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Potsdam Das müssen Sie zur Bombenentschärfung wissen
Lokales Potsdam Das müssen Sie zur Bombenentschärfung wissen
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06:50 10.10.2018
Auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahndepots an der Heinrich-Mann-Allee wurde erneut eine Bombe gefunden – die Entschärfung erfolgt am 10.10.2018. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Am Mittwoch, den 10. Oktober, wird es aufgrund einer Bombenentschärfung in der Teltower Vorstadt erhebliche Einschränkungen geben. 3000 Personen leben im Sperrkreis. Diesen müssen die Betroffenen am Mittwoch bis 8.30 selbstständig verlassen haben. Erst danach können die angeforderten Evakuierungstrupps prüfen, ob sich noch Menschen im Sperrbereich befinden.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen und Antworten zum Blindgänger, dem Sperrkreis und dem Öffentlichen Nahverkehr.

Um was für eine Bombe handelt es sich bei dem Blindgänger?

Bei dem gefundenen Blindgänger handelt es sich um eine 250 Kilo schwere Bombe US-amerikanischer Herkunft aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Gegensatz zur zuletzt gefundenen britischen Fliegerbombe hat der jetzt gefundene Blindgänger eine dünnere Außenwand, was bedeutet, dass sie entsprechend mehr Sprengstoff beinhaltet. Des weiteren bedeutet dies, dass auch ihre Schlagkraft höher ist.

Wann wurde die Bombe über Potsdam abgeworfen?

Vermutlich wurde die Bombe in der Nacht des 14. April 1945, der sogenannten „Nacht von Potsdam“ von einem Flugzeug der US-Luftwaffe über Potsdam abgeworfen. Der Befehl zur Bombardierung der Stadt wurde an diesem Abend um 22.39 Uhr erteilt. 20 Minuten später stand die historische Stadtmitte in Flammen.

Am 13.09.2018 erfolgte eine erfolgreiche Bombenentschärfung durch Sprengmeister Mike Schwitzke auf dem Gelände des ehemaligen Straßenbahndepots. Quelle: Bernd Gartenschläger

Welcher Bereich ist vom Sperrkreis betroffen?

Im Sperrgebiet befinden sich unter anderem das Viertel Am Brunnen, die Staatskanzlei Brandenburg, die Kolonie Daheim sowie mehrere Ministerien, Landesämter, die Bundespolizei, zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, der Kletterpark, das Humboldt-Gymnasium sowie die beiden Kindertagesstätten „Nuthewinkel" und „Potsdam-Kids". Der Sperrkreis befindet sich innerhalb des Bereiches Friedrich-List-Straße, Nuthestraße, Horstweg, Waldstraße, Albert-Einstein-Straße und dem Hauptbahnhof. Auch die MAZ-Redaktion und das Druckzentrum müssen für die Entschärfung evakuiert werden.

Mit welchen Einschränkungen für den Öffentlichen Nahverkehr ist zu rechnen?

Von den Sperrungen betroffen sind die Straßenbahnlinien 91, 92, 93, 96 und 98 ab Potsdam Hauptbahnhof in Richtung Süden sowie die Buslinien 690, X1, 601, 611, 619 und 750. Ab 8:30 Uhr fahren diese Linien vom Hauptbahnhof ohne Halt durch bis zum nächsten Haltepunkt außerhalb des Sperrkreises. Die Bahnen fahren also ab 8:30 Uhr ohne Stopp zwischen Hauptbahnhof und Waldstraße/Horstweg. Sobald der Sperrkreis abgesichert ist und der Sprengmeister mit der Entschärfung beginnt, wird der Verkehr auf den Linien komplett unterbrochen. Die Vollsperrungen gelten bis zur offiziellen Entwarnung.

Und auch beim Regionalverkehr sowie bei der S-Bahn wird es zu erheblichen Einschränkungen kommen: Sowohl der Hauptbahnhof als auch der Bahnhof Babelsberg liegen zwar außerhalb des Sperrkreises und sind somit frei zugänglich; ein Teil der Gleisanlagen befindet sich jedoch im Sperrkreis, sodass während der Entschärfung zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Hauptbahnhof keine S-Bahnen und keine Regionalbahnen fahren werden. Die S-Bahnen starten und enden während der Entschärfung am S-Bahnhof Babelsberg, der Regionalverkehr wird über Potsdam-Golm und Berlin-Spandau umgeleitet.

Wie lange wird der Einsatz dauern?

Derzeit kann noch kein exakter Zeitrahmen festgelegt werden, da die Dauer der Sperrung von Faktoren wie etwa der Kooperation der im Sperrkreis lebenden Menschen sowie dem Zustand des Zünders der Bombe abhängig ist. Je schneller alle Anwohner den Sperrkreis verlassen, umso eher kann Sprengmeister Mike Schwitzke mit der Entschärfung beginnen.

Zum Vergleich: Am 3. August hat die Sperrung bis circa 15 Uhr gedauert, weil die Bombe nicht entschärft werden konnte und kontrolliert gesprengt werden musste. Am 13. September hingegen waren die Sperren bereits zur Mittagszeit wieder aufgehoben und die Bombe erfolgreich entschärft.

Wird es ein Infotelefon geben?

Ja! Ab Montag werden Fragen rund um die Bombenentschärfung telefonisch beantwortet. Etwa 300 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sind am Mittwoch im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern. Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeshauptstadt ab Montag unter der Nummer (0331) 289 1677 oder unter der (0331) 289 1642.

Was, wenn ich den Sperrkreis nicht selbstständig verlassen kann?

Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um einen Transport für Mittwoch zu bestellen.

Wo kann ich während der Evakuierung unterkommen?

Während der Sperrung steht das Oberlinhaus Babelsberg als Aufenthaltsort für Betroffene zur Verfügung.

Was ist mit meinem Haustier?

Haustiere sind in den Versorgungspunkten meist nicht gern gesehen. Es wird empfohlen, die Tiere mit ausreichend Wasser und Futter in der Wohnung/ im Haus zu lassen.

Was muss ich mitnehmen, wenn ich meine Wohnung verlasse?

Beim Verlassen der Wohnung sollten Sie in jedem Fall alle wichtigen Papiere und Medikamente mitnehmen.

Woher weiß ich, wann ich wieder in meine Wohnung zurück kann?

Betroffene werden gebeten, sich über die Medien über den aktuellen Stand der Entschärfung zu informieren. Auf MAZ-online.de halten wir sie ab den frühen Morgenstunden mit einem Liveticker auf dem Laufenden. Nutzer der MAZ-MobilApp informieren wir per Push-Mitteilung, wenn der Sperrkreis wieder aufgehoben wird.

Was passiert mit Störern?

Leider ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Störungen und Verzögerungen durch Passanten gekommen. Aus diesem Grund hat sich die Landeshauptstadt entschieden, jede Form der Störung während der Evakuierung und Entschärfung anzuzeigen beziehungsweise Bußgeldverfahren einzuleiten. Der Grund für diese Maßnahme liegt auf der Hand: Die Störer gefährden dabei nicht nur sich selbst, sondern auch den Sprengmeister bei seiner Arbeit. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einem Bußgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden.

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