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Potsdam Als auf dem Bassinplatz die Bücher brannten
Lokales Potsdam Als auf dem Bassinplatz die Bücher brannten
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07:29 22.05.2017
Erich Kästners Werke standen auf dem Index. Sozialstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt liest aus „Stimmen aus dem Massengrab“. Quelle: Foto: Dpa
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Potsdam

Erich Kästner, Franz Kafka, Bertolt Brecht, Heinrich Mann, Kurt Tucholsky, Anna Seghers, Rosa Luxemburg. Das sind nur einige Namen bekannter Autoren, die unter den Nationalsozialisten verfemt waren. Auch in Potsdam landeten ihre Werke auf dem Scheiterhaufen. Im Gedenken an die Bücherverbrennung auf dem Bassinplatz am 22. Mai 1933 lesen am Montag Personen des öffentlichen Lebens aus Texten von Schriftstellern, deren Bücher zur Nazi-Zeit auf dem Index standen. Und das an einem besonderen Ort. Die Lesung findet im „Demokratiebus“ der Linie 695 statt, der zwischen Hauptbahnhof und Pirschheide hin- und her fährt.

Sozialministerin Diana Golze (Linke) steigt um 8.49 Uhr am Hauptbahnhof als erste zu und liest aus „Ede und Unku“ der jüdischen Kinderbuchautorin und Kommunistin Grete Weiskopf. Die Geschichte über die Freundschaft zwischen dem Berliner Jungen Ede und dem Zigeunermädchen Unku, die später von der Defa verfilmt wurde, fiel 1933 den Flammen zum Opfer.

Insgesamt 35 Vorleser, neben Politikern auch Vertreter von Sport und Kultur wie Turbine-Spielerin Katja Friedl und Autorin Christine Anlauff, touren durch die Stadt, um nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was vor 84 Jahren geschah. „Was aktuell um uns passiert, ist besorgniserregend. Mitten in Europa ist Rechtspopulismus plötzlich salonfähig geworden“, sagt Kilian Kindelberger, Geschäftsführer der Berlin-Brandenburgischen-Auslandsgesellschaft, die die Lesung auf Rädern gemeinsam mit dem Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“und der Landeshauptstadt organisiert hat.

Fackelzug durch die Stadt

Zur Bücherverbrennung in Potsdam ist inzwischen Einiges erforscht. Die Nationalsozialistische Jungarbeiterbetriebszelle, die Hitler-Jugend, der Bund Deutscher Mädel sowie die Jugendgruppen des Gewerkschaftsbundes der Angestellten und des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes verantworteten den Kulturfrevel. Vor der Verbrennung gab es einen Fackelzug durch die Stadt. Ausgangspunkt für den Marsch war das NSDAP-Parteilokal Otto Prast in der Kaiser-Wilhelm-Straße 38, der heutigen Hegelallee.

Von Marion Kaufmann

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