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Ameisen ziehen um

Potsdam-Schlaatz Ameisen ziehen um

Samstag, kurz nach Sonnenaufgang: Mit dem Tierschützer Reiner Dietrich (76) siedeln freiwillige Helfer Waldameisen um. Die geschützten Insekten, die Hügel bauen, hatten an der Grundstücksgrenze der Freien Schule Potsdam im Wohngebiet am Schlaatz nicht genug Nahrung gefunden. Zuerst wird der wärmste Teil des Baus abgetragen, dann die übrigen in Schichten.

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Quelle: Fotolia

Schlaatz. Pflastersteine und Mülltonen an der Grundstücksgrenze der Freien Schule Potsdam brachten einem Ameisenvolk nicht genug Nahrung ein. Die hügelbauende Waldameise gehört in Deutschland zu den besonders geschützten Tierarten. Deshalb wurden sie am Samstag kurz nach dem Sonnenaufgang gegen halb sechs von Reiner Dietrich, einem Ameisenschützer aus Berlin, und einigen freiwilligen Helfern umgesiedelt. „Zu dieser frühen Zeit sind alle Ameisen noch im Schlaf. Nur dann ist es möglich alle zusammen umzusiedeln“, erklärt Reiner Dietrich den zeitigen Umzug.

Die Königin muss unbedingt überleben

Bei der Umsiedlung wird der wärmste Teil des Baus zu erst entnommen. „Da wohnt die Königin. Es ist wichtig, dass die überlebt, die legt am Tag bis zu 200 Eier“, sagt Dietrich. Etwa in einen fünf Liter-Eimer passten die Tannennadeln, Zweige und andere Nestbauutensilien, die Dietrich vorsichtig mit der Hand aushob. Nachdem der innerste Kern abgetragen war, ging es Schicht für Schicht weiter. Der 76-jährige Dietrich und seine Helfer bauten den Ameisen 200 Meter einen neuen Haufen. Ein halbmorscher Stamm, feine Zweige und Nadelstreu in einer vorher gegrabenen Mulde dienen den Ameisen nun als Basis. „Es dauert etwa einen Tag. Dann haben die Ameisen den Hügel schon wieder in Ordnung gebracht“, erzählt Dietrich.

Manchmal braucht man einen Handfeger für die kleinen Tierchen

Die Ameisen sind wegen des Umzugs erstmal verschreckt, so Reiner Dietrich, aber auch nicht angriffslustig. Den Ameisenumzug hat er ohne weitere Schutzkleidung durchgeführt. „Handschuhe hindern mich nur an der Arbeit“. Ameisen beißen gerne oder können auch eine saure Flüssigkeit zum eigenen Schutz abgeben. Hin und wieder mussten dann doch Handfeger eingesetzt werden, um die kleinen Tierchen von der Kleidung zu streichen. „Die wissen ja nicht, dass wir denen nur helfen wollen“, sagt Reiner Dietrich.

In den kommenden drei Wochen wird sich Dietrich um die „Formica“ (Latein für Waldameise) kümmern und regelmäßig den Hügel begutachten.

Von Lisa Neumann

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