war man Allrounder, konnte aus einem Auto hechten, eine Treppe hoch rennen, aus dem Fenster springen – heute gibt es jeweils einen Spezialisten dafür.“ Übrigens, fiese Knochenbrüche hat sich das Kraftpaket – toi, toi, toi – während der Laufbahn nicht zugezogen. Sein lebenswichtiges Konzept: „Ich habe meinen Körper unter Kontrolle.“

Von Ricarda Nowak

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