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Am Anfang war der Klecks

Verschiedene Ausstellungen am Wochenende in Potsdam Am Anfang war der Klecks

Der goldene Oktober soll an diesem Wochenende einen Dämpfer erhalten. Nur gut, dass es in Potsdam nicht an Ausstellungen mangelt, in denen man dem herbstlichen Treiben entfliehen kann. Im "Sans titre" beispielsweise verabschiedet sich Constanze Henning mit einer Ausstellung von Marlen Melzow.

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Potsdam. Als erstes war ein dicker Klecks auf dem Papier. Es folgte der Thron und dann die Frau, auf deren Kopf der mützengleich platzierte Fleck zu explodieren scheint wie Gestalt gewordenes, gefährliches Gedankengut. Marlen Melzow lässt den Dingen gern ihren Lauf. "Ich versuche zu improvisieren, mich auf das Material und die Farbe einzulassen." Und dann taucht mit dem ersten Pinselschlag auf dem Papier etwas auf, das Gestalt wird und seine eigene Richtung nimmt. "Gezeichnete" ist der vieldeutige Titel der Ausstellung von Marlen Melzow, die am Freitag, 25. Oktober 2013, um 19 Uhr im Kunsthaus "Sans titre", Französische Straße 18, eröffnet wird.

Dass die in Berlin lebende und arbeitende Künstlerin als Grafikdesignerin, Bühnen- und Kostümbildnerin eine Theaterfrau ist, merkt man ihren Figuren an, die klar sind, ausdrucksstark und höchst individuell. Brünnhilde, ein schlankes Weib in Hosen und Jackett, gewinnt an Präsenz durch eine pfützige Spiegelung zu ihren Füßen, Narziss hat schwer zu tragen an einem beinahe unsichtbaren Rahmen. Eine spezielle auratische Note bekommen die schwarz konturierten Figuren durch gelblich rund auslaufende, an Bühnenlicht erinnernde Flecken aus Leinölfirnis auf dem Papier, die mit der Aufmerksamkeit des Betrachters spielen. Drei Monate arbeitete Marlen Melzow an Zeichnungen wie diesen, von denen nun eine Auswahl gezeigt wird.

Es ist die erste Ausstellung der Künstlerin in Potsdam und die letzte, die von Constanze Henning im "Sans titre" kuratiert wurde. Die Mitgründerin des Kunsthauses, das gerade sein vierjähriges Bestehen feiern konnte, zieht sich aus dem "Sans titre" zurück, bleibt ihm aber in Freundschaft verbunden. Gründe ihres Abgangs sind die permanente Unsicherheit, niemand weiß, ob es das "Sans titre" bei prekären Vertragskonditionen nach Ablauf eines weiteren Jahres überhaupt noch gibt, und nicht nur damit verbundene finanzielle Unwägbarkeiten. So gab es bislang keine institutionelle Förderung seitens der Stadt, und von zehn Projektförderanträgen seien auch nur zwei teilweise bewilligt worden. "Dieses Haus frisst die privaten Finanzen auf und am Ende bleibt nichts übrig. Du zahlst nur drauf mit der Aussicht, dass es irgendwann nicht mehr weitergeht." Ihr liebstes Projekt im "Sans titre" war die Eröffnungsausstellung mit dem Schweizer Augustinus Markus Rupp. Damals gab es im "Sans titre" weder Licht, noch Wasser oder Strom, dafür einen gewaltigen Enthusiasmus bei allen Beteiligten: "Aber das hält nicht ewig vor."

Von Volker Oelschläger

Bis 10. November, Do-So, 14-18 Uhr..

WEITERE AUSSTELLUNGSERÖFFNUNGEN

Studenten der Fachklasse Malerei von Burkhard Held an der Universität der Künste stellen im Museum Fluxus plus, Schiffbauergasse, aus und zausen mit ihrem Ausstellungstitel ganz im Sinne des Hauses zuerst einmal den Namen der Kunstherberge. Die Ausstellung „ Luxus plus “ mit verschiedenen Positionen zeitgenössischer Malerei wird am Freitag um 19 Uhr eröffnet. Bis 24. November, Mi–So 13–18 Uhr.

Nachhaltige Ansätze und halbherzige Retrospektiven “ ist der Titel einer Ausstellung, die am Sonnabend um 18 Uhr im Kunstwerk, Hermann-Elflein-Straße 10, eröffnet wird. Wilfried Gößel und Wolfgang Ranft untersuchen mit Bildern, Objekten und Installationen in neuen Sinnzusammenhängen das ideelle Recyclingpotential von Kunst. Bis 24. November, Mi–So 15–19 Uhr.

Halali! “ heißt es ab 15 Uhr zu Fest der Kunstschule in der Karl-Liebknecht-Straße 136 in Babelsberg. Mit zünftiger Jagdmusik vom Hornquartett der Städtischen Musikschule „Johann Sebastian Bach“ wird eine Ausstellung „Halali – Die Jagd und die Kunst“ mit Malerei, Collage, Plastik, Keramik, Druck und Installation von Kunstschülern aller Generationen eröffnet. Eine „Verwilderte Tafel“ kitzelt Seh- und Geschmackssinne. In der Buttonwerkstatt „Jagdabzeichen“ können die Gäste Anstecker gestalten. Die Rauminstallation „Jagdrevier“ lädt kleine und große Jäger zur Pirsch ein. Um 17 Uhr gibt es im „Jagdrevier“ eine Präsentation der neuen Schreibwerkstätten für Kinder. Ausstellung bis 29. November, Mo–Do 10–20 Uhr.

Holz in Farbe “ ist der Titel einer Ausstellung von Christof Kinkel, die am Freitag um 20 Uhr im Atelier Gülden, Carl-von-Ossietzky-Straße 28, eröffnet wird. Der Künstler präsentiert Arbeiten aus Holz- Metall und Stein. Bis 3. November.

Eben eröffnet wurde die Ausstellung „ Christo und Jeanne-Claude – Verhüllter Reichstag – Werke aus Berliner Sammlungen “. Die Villa Schöningen, Berliner Straße 86, zeigt Originalzeichnungen und Collagen von Christo und Jeanne-Claude aus Berliner Sammlungen, die einen Einblick in das von 1971 bis 1995 andauernde Bemühen um die Verhüllung des Reichstags im Juni 1995 verschaffen. Bis 10. November, Do/Freitag 11–18 Uhr, Sa/So 10–18 Uhr.

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