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Potsdam Alte Volkshochschule wird „Palais de Gontard“
Lokales Potsdam Alte Volkshochschule wird „Palais de Gontard“
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23:05 17.02.2016
Ansicht der alten Volkshochschule. Quelle: Bernd Hiepe
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Innenstadt

Für viele Potsdamer war es jahrelang ein beliebtes Ziel, wo man neben einem netten Gruppenerlebnis auch noch jede Menge Wissen bekam: Die Volkshochschule „Albert Einstein“ in der Dortustraße 37 zählte seit Beginn der 1980er Jahre zu den Fixpunkten auf der Bildungslandkarte der Stadt.

Doch die Volkshochschule ist seit ihrem Umzug an den Platz der Einheit bereits seit einigen „Geschichte“ an diesem Standort. Bald werden sich die Potsdamer außerdem an einen neuen Namen für den repräsentativen Barockbau gewöhnen müssen: „Palais de Gontard“ heißt das Gebäude nun nach seinem Architekten Carl von Gontard. Er errichtete es ungefähr um 1770 als Wohnhaus.

Eichenparkett und Designbäder

Diese ursprüngliche Bestimmung soll das „Palais de Gontard“, das Ende 2017 fertig saniert sein wird, auch bald wieder bekommen. Der Bauträger Gartemann GmbH um Geschäftsführer Michael Gartemann und die für die Vermarktung zuständige Nürnberger „Terraplan Immobilien- und Treuhandgesellschaft mbH“ planen hier 22 Zwei- bis Drei-Zimmer-Suiten und eine Drei-Zimmer-Maisonette. Die Wohnungen sind zwischen 46 und 99 Quadratmeter groß. Die Wohnungen sind schon alle verkauft.

Trotz der Sanierung werden ehemalige Volkshochschul-Besucher das alte Ambiente auch später teilweise wiedererkennen: So bleiben die historischen Treppen großteils erhalten; ebenso die Dachgeschosse. Die Schinkel-Laternen am Eingang werden den zukünftigen Bewohnern weiterhin den Weg leuchten. Auch die Doppelkastenfenster sollen nicht alle aufs Altenteil, erklärt Sabrina Laufer von der Nürnberger „Terraplan“: „Wo technisch möglich und denkmalpflegerisch geboten, bleiben die Fenster erhalten und werden vom Restaurator und Schreiner in Stand gesetzt.“ Der Luftraum zwischen beiden Fenstern dient als natürliche Wärmedämmung.

Das ist neu: Balkone an den Hoffassaden

Klar ist aber auch: Das Gesicht des Barockbaus wird sich in mancherlei Hinsicht verändern. „Um den historischen Charakter hervorzuheben werden neue Stuckelemente an der Außenfassade zur Dortustraße angebracht, die im 18. Jahrhundert an dem Gebäude vermutet wurden.“ Außerdem werden an den Hoffassaden Balkone angebracht. Im Innenhof ist ein hauseigener Garten mit Pergola und Spielbereich geplant.

Verkaufsausschreibung wurde gestoppt

Der Verkauf der alten Volkshochschule hatte eine Zeit lang auf der Kippe gestanden. Im September 2014 stimmte die Stadtverordnetenversammlung für den Antrag der Fraktion „Die Andere“ auf einen Stopp der bereits laufenden Ausschreibung. Die Forderung: Das Gebäude sollte besser für kommunale Zwecke genutzt werden – beispielsweise als Flüchtlingsheim oder Bürofläche. Die Nutzung als Gemeinschaftsunterkunft wurde dann zwar geprüft, aber unter anderem wegen der Brandschutz-Erfordernisse für untauglich befunden: „Es hätte zum Beispiel einen zweiten Fluchtweg gebraucht“, erklärte Stadtsprecher Jan Brunzlow am Mittwoch auf Anfrage.

Im November 2014 stimmten die Stadtverordneten dann dem Verkauf der alten Volkshochschule zu.

Die Sanierung soll in wenigen Wochen starten: „Ende des ersten Quartals beziehungsweise Anfang des zweiten Quartals“, so Terraplan-Mitarbeiterin Laufer.

Friedrich II. holte Gontard nach Preußen

Architekt Carl von Gontard – der Erbauer des jetzt nach ihm benannten Wohnhauses – prägte auch maßgeblich die Innenstadt: In den Architekturführern hat einen festen Platz, beispielsweise dank des 1770 errichteten Brandenburger Tores, das er gemeinsam mit seinem ehemaligen Schüler Georg Christian Unger baute. Auch das Militärwaisenhaus in der Breiten Straße zählt zu seinen Bauten. Friedrich II. hatte Gontard von Bayreuth nach Preußen gerufen. Er machte ihn zum Hofbaumeister.

Von lldiko Röd

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