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Potsdam „Alles nur Kulisse“ – oder was?!
Lokales Potsdam „Alles nur Kulisse“ – oder was?!
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16:28 22.12.2015
Blick in die Ausstellung „Alles nur Kulisse?!“ Quelle: dpa
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Innenstadt

Während des Drehs zu Roland Emmerichs Shakespeare-Thriller „Anonymous“ brach mehrfach Atemnot aus. In Szenen, in denen fürs authentische 16.-Jahrhundert-Ambiente „massenhaft Dreidocht-Kerzen brannten, war die Luft so verrußt“, dass den Teammitgliedern vor und hinter der Kamera die Luft wegblieb und die Arbeiten immer wieder unterbrochen werden musste, berichtet Szenenbildner Sebastian Krawinkel. Noch mehr Atemnot verursachte wochenlang verrotteter Fisch, der in das Straßen-Set gekippt wurde, um den Schauspielern zu helfen, sich in das London des Elisabethanischen Zeitalters hineinzuversetzen – auch, wenn es kein Geruchskino gibt.

Schöne Anekdoten wie diese plaudert Krawinkel im Katalog „Alles nur Kulisse?!“ aus, der jetzt zur gleichnamigen Szenographie-Ausstellung im Filmmuseum erschienen ist. Für das preisgekrönte Kinoepos „Anonymous“ – 2010 auf dem Gelände von Studio Babelsberg gedreht – gestaltete Krawinkel die 85 historischen Sets. Spektakulärste Kulisse – errichtet von Handwerkern des Babelsberger Art Departments – war das Londoner „Rose Theatre“, später zum „Globe Theatre“ umgebaut und umgestrichen. Der Kunst der filmischen Raumgestaltung widmet sich die von der Märkischen Allgemeinen Zeitung präsentierte Sonderschau „Alles nur Kulisse?!“. 400 Exponate – Skizzen, Fotos, Modelle, Requisiten – sind auf sieben Themenräume verteilt.

Wer tiefer in das Wesen von Filmarchitektur eindringen möchte, dem sei der Ausstellungskatalog, herausgegeben von den Filmhistorikern Annette Dorgerloh und Marcus Becker, ans Herz gelegt. Besonderes Augenmerk wurde auf die Babelsberger Studiotradition gelegt. In einem Kapitel widmet sich Filmuni-Professor Michael Wedel der legendären Außenkulisse „Berliner Straße“, in der von 1998 bis zu ihrem Abriss 2013 mit Dramen wie „Der Pianist“ Filmgeschichte geschrieben wurde. Wedel vergleicht das so wandelbare Straßenset, das Berlin, Paris, Kopenhagen oder auch New York sein konnte, mit einem Schauspieler. Die „Berliner Straße“ scheine „in jedem neuen Film eine andere Rolle zu übernehmen, ein anderes Gesicht zu zeigen, ihre Eigenart und Identität hinter der Maske aber zu bewahren“.

Mehr als 70  000 Besucher wurden im Filmmuseum, das zur Filmuniversität „Konrad Wolf“ gehört, seit Jahresbeginn gezählt, so Sprecherin Christine Handke.

Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie montags.

Buch und Begleitprogramm

Annette Dorgerloh und Marcus Becker haben das Buch „Alles nur Kulisse?! Filmräume aus der Traumfabrik Babelsberg“ (Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 2015) zur gleichnamigen Ausstellung im Filmmuseum herausgegeben.

Ein Begleitprogramm mit Filmschaffenden und Kuratoren flankiert die bis zum 4. Dezember 2016 geöffnete Schau. Am 28. Januar wird „Ich bei Tag und Du bei Nacht“ gezeigt. „Anton der Zauberer läuft am 14. Februar. Der Märchenfilm „Gritta von Rattenzuhausbeiuns“ steht am 24. März auf dem Spielplan. rn

Von Ricarda Nowak

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