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Potsdam Ärztehaus mit historischer Fassade
Lokales Potsdam Ärztehaus mit historischer Fassade
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02:25 23.04.2018
Unter dem Baugerüst fühlt es sich an, als würde man in einem Innenraum arbeiten – und nicht hoch über der belebtesten Kreuzung von Babelsberg. Quelle: Peter Degener
Babelsberg

Eine Apotheke, einen Allgemeinarzt und einen mit Diabetis-Schwerpunkt beherbergt das Eckhaus gegenüber dem alten Babelsberger Rathaus bereits. Bis Jahresende kommen ein Allgemeinarzt und ein Urologe hinzu – und der Stadtteil gewinnt einen alten Blickfang zurück.

Über Jahre gab es nur Notreparaturen

Jahrelang prangten zur Sicherheit vor herabfallenden Dach- und Fassadenteilen bereits Schutzvorrichtungen am Haus, ein Teil des Daches wurde sogar abgedeckt und durch Folien ersetzt. Jetzt ist das Eckhaus vollständig eingerüstet. So kann der offene Dachstuhl, eine große Mansarde, witterungsunabhängig erneuert werden.

So sah das Haus zuletzt aus – links fehlen Balkone und Stuck. Das große Mansarddach verfiel über Jahre und wurde nur notdürftig gesichert. Quelle: privat

Apotheker Kulka bemühte sich jahrelang um den Kauf des Hauses

Bis 2017 war eine Erbengemeinschaft Eigentümer des Hauses, die sich auf England, die Vereinigten Staaten, Australien und Israel verteilte. Apotheker Hartmut Kulka arbeitete über fünf Jahre daran, alle Erben oder ihre Nachkommen und Testamentsvollstrecker ausfindig zu machen, um das Haus zu erwerben.

„Es verfiel lange, weil die Erben keine größeren Investitionen tätigten, aber die waren im Dach dringend nötig. Der schlechte Zustand hat die Existenz der Apotheke gefährdet und darum habe ich mich um das Haus bemüht“, erzählt Kulka. Von dort breitete sich bereits Schwamm in die unteren Geschosse aus.

Ein riesiges Schutzdach ragt über den gesamten Bau

Aus Mieteinnahmen wurden bereits im ersten und zweiten Obergeschoss aufwendige Innensanierungen durchgeführt. „Das ist auch der Grund, warum wir nun das gesamte Haus mit einem Schutzdach eingerüstet haben. Es darf nun kein Wasser in die fertiggestellten Geschosse eindringen“, sagt Kulka.

Das um 1915 gemachte Foto zeigt das Eckhaus und links davon den älteren Gebäudeteil mit Schmuckgiebel und Balkonen. Quelle: GrussausPotsdam.de

Alle Bauakten zum Haus sind verloren

Rund 2,5 Millionen Euro investiert der Apotheker, darunter 200 000 Euro Städtebauförderung. Damit wird auch das historische Äußere des denkmalgeschützten Hauses wiederhergestellt. „Es gibt keinerlei Bauakten zu dem Haus“, sagt Architektin Katja Melan vom Potsdamer Architekturbüro 3PO, das unter anderem die jüngste Sanierung des Filmmuseums durchgeführt hat.

Das Schutzdach sorgt für entspanntes Arbeiten. Quelle: Peter Degener

Das Gebäude besteht aus zwei Teilen, der linke Flügel mit seinem markanten, geschweiften Giebel stammt von etwa 1906. Die eigentliche Eckbebauung entstand vermutlich nur wenige Jahre danach. „Der ältere Teil wurde vollständig entstuckt und wird wieder hergestellt“, erklärt Melan. So werden wieder vier Balkone mit Ziergittern die Front schmücken. Grundlage für diese Rekonstruktion sind einige wenige existierende historische Aufnahmen. Über die Fassadenfarbe wird noch ein Befund und das Urteil der Denkmalpflege entscheiden.

Auch sieben Wohnungen gehören zum Haus

Im linken Flügel existieren bislang sechs Wohnungen von denen zuletzt nur noch zwei vermietet waren. Im Dachgeschoss soll eine siebte Wohnung hinzukommen. Bis das Schutzdach und das Gerüst abgebaut sind, wird die Kreuzung noch eingeschränkt bleiben. Durch die Baustelleneinrichtung gibt es derzeit keine Linksabbieger-Spur von der Karl-Liebknecht-Straße in die Breitscheid-Straße. Dafür wird Babelsbergs zentrale Kreuzung zum Jahresende auf allen vier Ecken wieder glänzen.

Hartmut Kulka freut sich, dass nach jahrelangen Bemühungen nun die Sanierung vollendet werden kann. Quelle: Peter Degener

Von Peter Degener

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