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Potsdam Moderne Kunst für Neubau am Alten Markt
Lokales Potsdam Moderne Kunst für Neubau am Alten Markt
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00:19 29.12.2018
So sieht das Fries im Modell des Künstlers aus. Quelle: privat
Innenstadt

Der Berliner Künstler Wolf von Waldow soll die Fassade des Neubaus am Alten Markt 13/14 gestalten. Er wurde von der Jury der Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ zum Sieger eines künstlerischen Wettbewerbs bestimmt, wie er auf Anfrage der MAZ bestätigte. Das Haus, das auf dem Areal der früheren Fachhochschule bis etwa 2022 entstehen soll, wird an der Ecke des Alten Markts und der dann bis zur Nikolaikirche verlängerten Schwertfegerstraße errichtet und die Fassade teilweise rekonstruiert.

Der Schmuck erinnert an den 1945 zerstörten Vorgängerbau von 1797

Von Waldow hat sich in seiner Arbeit am Schmuck des Vorgängerbaus von 1797 orientiert. Dieser war selbst mit Verweisen auf eine früheres Haus an dieser Stelle errichtet worden, das 1795 beim Brand der Nikolaikirche zerstört wurde.

Das Haus wurde von einer Allegorie des Überflusses bekrönt, die ihr Füllhorn über der Stadt ausschüttete. Das Fries über dem Hauptportal war von feuerlöschenden Kindern geziert.

An der oberen Gebäudekante soll diese Neuinterpretation der Allegorie des Überflusses angebracht werden. Quelle: privat

„Es zeigt, wie vieles weggeschüttet wird und man darüber verzweifeln kann“

Anstelle von Sandstein hat Wolf von Waldow scherenschnittartige und detailverliebte Metallskulpturen entwickelt: Oben auf der Traufe des Hauses schüttet erneut eine Frau wie im Überfluss aus einer Erdhalbkugel zahllose Objekte herab und hält eine lädierte Flagge mit einer Friedenstaube in den Wind. Neben ihr sitzt ein Mann hoffnungslos über Börsenkurse gebeugt. „Es zeigt, wie hier vieles weggeschüttet wird und man darüber verzweifeln kann“, erklärt von Waldow.

Der mehrere Meter breite Fries über dem Haupteingang weist auch ein Fragment des Originalfrieses von 1797 auf. Quelle: privat

Vieles, was von oben herab fällt, wird von Figuren in einem mehrere Meter breiten Fries über dem Eingang wieder aufgefangen. Die Flamme aus der Hand der New Yorker Freiheitsstatue, eine Plastikflasche und das Sternmuster von der Fassade der früheren Fachhochschule gehören zu den Symbolen. Eingearbeitet ist auch ein Fragment des Originalfrieses mit Kinderfiguren beim Löschen des Brands der Nikolaikirche.

Eine neue Katastrophe kündigt sich im Kunstwerk bereits an

Rechts davon schlagen bereits neue Flammen hervor. „Hier kündigt sich eine neue Katastrophe an, die von der Gesellschaft auf der linken Seite noch gar nicht bemerkt worden ist“, sagt von Waldow. Auf dieser Seite des Frieses nährt eine Figur das Feuer – oder versucht es auszuschlagen. Ein zweiter filmt das Geschehen mit einer Kamera. Eine alte Frau flüchtet mit einem Koffer aus der Szene.

So sah das Haus von 1797 aus. Oben ist die Allegorie des Überflusses erkennbar, am Eingang der Sandsteinfries mit den feuerlöschenden Kinder. Quelle: Potsdam-Museum

Wohnungsgenossenschaft will Arbeit im Januar vorstellen

Die Wohnungsgenossenschaft „Karl Marx“ wollte das Wettbewerbsergebnis noch nicht kommentieren. „Anfang Januar werden wir den künstlerischen Entwurf gemeinsam mit der Stadt und dem Sanierungsträger öffentlich vorstellen“, kündigte Genossenschaftsvorstand Bodo Jablonowski an.

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