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Amtsgericht stellt Verfahren gegen Ärztin ein

Vorwurf der unterlassenen Hilfe hat sich nicht bestätigt Amtsgericht stellt Verfahren gegen Ärztin ein

Das Amtsgericht Potsdam hat am Dienstagnachmittag das Verfahren gegen eine Potsdamer Ärztin zum Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung eingestellt. Der Vorwurf habe sich nicht bestätigt, sagte die Amtsrichterin. Die Angeklagte war beschuldigt worden, bei ihrem Bereitschaftsdienst einer Patientin die Hilfe verweigert zu haben.

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Das Amtsgericht Potsdam hatt das Verfahren gegen eine Bereitschaftsärztin zum Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung eingestellt.

Quelle: Archiv/Michael Hübner

Potsdam. Die Potsdamer Ärztin Petra K. (Name geändert) wird nicht für ihr Verhalten verurteilt. Der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung gegenüber einer Patientin habe sich nicht bestätigt, schloss Richterin Kerstin Nitsche am Dienstagnachmittag die Verhandlung im Potsdamer Amtsgericht und stellte das Verfahren gegen die 71-Jährige ein. Die mehr als 70-jährige Patientin wurde offenbar Opfer eines Zuständigkeitsgerangels.

Petra K. hat am 25. Dezember 2013 den Bereitschaftsdienst einer Kollegin übernommen, als um 17.32 Uhr das Telefon klingelt und André Stoof um einen dringenden Hausbesuch für seine Mutter bittet. Die Familie hat gerade an der Kaffeetafel gesessen, als die Seniorin nach Stoofs Ausführungen im Zeugenstand sich plötzlich kreidebleich an den Hals fasst, zur Toilette läuft und sich dort übergibt. Der Sohn wählt den Notruf „112“, doch die Rettungssanitäter verweisen ihn auf die „116“ beziehungsweise „117“, unter der der Kassenärztliche Bereitschaftsdienst zu erreichen ist. Dort hat Petra K. zeitgleich schon einer 78-jährigen Zuckerkranken und einer 86-Jährigen mit hohem Fieber ihren Hausbesuch zugesagt, zu denen sie mit dem Taxi fahren muss, weil ihr eigenes Auto defekt ist. K. verweist Stoof zurück zum Notdienst. Das Angebot des Sohnes, sie mit dem Auto von Babelsberg nach Drewitz abzuholen, lehnt sie ab. Als um 17.50 Uhr doch ein Notarzt erscheint, stellt dieser einen Herzinfarkt bei der Patientin fest und überweist sie direkt ins Ernst-von-Bergmann-Klinikum.

Warum der Sohn hin- und hergeschickt wurde, lässt sich im Gericht nicht zweifelsfrei klären. Stoof muss sich im Zeugenstand fragen lassen, ob er bei seinen Anrufen die Symptome des Anfalls seiner Mutter so eindeutig beschrieben hat, dass das Hase-und-Igel-Spiel hätte vermieden werden können. Die schwer rheumakranke Patientin soll nach Auskunft von Ärzten zudem auch unter der Lungenkrankheit COPD leiden. Richterin Nitsche kann die Trennung der Verantwortungen zwischen Not- und Bereitschaftsdienst nachvollziehen, weil sie nach eigenen Worten das Prozedere durch ihre kranke Mutter kennt. „Ich hatte erwartet, dass ich bei einem Hilferuf auch Hilfe bekomme“, sagt der 40-Jährige Autoverkäufer. Er ist sich sicher, bei seinen Anrufen auch auf Schmerzen in der Brust seiner Mutter hingewiesen zu haben. Überprüfbar ist das nicht mehr. Der Notruf über die „112“ wurde zwar aufgezeichnet, ist jedoch nicht mehr vorhanden. „Ich hätte auch gar nicht die Ausrüstung gehabt, um zu helfen“, verteidigt sich Petra K. Auf ihrem Weg zu einer anderen Patientin war sie am Haus der Stoofs vorbeigefahren, hatte aber nicht mehr nach der Mutter gesehen, da bereits der Notarztwagen vor der Tür stand.

Wenn sich auch der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung nicht bestätigt hat, so sprechen Staatsanwaltschaft und Richterin dennoch vom Phlegma und subjektivem Fehlverhalten. Die Bereitschaftsärztin wäre auf der sicheren Seite gewesen, hätte sie selbst noch einmal den Notdienst verständigt und auf ihrem Weg nach der Mutter gesehen, so Nitsche.

Von Heinz Helwig

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