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Potsdam Ampelsünder im Visier der Polizei
Lokales Potsdam Ampelsünder im Visier der Polizei
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00:15 25.02.2017
Polizeikommissar Martin Macheleidt und seine Kollegin Christin Reuther haben die Ampel im Blick. Quelle: Christel Köster
Potsdam

„Rotfahrt!“, ruft Polizeikommissar Martin Macheleidt ins Funkgerät. Tatsächlich, der Golffahrer gibt Gas, obwohl die Ampel an der Ecke Pappelallee/Kirschallee schon Rot zeigt, und braust über die Kreuzung. Aber da wartet bereits Polizeioberkommissar Heiko Riebisch mit gelber Schutzweste und winkt den Fahrer mit der Kelle auf den kleinen Parkplatz, der Freitagnachmittag gerne von Eltern genutzt wird, die ihre Kinder vom Hort am Schulplatz abholen wollen.

Missachten eines Haltesignals: 90 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg. Damit kommt der junge Mann noch relativ glimpflich davon. Hätte die Ampel schon länger als eine Sekunde auf Rot gestanden und der Fahrer zum Beispiel ein Kind gefährdet, das über den Fußgängerüberweg will: ab 200 Euro Bußgeld Hinzu kämen zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei und ein einmonatiges Fahrverbot.

Die Beamten der Polizeiinspektion Potsdam stehen gerade 45 Minuten an der Stelle nahe einer Schule und eines Horts und haben schon fünf Fahrer erwischt, die nicht an der Ampel angehalten haben. „Das ist ergiebiger als Geschwindigkeitsmessungen“, sagt Polizeihauptmeister Harry Wenzel und zückt den nächsten Zahlschein. Denn anders als beim Lasern werden die Fahrer nicht durch sichtbare Gerätschaften am Straßenrand und Lichthupen anderer Autos gewarnt. Martin Macheleidt und seine Kollegin Christin Reuther, die die Ampel im Blick haben, stehen etwas versteckt um die Ecke, hinter einem Zaun.Vier Augen müssen es sein, damit die Ahndung des Verkehrsvergehens auch vor Gericht bestand hat. Aber nicht nur Rotsünder haben die Beamten im Blick. Auch wer im Auto nicht vom Handy lassen kann, wird angehalten.

Die Autofahrer wurden auf einen Parkplatz gewunken. Quelle: Christel Köster

Macheleidt meldet einen weißen Transporter an die Kollegen weiter unten in der Pappelallee: „nicht angeschnallt!“ Als Harry Wenzel in den Wagen schaut, stellt er fest: Alle drei Insassen haben keinen Gurt angelegt. Macht 30 Euro Strafe pro Person.

Um’s Abkassieren geht es bei der Aktion nicht, wie Ingolf Niesler, Leiter des Revierdienstes der Polizeiinspektion, versichert. „Wir haben in Potsdam ein Akzeptanzproblem was die Verkehrsregeln angeht“, sagt er. Heißt: Viele fahren, wie sie wollen – in der Hoffnung, dass sie eh nicht erwischt werden. Mit den unangekündigten Kontrollen, die gestern ab 14 Uhr bis in die Nacht hinein an verschiedenen Standorten stattfanden, wolle die Polizei die Autofahrer, aber auch Radler und Fußgänger sensibilisieren, so Niesler. Denn selbst wer bei Rot über eine Ampel läuft, riskiert einen großen Milchkaffee: fünf Euro sind dann fällig.

Weniger Unfälle, mehr Verletzte

Meist gerieten aber Motorisierte ins Visier der Polizisten. Nach Auswertung der Unfallstatistik 2016 wurde dabei gestern der Schwerpunkt auf Rotlichtverstöße gelegt. „Gerade im Stadtverkehr ist das ein Problem“, so Polizeioberrat Niesler. „Viele reizen die Ampelphasen aus und denken: Das schaff’ ich schon noch“ – und behindern so den Verkehrsfluss, gefährden andere. Aber auch für mangelnden Sicherheitsabstand im dichter werdenden Stadtverkehr und Raserei gab es die rote Karte. Die Zahl der Unfälle ist in Potsdam 2016 zwar wie berichtet insgesamt gesunken, dafür gab es mehr Verletzte und Schwerverletzte. Die Zahl der Raserunfälle ist in Potsdam um 36 Prozent gestiegen. Auch Unfälle, die unter Alkoholeinfluss begangen wurden, haben zugenommen. 2015 saßen 54 Mal Betrunkene am Steuer eines Unfallwagens, im Vorjahr waren es 59. Ab 18 Uhr ließ die Polizei deshalb gestern viele Fahrer pusten. „Fasching und Freitagabend – viel Arbeit für uns“, sagt Revierdienstleiter Niesler.

Zwischenbilanz der Kontrollen

Bei den Kontrollen gestern im Stadtgebiet wurden elf Fahrer erwischt, die über eine rote Ampel gefahren sind.

Drei Autoinsassen hatten keinen Sicherheitsgurt angelegt, einer fuhr mit Handy in der Hand. Zwei Fahrer waren ohne Papiere unterwegs. Bei einem Fahrzeug wurden Mängel festgestellt.

Auch gelasert wurde gestern. Neun Fahrer waren zu schnell unterwegs. Spitzenreiter: Ein Raser hatte 22 km/h zu viel drauf, 50 km/h waren erlaubt.

Von 18 bis 24 Uhr fanden Alkoholkontrollen statt, die am Wochenende ausgewertet werden.

Von Marion Kaufmann

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