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Potsdam Ärger im Stadtwerke-Verbund
Lokales Potsdam Ärger im Stadtwerke-Verbund
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20:35 29.10.2018
Die Zentrale der Stadtwereke Potsdam in der Steinstraße. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Bei den kommunalen Stadtwerken (SWP) hängt derzeit offenbar der Haussegen schief – zumindest was das Verhältnis zwischen den beiden Tochterunternehmen, dem Verkehrsbetrieb Potsdam (ViP) und dem Energie- und Wasserbetrieb (EWP), betrifft. Grund ist eine Strompreiserhöhung für etwa 200 große und kleinere Geschäftskunden, zu denen neben Vertragspartnern wie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) oder dem Inselhotel Potsdam auch der ViP gehört.

Auf MAZ-Nachfrage hält man sich bei den Stadtwerken jedoch bedeckt und teilt lediglich knapp mit: „Aktuell befindet sich die EWP mit vielen Großkunden in Gesprächen zu den künftigen Stromkonditionen. Diese Vorgänge laufen gerade und sind noch nicht abgeschlossen.“ Und: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die EWP keine Angaben zu einzelnen Kunden machen kann.“ Darüber hinaus verweisen die Stadtwerke auf die seit Monaten steigenden Strompreise im Großhandel, die einerseits mit dem gestiegenen Preis für CO2-Zertifikate und andererseits mit den Auswirkungen der langen Hitzeperiode im Sommer begründet werden.

So viel zu den formalen Gründen. Was jedoch hinter den innerbetrieblichen Kulissen für Ungläubigkeit gesorgt haben soll, war anscheinend die Art des Umgangs. Nach MAZ-Informationen hat der Verkehrsbetrieb zunächst eine fristgemäße Vertragskündigung bekommen – anschließend wurde vom Schwesterunternehmen die Strompreis-Erhöhung angeboten. Nicht gerade die feine englische Art, obwohl die EWP mittlerweile ein bisschen zurückgerudert sein soll und Verhandlungen angeboten hat, während die Vertragskündigung auf Eis gelegt worden sei, heißt es aus Unternehmenskreisen.

Doch die Bedenken bleiben, denn: Für den VIP bedeuten Mehrkosten ein höheres Defizit. Das wiederum muss aus der Kasse der Stadtwerke gedeckt werden – soweit Geld in dieser Kasse ist. Ansonsten muss die Stadtkasse angezapft werden.

Bei der EWP gibt es zwei Gesellschafter: die kommunalen Stadtwerke und die private Edis. Fakt ist: Die Überschüsse der EWP gehen zu einem hohen Teil nicht an die Stadtwerke als Muttergesellschaft, sondern an den privaten Mitgesellschafter Edis. Mit dem nach einer Strompreisanhebung höheren Defizit des ViP – und dessen Ausgleich aus den Kassen der Stadt und der SWP – werden somit indirekt auch die Erträge der privaten Edis gesichert. Eigentlich müsste der Verkehrsbetrieb sogar den Strombezug öffentlich ausschreiben. Aber die beiden Schwesterunternehmen wollen sich offenbar nun auf ein anderes Verfahren verständigen.

Auch bei anderen Geschäftskunden wird die Geduld durch das Geschäftsgebaren des Energie- und Wasserbetriebs auf eine harte Probe gestellt. Dass die EWP ihren Kunden, die sie grundsätzlich halten sollte, zuerst kündigt, um danach eine Strompreis-Erhöhung anzubieten, motiviert die Kunden, sich nach attraktiveren Angeboten umzusehen – und sich in letzter Konsequenz möglicherweise einen anderen Stromlieferanten zu suchen.

Mit dem Gedanken hat auch Burkhard Scholz gespielt, der seit Jahrzehnten das Inselhotel auf Hermannswerder führt. Ihm flatterte Anfang Oktober noch vor Ablauf der vereinbarten Verträge ein Schreiben mit der Kündigung der Konditionen ins Haus. Auch Scholz bemängelt die Vorgehensweise der EWP: „Das habe ich nicht erwartet, dass man uns einfach per Einschreibbrief informiert – das hat mich befremdet, weil wir ein Vierteljahrhundert gut zusammengearbeitet haben.“ Was Scholz noch bemängelt: Die EWP wollte ihm für seine Entscheidung lediglich eine Zweiwochenfrist einräumen. Nachdem er sein Unverständnis kundgetan hatte, wurde die Frist immerhin auf vier Wochen verlängert.

Den Zeitraum nutzte Scholz, um auch Angebote anderer Stromanbieter einzuholen. Ob er sich aber tatsächlich zum Wechsel entschließt, weiß er noch nicht. „Das hängt von den Angeboten auf dem Strommarkt ab“, macht der Inselhotel-Geschäftsführer deutlich.

Auch AWO-Geschäftsführerin Angela Schweers ist wenig begeistert von der Entwicklung, obwohl sie prinzipiell die Argumentation hinter der Strompreiserhöhung nachvollziehen kann. Aber: „Alles, was teurer wird, tut weh.“ Zudem stehen ihr jetzt die arbeitsintensiven Nachverhandlungen mit den Kostenträgern ins Haus, so Schweers.

Von Ildiko Röd

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