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Animago in Babelsberg

Mit Fernsehkommissaren auf Tuchfühlung Animago in Babelsberg

Um einmal neben Fernsehkommissaren zu ermitteln, müssen Krimifans nicht die Dreharbeiten entern - ein Gang in die Metropolis-Halle am Donnerstag oder Freitag genügt und dank eines magischen Spiegels steht man plötzlich neben seinem Lieblings-Tatortkommissar.

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Babelsberg. Bei der zweitägigen Veranstaltung Animago Award & Conference, bei der internationale Visualisierungs- und Animationsexperten neueste Trends der Branche präsentieren, schickt Sven Schreiber die Gäste in virtuelle Welten von "Tatort" und "Polizeiruf 110".

Der Geschäftsführer der in Bornim ansässigen Kreativ- und Produktionsagentur Schreiber & Friends hat im Auftrag von Das Erste einen "magischen Spiegel" entwickelt und umgesetzt. "Animago"-Besucher blicken in einen riesigen Plasmafernseher - und finden sich auf dem Bildschirm mit den Berliner "Tatort"-Stars Dominic Raacke (der kürzlich die Serie verließ) und Boris Aljinovic wieder, wahlweise mit den neuen Serienkollegen aus Erfurt, Alina Levshin, Friedrich Mücke und Benjamin Kramme, oder den Magdeburger "Polizeiruf"-Ermittlern Claudia Michelsen und Sylvester Groth. Auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin sorgte das Angebot "Augmented Reality" (erweiterte Realität) bereits für Furore und sollte insbesondere junges Publikum für Deutschlands älteste Krimiserie einnehmen. Nun darf sich Babelsberg begeistern lassen.

Das Prinzip von "Augmented Reality": Reale Bilder (Messebesucher) werden mit computergenerierten Inhalten (TV-Kommissare) digital verbunden. Oder, wie es Schreiber formuliert: "Wir ergänzen die Realität mit dem Nichtvorhandenen." Morgen kommt Schauspieler Boris Aljinovic "leibhaftig" zum "Animago" und erklärt mit Schreiber das Angebot, das mehr ist als eine einmalige nette technische Spielerei. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Schreiber habe bereits viele Anfragen von Freizeitparks und Event-Veranstaltern bekommen.

Seine 2003 gegründete Firma Schreiber & Friends, mit der der gebürtige Flensburger fünf Jahre später wegen der hiesigen Filmindustrie nach Potsdam zog, hat beispielsweise energie- und kostensparende Verfahren entwickelt, die den Akku von Smartphones und Computer schonen und zudem virtuelle "Objekte besser und komplexer aussehen lassen".

Haben die "Tatort"-Ermittler "Animago"-Besucher erst einmal am Stand von Schreiber & Friends und der Partnerfirma "Progressive 3D" festgesetzt, lassen sich dort weitere spannende Neuheiten entdecken. Dazu gehören Brillen, die, einmal aufgesetzt, den Träger ebenfalls in virtuelle Welten entführen - manchmal so rasant, dass einem übel werden kann. Doch nicht nur Achterbahnfahrten lassen sich in den unstylishen Ungetümen (im Fachjargon: Virtual-Reality-Brille) simulieren, sondern auch Rundgänge durch nicht mehr oder noch nicht existente Bauwerke. Schreiber hat es geschafft, die Darstellungsverfahren realistischer umzusetzen als andere vor ihm. Zum "Animago" hat Schreiber ein besonderes Verhältnis: Beim erstmals 1997 ausgetragen Wettbewerb gewann der Jungunternehmer damals gleich seinen ersten Preis ‒ für einen Architekturfilm. Später gewann Schreiber weitere drei Trophäen. Diesmal ist der inzwischen 39-Jährige "nur" als Aussteller dabei.

Beim „Animago“ trifft sich die Visualisierungsbranche

Mehr als 1000 internationale Gäste werden am 24. und 25. Oktober 2013 in der Metropolis-Halle zum „Animago Award & Conference“ erwartet. In Vorträgen werden Trends auf den Gebieten interaktive Medien, Animation, Postproduktion vorgestellt. Die Veranstaltung gilt als eine der wichtigsten Plattformen der Branche.

Zu den Referenten gehören Erik Smitt von den Pixar Animation Studios („Die Monster Uni“) und Florian Gellinger, der die visuellen Effekte der im Frühjahr gedrehten Studio-Babelsberg-Koproduktion „Die Bücherdiebin“ mitentwickelt hat.

Donnerstagabend wird der vom Fachblatt „Digital Production“ ausgelobte Animago Award 2013 verliehen. 55 Beiträge aus aller Welt sind in elf Kategorien (darunter bester Kurzfilm, beste Visualisierung, bestes Spieldesign) nominiert. Potsdamer Beiträge sind nicht dabei.

Die Potsdamer Kreativagentur Schreiber & Friends präsentiert virtuelle „Tatort“-Welten. Morgen, um 13 Uhr, ist der Berliner „Tatort“-Kommissar Boris Aljinovic im Foyer der Metropolis-Halle zu Gast.

Von Ricarda Nowak

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