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AfD-nahe Stiftung lädt ins Mercure ein

Potsdam AfD-nahe Stiftung lädt ins Mercure ein

Ein Bild vom 9. September 2017 hat viele Potsdamer beeindruckt: Linke Aktivisten stehen auf dem Dach des Mercure und entrollen beim Auftritt von AfD-Mann Björn Höcke ein „Nazis raus“-Plakat. Nun hat sich die AfD-nahe Erasmus-Stiftung mit einer geschlossenen Veranstaltung im Hotel angesagt. Wer die Gäste sind, sei zunächst nicht klar gewesen, sagt der Direktor.

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Ein Bild vom 9. September 2017: Linke Aktivisten entrollen während des Auftritts von AfD-Mann Björn Höcke ein Plakat vom Dach des Mercure-Hochhauses.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Dort, wo linke Aktivisten im September 2017 gegen den AfD-Rechtsausleger Björn Höcke demonstrierten und ein Transparent mit der Aufschrift „Nazis raus aus den Köpfen“ hissten, bittet nun die AfD-nahe Erasmus-Stiftung zum Stelldichein: Im Hotel „Mercure“ findet nach MAZ-Informationen am Dienstag, 16. Januar, zum Thema „Aushöhlung des Rechtsstaates und Gefährdung der Freiheit“ eine Lesung mit anschließender Podiumsdiskussion statt. Eingeladen sind der Autor des im rechten Kopp-Verlags erschienen Bestseller-Sachbuchs „Kontrollverlust“ Thorsten Schulte, der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes Andreas Kalbitz, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Brandenburgischen Landtag Thomas Jung sowie der Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider, der unter anderem gegen den Lissabon-Vertrag und den Euro geklagt und zuletzt Verfassungsbeschwerde gegen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingelegt hat.

Auf ihrer Webseite kündigt die Stiftung die Veranstaltung lediglich für Potsdam an. Der genaue Veranstaltungsort, heißt es dort, werde erst „nach der Online-Anmeldung mitgeteilt“.

Der MAZ liegt die detaillierte Einladung zu der geschlossenen Veranstaltung ins Mercure vor. Hotel-Direktor Marco Wesolowski bestätigte, dass die „Kontrollverlust“-Runde in seinem Haus stattfindet. „Zur Zeit der Buchung war uns nicht bewusst, dass es ich um eine AfD-nahe Stiftung handelt“, sagt Wesolowski. „Ebenso ist uns der Name Thorsten Schulte bis dahin nicht geläufig gewesen.“ Generell versuche man „politische Buchungen“ neutral zu behandeln, solange die Akteure nicht im Fokus und unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen. „Insofern sehen wir auch keine Veranlassung, diese anders als andere Gäste zu behandeln.“

Im Oktober war die Erasmus-Stiftung bereits mit einer Veranstaltung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte zu Gast.

Das Mercure empfängt laut Wesolowski pro Jahr eine Viertelmillion Gäste, 1500 Veranstaltungen finden dort statt: „Dass angesichts dieser Fülle so etwas durchrutscht, kann immer passieren.“ So entpuppte sich vor einigen Jahren eine Veranstaltung als NPD-Versammlung: „Ich habe die Versammlung aufgelöst und die Herren des Hauses verwiesen“, sagt Wesolowski. „Sofern wir zu der Einschätzung einer Bedrohungslage kommen, sind wir in der Lage vom Hausrecht Gebrauch zu machen und Verträge zu kündigen.“

Von Nadine Fabian

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