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Potsdam Aldi baut neuen Markt mit Wohnungen darüber
Lokales Potsdam Aldi baut neuen Markt mit Wohnungen darüber
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00:21 11.10.2018
Geplanter Neubau Aldi-Markt mit Wohnungen, Georg-Hermann-Allee, Potsdam Quelle:   Entwurf: aldi nord
Bornstedt

An der Georg-Hermann-Allee hat Aldi eine Filiale abgerissen, um eine neue zu bauen, aber nicht nur das. Über dem neuen Markt entstehen auf zwei Etagen 34 Mietwohnungen – das erste derartige Projekt in der Landeshauptstadt Brandenburgs. Im März 2020 soll das Projekt fertig sein, wird auf dem Bauschild angekündigt.

Erstmals liegt ein Aldi-Markt dann nicht mehr im Erdgeschoss, sondern in der ersten Etage. Doch anders als beim „schwarzen Netto“ im Markt-Center an der Breiten Straße kommen die Besucher nicht über Fahrstühle und Rolltreppen nach oben, sondern über ein bequemes Rollband. Das Erdgeschoss wird nämlich eine wettergeschützte Garage für die Aldi-Kunden; die auch einen Teil des bisherigen Freiluft-Platzes nutzen können, dann aber auch der Hitze wie im Sommer 2018 ausgesetzt sind.

Der alte Aldi-Markt im Bornstedter Feld weicht einem neuen mit Wohnungen darüber. Quelle: Rainer Schüler

Der erst zehn Jahre alte Markt hatte nur rund 800 Quadratmeter Fläche und war für viele Menschen, Leute mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer, zu eng; die Ware lag recht hoch in den Regalen. Künftig gibt es in dem 1400 Quadratmeter großen Markt deutlich mehr Platz, um sich zu bewegen, und die Regale werden niedriger. Das gerade erst erweiterte Frische-Sortiment kann nach Auskunft des Aldi-Immobilienverwalters Lars Kölling besser präsentiert werden; andere Sortimentsvergrößerungen seien aber nicht geplant.

Der bisherige Markt war nach Auskunft Köllings aus statischen Gründen nicht überbaubar; man konnte also nur abreißen und neu bauen mit den Wohnungen über dem Markt: Alle 34 Einheiten sind Mietwohnungen; zu den Quadratmeterpreisen möchte sich Aldi noch nicht äußern. Für ähnliche, aber größere Aufstockungsprojekte in Berlin ist ein Drittel Sozialwohnungen festgelegt, die 6,50 Euro kalt je Quadratmeter kosten. Aldi dürfte ein Interesse daran haben, sein Discount-Profil nicht durch Hochpreiswohnungen zu brechen.

In Berlin hat Aldi zwei Projekte mit zusammen 200 Wohnungen laufen; sie sollen nächstes Jahr fertig sein. Weitere 15 seien in der Bundeshauptstadt in Planung, sagt Jörg Michalek, Geschäftsführer der Aldi-Immobilienverwaltung. Auch in Frankfurt/Oder und in Wildau (Land Brandenburg) plant Aldi Aufstockungen.

Lidl hat in Berlin Projekte umgesetzt in der Prenzlauer Allee und der Bornholmer Straße, aber nicht über Flachbauten. Doch in Neukölln, Lichtenberg und Mitte sollen drei Flachbauten aufgestockt werden. In Hamburg hat die Kette ein Hotel über einen Supermarkt gebaut und plant den Bau einer Kita über einem Markt. Zu Potsdam äußerte sich Lidl bis Redaktionsschluss nicht.

Die Rewe hat „mit renommierten Wohnungsbaugesellschaften in mehreren deutschen Großstädten entsprechende Projekte in der Planung“, will der MAZ gegenüber aber nicht sagen, wo sie liegen und wie der Planungsstand ist.

Edeka sieht sich als genossenschaftlich organisierten Verbund von rund 3800 selbstständigen Kaufleuten in sieben Regionalgesellschaften. Sie können ihre Märkte aber für die Bauzeit nicht einfach schließen, so dass eine Aufstockung als schwierig gilt. Eine Sprecherin hat aber erklärt, man analysiere die Erweiterungsmöglichkeiten jedes Bestands-Marktes.

Der „rote“ Netto-Markendiscount erklärte der MAZ, man werde sich zu diesem Thema „aus Wettbewerbsgründen grundsätzlich nicht äußern.“ Der „schwarze“ Netto erklärte, man plane keinen Wohnungsbau.

Von Rainer Schüler

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