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Potsdam Ärzte warnen vor Wannsee-Reaktor
Lokales Potsdam Ärzte warnen vor Wannsee-Reaktor
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10:04 12.09.2016
Ärzte demonstrieren den Geigerzähler. Quelle: Foto: Kaufmann
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Babelsberg

Helfer in gelben Schutzanzügen mit Mundschutz und Geigerzähler rennen über den Weberplatz. Im Zelt werden Jodtabletten an die Besucher des samstäglichen Wochenmarkts ausgegeben. Atomalarm in Babelsberg!

Zum Glück nur eine Übung, die aufsehenerregende Demonstration des GAU. Die Organisation IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung – nutzte das Markttreiben in Babelsberg für eine Aufklärungskampagne über den Wannsee-Reaktor.

Der Katastrophenschutzplan für den Forschungsreaktor der Helmholtz-Gesellschaft sei unzureichend, kritisiert Allgemeinärztin Stefanie Nadler. Die Evakuierungszone, in der Babelsberg liegt, müsse von derzeit 2,5 auf acht Kilometer ausgeweitet werden. Damit läge fast ganz Potsdam im Gefahrenbereich.

Doch eigentlich, erklärt Barbara Hövener, Anästhesistin und Mitbegründerin der Berliner Ärzteinitiative, fordert die Gruppe etwas Weitreichendes: die Abschaltung des Reaktors, der etwa durch einen Flugzeugabsturz oder einen Terrorangriff zur radioaktiven Gefahr werden könnte.

Vier Jahre soll der Reaktor noch laufen. „Das ist vier Jahre zu lang, zumal die Strahlung auch nach einer Abschaltung weiter anhält“, sagt Hövener.

Auch unter den Vorschlägen für den Potsdamer Bürgerhaushalt findet sich der Meiler: Die Stadt soll ein Rechtsgutachten erstellen und gegen die Betriebsgenehmigung des Forschungsreaktors klagen.

Die Marktbesucher reagierten unterschiedlich auf die Ärzteaktion. Viele blieben interessiert stehen. „Panikmache“, meinte ein anderer und ging weiter zum Gemüsestand.

Von Marion Kaufmann

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