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Angst vor Ausländer-Hetze

Scharfe Diskussion um Container-Dorf für Flüchtlinge Angst vor Ausländer-Hetze

Das in der Kritik stehende Flüchtlingskonzept der Stadt Potsdam stößt nun auch bei brandenburgischen Politikern auf Unverständnis.

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Das Asylbewerberheim am Schlaatz.

Quelle: dpa

„Die Absicht der Potsdamer Stadtverwaltung, im Industriegebiet Drewitz ein Container-Flüchtlingsheim zu errichten, ist auf das Schärfste zu kritisieren“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Steeven Bretz und reiht sich in die Schlange der Kritiker ein. Auch Flüchtlingsverbände äußerten ihren Unmut über die bevorstehende Einquartierung von Flüchtlingen am Rande des Drewitzer Industriegebiets.

„Das Wort Container hat als Reizwort eine starke Signalwirkung auf die Flüchtlinge“, sagte Monique Tinney von der Ausländerseelsorge der Evangelischen Kirche in Potsdam. Die Unterbringung in den provisorischen Wohnungen ist „keine integrationspolitisch sinnvolle Lösung“, so Tinney. Den Vorschlag von Hauptausschuss-Mitglied Jan Wendt (Die Andere), der vorgeschlagen hat, dass die Stadt Wohnungen direkt anmietet und sie den Flüchtlingen zur Verfügung stellt, hält Tinney für einen guten Ansatz. „Da zeigt die Stadtpolitik, dass sie kreative Ideen haben kann.“

Die Vorsitzende des Migrantenbeirates, Hala Kindelbeger, hat hingegen noch einmal den Plan der Stadt verteidigt. „Natürlich ist es eine nicht optimale Lösung. Aber es ist ein Kompromiss mit bestimmten Bedingungen“, sagte Kindelberger am Freitag der MAZ. „Für uns sind die Flüchtlinge keine Objekte, sondern Akteure, mit denen wir den Dialog suchen“, sagte die Vorsitzende. Wichtig bei der Integration der Asylbewerber ist laut Kindelberger, dass „eine gewisse Ausprägung von interkultureller Kompetenz vorhanden sei“, sagte die gebürtige Ägypterin und warnte vor einer Ausdehnung der andauernden Diskussion über die Unterbringung. „Es gibt viele Asylbewerber, die wegen dieser Kampagne Angst vor Hetze haben.“

Einen ausführlichen Dialog mit allen Beteiligten fordert die Landesvorsitzende der Grünen in Brandenburg, Annalena Baerbock. Die Grünen-Politikerin besuchte gestern die beiden Asylunterkünfte in Potsdam am Schlaatz und in der Hegelallee.

„Die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen und der gleichzeitige Wohnungsmangel sind erhebliche Probleme“, sagte Baerbock. Die Unterbringung in Drewitz sei „keine gute Lösung“. Nun müsse gemeinsam und vor allen Dingen mit den Flüchtlingen an einer weiteren Lösung des Problems gearbeitet werden. Unter anderem schlug Baerbock als mögliche Unterbringung den derzeitigen Landtagsstandort auf dem Brauhausberg ins Spiel.

„Wichtig“, so Baerbock, „ist, dass auch die Landespolitik sich mit dem Thema der Flüchtlingsunterbringung beschäftigt“.

mja

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Im Drewitzer Industriegebiet Am Buchhorst plant die Stadt Potsdam ein Container-Dorf für Asylbewerber. Der Plan ist umstritten. Auch für Ivana Domazet vom Brandenburgischen Flüchtlingsrat ist diese Entscheidung nicht nachzuvollziehen.

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