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Potsdam Alles außer Gartenzwerge
Lokales Potsdam Alles außer Gartenzwerge
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17:24 21.04.2017
„Sala“ nennt man in Thailand diesen Bambus-Pavillon: Angela,Anja und Heike (v.l.) finden, dass man sich darin sehr gemütlich machen kann. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Kartzow

Vor dem Kartzower Schloss liegt ein Meer aus Stauden, Sträuchern, Kräutertöpfen und den ersten Blumen, die blühen. Dahinter erhebt sich eine Reihe von weißen Pavillons. Die Zelte mit den Zipfeldächern bieten den fast 130 Ausstellern auf der „LebensArt“, einer Messe für Garten, Wohnen und Lifestyle, einen trockenen Unterschlupf, falls es am Wochenende regnet.

Dass wieder mehrere Tausend Gäste zur inzwischen sechsten „LebensArt“ zum Schloss kommen werden, daran zweifelt Projektleiter Kevin Holstein trotz des unbeständigen Aprilwetters nicht. „Auch im vergangenen Jahr hatten wir drei feuchte Tage“, sagt er. 12 500 Besucher kamen 2016 in den Ortsteil von Potsdam mit nicht einmal 150 Einwohnern. Jeder Kartzower bekommt von Holstein persönlich eine Freikarte für die Messe in den Briefkasten gesteckt. Die Freiwillige Feuerwehr aus Fahrland unterstützt die Veranstaltung auf der Straße vor dem Gelände und dem großen Besucherparkplatz. „Die Zusammenarbeit mit den Menschen hier hat von Anfang an gut funktioniert“, sagt Holstein.

20 Prozent der Aussteller aus der Region

Auch einige Aussteller aus der Umgebung sind bei der „LebensArt“ vertreten. „Etwa 20 Prozent der Unternehmen kommen aus der Region und es werden von Jahr zu Jahr mehr“, erklärt der Projektleiter, der schon die erste Messe in Kartzow vor fünf Jahren organisiert hat. Künstler aus dem Dorf präsentieren sich seitdem ebenso wie Unternehmen und Handwerker aus anderen Potsdamer Ortsteilen.

Einer von ihnen ist Bodo Langner. Der Steinkünstler stellt in seiner Galerie in Groß Glienicke Brunnen, Laternen und Vogeltränken aus Findlingen und schwedischem Naturstein her. Langner ist wie viele andere Aussteller, die noch bis zum Sonntag links und rechts neben ihm im Kartzower Schlosspark stehen, seit mehreren Jahren bei der Garten- und Lifestylemesse dabei. „Eine Zeit lang bin ich auch mit der Messe umhergereist“, sagt er, „sogar bis runter nach München.“

Die Wasserläufe aus Naturstein von Bodo Langner sind ein Publikumsmagnet auf der Messe. Quelle: Bernd Gartenschläger

Inzwischen lässt es Langner ruhiger angehen. Der Transport der Steine, die er erst am Messestandort zu Wasserläufen zusammenbaut, kostet Zeit, Geld und Nerven. Der Aufwand lohnt sich dennoch. „Einiges verkaufe ich direkt auf der Messe“, sagt er. Die Findlingsbrunnen oder Wasserläufe über mehrere Ebenen werden dann erst im Garten des Käufers wieder aufgebaut.

Auf der Messe gibt es aber auch Wohnaccessoires und Gartendeko, die in jedes Auto passen. „Unsere Besucher wollen etwas mitnehmen, ein Erfolgserlebnis haben“, sagt Holstein. Ein Topf Basilikum, bunte Sitzkissen und Hängeblumen sind Evergreens. Nur Gartenzwerge sucht man vergebens. „Es gibt wenige Fans und zu viele Menschen, die sie hassen“, erklärt Holstein.

Grills und überdachte Wohnelemente sind im Trend

Die großen Trends der neuen Gartensaison sind sowieso in anderen Preisklassen angesiedelt. Besonders viele Aussteller widmen sich Grillgeräten. Henno Drecoll aus dem Kreis Segeberg fertigt beispielsweise dreidimensionale Grillplatten und Eichenbeine mit Branding für jeden Kunden individuell an. Bei seinen Vorführungen zeigt er, dass man nicht nur fettiges Fleisch, sondern auch leichtes Gemüse und saftige Steaks darauf zubereiten kann.

Windspiele, Schnitzereien und andere Dekoartikel sind Evergreens auf der „LebensArt“. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der zweite große Trend sind überdachte Wintergärten und Sitzecken. „Der Garten wird immer mehr zum Wohnraum und Rückzugsort“, erklärt Holstein. Bambushütten, verglaste Wände, Sonnensegel und Lamellendächer werden im Schlosspark präsentiert. Das exklusivste Ausstellungsstück ist in diesem Jahr ein 70 000 Euro teurer englischer Wintergarten.

LebensArt – Messe für Garten, Wohnen und Lifestyle

In 26 Städten wird die Messe „LebensArt“ von Februar bis September 2017 veranstaltet. Neben Kartzow bei Potsdam macht sie noch zwei weitere Male im Land Halt: vom 9. bis 11. Juni auf dem Gut Hesterberg bei Neuruppin und vom 18. bis 20. August auf der Schlossinsel in Lübben.

Drei Themenwelten werden auf der Messe präsentiert. Für den Garten gibt es Möbel, Pflanzen, Gestaltungsanregungen und sogar Architekturangebote. Im Bereich Wohnen werden verschiedene Dekorationen sowie Kamine, Öfen, Lampen und ebenfalls Möbel gezeigt. Mode, Gastronomie und Literatur bilden das Angebot zum Lifestyle.

Der Eintritt kostet regulär acht Euro, ermäßigt sieben Euro. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre kommen kostenlos auf das Messegelände. Hunde, die an der Leine geführt werden, sind erlaubt. Die „LebensArt“ hat noch bis einschließlich Sonntag immer von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Victoria Barnack

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