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Angriff auf Einwanderin trübt Ministerbesuch

Erste Flüchtlinge am Staudenhof eingezogen Angriff auf Einwanderin trübt Ministerbesuch

Sozialminister Günter Baaske (SPD) und Potsdams Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger (parteilos) begrüßten am Mittwoch die ersten Asylbewerber am Staudenhof. Dort kam auch der Übergriff auf eine 70-jährige Russin zur Sprache. Die Flüchtlinge haben seit ihrer Ankunft ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

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Sozialminister Günter Baaske (SPD) redet mit Asylbewerbern am Staudenhof.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. 16 Bewohner aus Syrien, Afghanistan, dem Iran und Kamerun sind schon eingezogen, am Ende sollen es 50 werden. Sie wohnen künftig an einer zentralen Stelle der Stadt: in den Plattenbauten am Staudenhof, direkt hinter der Nikolaikirche. Am Mittwoch begrüßten Sozialminister Günter Baaske (SPD) und Potsdams Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger (parteilos) die ersten Flüchtlinge. Zu dem Übergriff auf die russische Asylbewerberin im Schlaatz sagte Müller-Preinesberger am Rande des Besuchs: "Es ist ein bedauernswerter Vorfall. Egal, ob auf eine deutsche oder russische Frau, es ist nicht zu begründen, eine hilflose Person derart anzugreifen."

Die Flüchtlinge am Staudenhof hatten davon noch nichts gehört. In dem Wohnkomplex teilt sich Alhamada Adham seit Juni mit seiner Mutter eine Ein-Zimmer-Wohnung. In ihrer Heimat Syrien wurden sie verfolgt. Nach dem Aufenthalt in der Erstaufnahme-Einrichtung in Eisenhüttenstadt konnten sie im Juni hierher umziehen. Jetzt wollen sie Deutsch lernen. "Das ist sehr schwierig", übersetzt eine Dolmetscherin den Mann. Die Anwohner am Staudenhof, die nun neue Nachbarn bekommen haben, freuen sich über das internationale Flair im Haus. "Ich bin Christ. Wie soll ich mich da von so jemandem gestört fühlen?", sagt Klaus-Peter Falk. Seit zehn Jahren wohnt er schon hier, jetzt grüßt er auch mal Afrikaner im Flur.

Einige Flüchtlinge haben andere Erfahrungen gemacht. Drei junge Kameruner fühlen sich wie Diebe, wenn sie in Potsdamer Supermärkten einkaufen. "Es kommen sofort Sicherheitsleute und verfolgen uns auf Schritt und Tritt", sagt Gautier. Auch eine Flasche hat er schon einmal über den Kopf gezogen bekommen ‒ einfach so, ohne Grund. "Dabei können wir doch nichts für unsere Hautfarbe", sagt sein Freund Christian. Trotzdem wollen sie hier Fuß fassen. In ihrer Heimat werden junge Leute wie sie politisch unterdrückt und sehen keine Zukunft. Die erste Begegnung mit einer Potsdamerin wird der Kameruner Christian aber nie vergessen. Er kam spät nachts an, das Büro für den Empfang der Flüchtlinge hatte bereits geschlossen. "Da hat mir eine Nachbarin einfach so ihr Bett angeboten. Das war richtig toll", erzählt er.

Von Lisa Rogge

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