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Ärger bei Kitaplatz-Vergabe: Eine Mutter erzählt

Kinderbetreuung in Potsdam Ärger bei Kitaplatz-Vergabe: Eine Mutter erzählt

Und plötzlich gibt es ein Betreuungsproblem: Eine Familie aus Potsdam-Eiche hatte bereits einen Platz bei einer Tagesmutter für ihr Kind. Dann funkte die städtische Vermittlungsstelle dazwischen, erzählt die aufgebrachte Mutter.

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Der Kita-Tipp im Potsdamer Rathaus soll bei der Suche nach einem Betreuungsplatz helfen.

Quelle: privat

Potsdam. Die Kitaplatz-Suche bleibt in Potsdam ein schwieriges Unterfangen: Erneut beschweren sich Eltern über unkoordiniertes Agieren der städtischen Vermittlungsstelle Kita-Tipp. Trotz bereits unterschriebenen Vertrags bei einer Tagesmutter habe der Kita-Tipp den Platz an eine andere Familie vergeben, sagt Anja Berger aus dem Ortsteil Eiche. Als Berufstätige steht sie nun ohne Betreuung für ihren Sohn Darius da, der im November ein Jahr alt wird.

„Wie kann es sein, dass der Kita-Tipp uns einfach einen Platz wegnimmt und wir jetzt ohne Betreuungsplatz dastehen?“, fragt die junge Mutter in einem Schreiben an Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher. Für die Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz ist zwar nicht das Land, sondern die Kommune zuständig. Da sie von dieser bislang keine Hilfe bekommen habe, wende sie sich an das Ministerium.

Anja Berger schildert ihren Fall wie folgt: Bereits am 25. August habe sie bei einer Tagesmutter in Potsdam-West , die sie schon im Februar kontaktiert hatte, einen Betreuungsvertrag unterschrieben. Vergangene Woche habe die Tagesmutter ihr mitgeteilt, dass sie Darius doch nicht betreuen könne, weil der Kita-Tipp bei ihr ein „Notfallkind“ unterbringen müsse. Sie möge sich bei der Vermittlungsstelle melden, die ihr einen vergleichbaren Platz in Wohnortnähe anbieten würde.

Der Kita-Tipp habe ihr erklärt, dass es in ihrer Wohngegend im Nordwesten schlecht aussehe und stattdessen einen Platz bei einer Tagesmutter in der Innenstadt angeboten, der, wie sich herausstellte, zwischenzeitlich aber bereits vergeben war. Zudem sei sie an eine Tagespflegestelle in der Brandenburger Vorstadt verwiesen worden, die aber noch gar nicht existiert, sondern erst eingerichtet werden muss – in Räumen, in denen derzeit ein Blumenladen untergebracht ist. „Das ist uns zu unsicher“, sagt Anja Berger. Des Weiteren seien ihr zwei Kitas vorgeschlagen worden, von denen sie bereits Absagen erhielt. Auch bei erneuter Nachfrage seien dort keine Plätze frei gewesen.

Spätestens bis 11. Dezember braucht sie aber eine Betreuung für ihren Sohn, erklärt die 30-jährige IT-Systemkauffrau, die schon wieder ins Berufsleben eingestiegen ist. Dann nämlich endet die Elternzeit ihres Mannes, der Bankkaufmann ist und wie sie in Berlin arbeitet.

Auf die MAZ-Anfrage bei der Stadt, was „Notfälle“ seien, die bei der Platzvergabe kurzfristig bevorzugt werden können, teilt Sprecher Jan Brunzlow mit: „Die Vergabe der Betreuungsplätze erfolgt in ausschließlicher Zuständigkeit der freien Träger oder der Tagespflegepersonen. Die Kriterien der Vergabe legen ebenfalls diese fest.“

„Die Tagespflege schiebt es auf den Kita-Tipp und der Kita-Tipp auf die Tagespflege“, sagt Anja Berger. Ihr sei es am Ende egal, wer die Verantwortung trage. Sie brauche eine Lösung, schließlich habe sie einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz.

Stelle im Kita-Tipp soll besetzt werden

Es ist dabei nicht das erste Mal, dass sich Eltern über den aus ihrer Sicht fehlenden Service der Servicestelle und die undurchsichtige Praxis der Platzvergabe beschweren. Immer wieder kommt es in der angespannten Potsdamer Kitaplatzsituation mit steigenden Kinderzahlen zu Konflikten. Zuletzt hatte sich im Juli ein Zwillingsvater an die MAZ gewandt, weil er mangels Personals vom Kita-Tipp nicht ausreichend beraten worden sei. Die Stadt hatte damals zugesichert, eine freie Stelle in der Serviceeinrichtung bis 1. September besetzen zu wollen.

„Die Stellenbesetzung ist leider noch nicht erfolgt und wird derzeit vorbereitet“, teilte die Stadt am Mittwoch auf Anfrage mit. Derzeit seien beim Kita-Tipp neun Kinder bekannt, die einen Rechtsanspruch, aber noch nicht den gewünschten Kitaplatz haben, so Stadtsprecher Brunzlow. Allerdings seien seitens der Träger aktuell etwa 80 freie Plätze gemeldet worden, „so dass wir davon ausgehen, schnell ein Angebot unterbreiten zu können.“

Eltern machen Verdienstausfall geltend

Fünf Potsdamer Familien fordern wie berichtet Schadenersatz von der Stadt, weil sie keinen Kitaplatz bekommen haben. Die Eltern machen Verdienstausfall geltend, weil sie keine Betreuung für ihre Kinder hatten.

Die KSA , eine Art Versicherung für Kommunen, prüft die Fälle. Wenn auf diesem Weg kein Geld fließt, haben die Eltern die Möglichkeit, zu klagen.

Die Verfahren seien noch nicht entschieden, teilte die Stadt gestern auf Anfrage mit.

Von Marion Kaufmann

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