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Potsdam Als JFK in Potsdam weilte
Lokales Potsdam Als JFK in Potsdam weilte
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08:49 29.05.2017
„Ich bin ein Berliner“ – John F. Kennedy (r.) und Willy Brandt 1963 beim Besuch des US-Präsidenten in Westberlin. Quelle: Ullstein Bild
Potsdam

Am heutigen Montag, dem 29. Mai 2017, wird anlässlich seines 100. Geburtstages weltweit eines Mannes mit Anerkennung, Liebe und Trauer gedacht, dem als 35. Präsident der Vereinigten Staaten nur ein kurzes Leben vergönnt war: John F. Kennedy. 1945 nahm „JFK“ in der Truman-Villa in Potsdam-Babelsberg an einer illustren Runde teil.

In seine Amtszeit vom 20. Januar 1961 bis zu seiner Ermordung am 22. November 1963 fielen in der Hochphase des Kalten Krieges historische Ereignisse wie die Invasion in der kubanischen Schweinebucht, die Kubakrise, der Bau der Berliner Mauer, der Beginn des bemannten Raumflugs, die Eskalation des Vietnamkrieges sowie die Zeit des zivilen Ungehorsams der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

Wenn „JFK“ bekanntermaßen „Ein Berliner“ war, so gab es in seinem Leben auch Potsdamer Tage, die keinen geringen Einfluss auf seine politische Entwicklung besaßen: „Ich werde“, so schrieb Kennedy nach seinem Deutschland-Besuch im Juli/August 1945 in einem Brief, „mich dieser Zeit immer als einer der interessantesten Wochen erinnern, die ich je erlebte.“

Der Vater schickte JFK nach Potsdam

Freilich, denn der ehemalige Leutnant der US-Army und Journalist kam in Potsdam mit Persönlichkeiten zusammen, die Weltgeschichte geschrieben hatten oder das in Zukunft tun würden... Und das kam so: Jack, so nannten ihn seine Freunde, war als Journalist für amerikanische Zeitungen in London tätig. Dort lebte und arbeitete auch sein Vater, Joseph P. Kennedy, der in der britischen Hauptstadt als amerikanischer Botschafter residierte. Der nun bat den amerikanischen Marineminister James V. Forrestal, seinen Sohn zu einer Reise nach Berlin und Potsdam einzuladen. Der Minister tat das gern, hoffte er doch, den jungen und doch schon charismatischen Mann als Mitarbeiter für sein Ministerium gewinnen zu können.

John F. Kenney aber sah sich erst einmal in Berlin um (1939 hatte er die Stadt bereits einmal besucht) – und war entsetzt über die riesige Trümmerlandschaft. Einen Tag später stand Potsdam auf dem Programm des künftigen Präsidenten. Schließlich standen hier die Vier-Mächte-Verhandlungen über den künftigen Status Deutschlands kurz vor dem Abschluss. Doch bevor Kennedy zum Schloss Cecilienhof, dem Ort des historischen Geschehens, fuhr, um seinen journalistischen Pflichten nachzukommen, war Jack am 30. Juli 1945 Gast einer erlauchten Frühstücksrunde.

Frühstück in illustrer Runde

Es saßen da im „Little White House“ am Griebnitzsee in der heutigen Karl-Marx-Straße 2 der 33. amerikanische Präsident Harry S. Truman und der Oberkommandierende der alliierten Streitkräfte in Westeuropa, General Dwight D. Eisenhower, der als 34. Präsident der USA Nachfolger von Harry S. Truman werden sollte. Von beiden wurde der junge Journalist in die Geheimnisse der Potsdamer Verhandlungen und in die zu erwartenden Probleme der Weltpolitik nach dem Kriege eingeweiht.

Die Truman-Villa am Griebnitzsee in Babelsberg. Quelle: Michael Hübner

Mit Sicherheit ist anzunehmen, dass „JFK“ begierig den Ausführungen folgte und Jahre später als 35. Präsident der USA davon profitierte.

Nach seinem Potsdam-Aufenthalt besuchte John F. Kennedy noch die Städte Frankfurt am Main, Kiel, Salzburg und die Berge bei Berchtesgaden, ehe er in die Vereinigten Staaten zurückkehrte, wo er seine eindrucksvolle Karriere fortsetzte.

Jahre nach der Ermordung John F. Kennedys sorgte sein Name in der Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens noch einmal für große Aufregung. Im Gästebuch fand sich nämlich ein Eintrag in englischer Sprache, der mit dem Schriftzug „J. Kennedy“ unterzeichnet worden war. Hatte etwa die Präsidentenwitwe Jacqueline ohne Wissen der DDR Potsdam besucht und eine der Wirkungsstätten ihres Gatten besucht? Welche politischen Möglichkeiten oder Konsequenzen waren daraus zu ziehen?

Die Sicherheitsorgane der DDR arbeiteten fieberhaft und fanden schließlich heraus, dass es sich bei der Unterschrift um die einer ungarische Staatsbürgerin gleichen Namens gehandelt hatte. Erleichterndes Aufatmen war die Folge.

John F. Kennedy, 35. Präsident der USA

John Fitzgerald „Jack“ Kennedy wurde am 29. Mai 1917 in Brookline, Massachusetts geboren.

Er stammte aus einer bedeutenden Familie: Sein Großvater mütterlicherseits war der demokratische Politiker John F. Fitzgerald. Seine Brüder Robert – der 1968 ebenfalls einem Attentat zum Opfer fiel – und Edward spielten in der amerikanischen Geschichte des 20. Jahrhunderts als Politiker eine wesentliche Rolle.

John F. Kennedy, häufig auch bei seinen Initialen „JFK“ genannt, war von 1961 bis 1963 der 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

In seine Amtszeit während der Hochphase des Kalten Krieges fielen historische Ereignisse wie die Kubakrise im Oktober 1962, der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961, die Eskalation des Vietnamkriegs sowie die Zeit des zivilen Ungehorsams der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

Kennedy war Mitglied der Demokratischen Partei und der erste US-Präsident römisch-katholischer Konfession.

Wegen seiner Jugend

Von Kurt Baller

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