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Als Scheiterhaufen loderten

Die Potsdamer Stiftung Garnisonkirche zur Reihe „Bücherverbrennung und Zensur“ Als Scheiterhaufen loderten

80 Jahre ist es nun her, da loderten in Deutschland die Scheiterhaufen. In mehr als 70 Städten versammelten sich im Mai 1933 Studenten und Professoren, um Bücher zu verbrennen, die sie für „wider den deutschen Geist“ hielten.

Trauriger Höhepunkt war der 10. Mai, als unter anderem auf dem Berliner Opernplatz verfemte Werke von Kurt Tucholsky und Erich Kästner in Flammen aufgingen.

Diesem Kapitel widmet die Potsdamer Stiftung Garnisonkirche nun eine Veranstaltungsreihe. Unter dem Titel „Bücherverbrennung und Zensur: In der Demokratie nie?“ wird es in der Kapelle der Garnisonkirche an der Breiten Straße im Mai mehrere Diskussionsrunden, Schülerlesungen und Leseabende mit musikalischer Begleitung geben (siehe Infokasten).

„Es soll vor allem darum gehen, wie in unserer demokratischen Gesellschaft mit Meinungsfreiheit und Zensur umzugehen ist“, erläutert Garnisonkirchen-Pfarrerin Juliane Rumpel. „Mit unseren Veranstaltungen wollen wir den 10. Mai gleichsam einrahmen.“ Gemeinsam mit Lehrern und Schülern des Humboldt-Gymansiums und der Historikerin Stephanie Hochberg hat Juliane Rumpel die Reihe organisiert.

Aber was hat die Bücherverbrennung im nationalsozialistischen Ungeist mit den Verhältnissen in der heutigen Bundesrepublik zu tun? „Die Bücherverbrennungen 1933 waren natürlich eine beispiellose Beschneidung des Geistes“, sagt Deutschlehrerin Heidrun Kinner vom Humboldt-Gymnasium. „Heutzutage ist das Gegenteil der Fall, alles ist erlaubt – auch damit muss man umgehen können.“

So richtet sich die Veranstaltungsreihe denn auch in erster Linie an die junge Generation. Die 17-jährige Anna Lüdcke und die 15-jährige Sophie Inacker gehören zu einer Handvoll Humboldt-Schüler, die an der Vorbereitung von „Bücherverbrennung und Zensur“ beteiligt sind.

„Ich frage mich schon, wie es passieren konnte, dass so viele Leute bei den Bücherverbrennungen mitgemacht haben“, sagt die Zehntklässlerin Anna Lüdcke. Auch Sophie Inacker aus der neunten Klasse ist über die Arbeit an dem Thema zum Nachdenken gekommen: „Wir sind ja in die Meinungsfreiheit hineingeboren und wissen das manchmal gar nicht zu schätzen.“

Schon 2009 hatte die Stiftung Garnisonkirche ein Schülerprojekt zum Thema „20 Jahre Friedliche Revolution“ auf die Beine gestellt. „Auf die Weise wollen wir natürlich auch den Samen legen für unsere künftige Arbeit“, so Pfarrerin Juliane Rumpel. (Von Martin Küper)

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